Kult­se­rie jetzt mit Axel Mil­berg

Ab Hei­lig­abend sechs brand­neue Epi­so­den von „Neu­es aus Büt­ten­war­der“im NDR

Meppener Tagespost - - MEDIEN / FERNSEHEN - Von Tom Hei­se Von Hei­lig­abend bis Sil­ves­ter 20 Fol­gen im NDR, sechs da­von neu.

Zur Be­sche­rung an Hei­lig­abend legt der NDR noch ein di­ckes Ge­schenk un­ter den Baum. 20 Fol­gen der be­lieb­ten Rei­he „Neu­es aus Büt­ten­war­der“wer­den bis Sil­ves­ter aus­ge­strahlt. Sechs Epi­so­den da­von sind fun­kel­na­gel­neu.

Und mit Ha­jo Nark­mey­er kehrt nach 35 Jah­ren ein al­ter Be­kann­ter in das Dorf mit sei­nen skur­ri­len Be­woh­nern ir­gend­wo zwi­schen Flens­burg und Ham­burg zu­rück. Des­sen pro­mi­nen­ter Darstel­ler Axel Mil­berg äu­ßer­te sich im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on über sei­ne Fi­gur und hei­mat­li­che Ge­füh­le.

Büt­ten­war­der hat ei­nen neu­en Be­woh­ner. So ganz neu ist er al­ler­dings nicht. 35 Jah­re sind ver­gan­gen, seit Ha­jo Nark­mey­er mit sei­ner Ju­gend­freun­din Brit­ta Büt­ten­war­der ver­ließ und mit ihr auf ei­nem weit ent­le­ge­nen Guts­hof bei Sü­der­bra­rup ei­ne An­stel­lung fand.

Ha­jo kehrt zu­rück

Dort blieb er all die Jah­re, hei­ra­te­te sei­ne Brit­ta, wur­de viel­fa­cher Va­ter. Nun aber kehrt Ha­jo zu­rück in sein ge­lieb­tes Hei­mat­dorf und über­nimmt den el­ter­li­chen Hof.

Sei­nen ers­ten Auf­tritt hat Ha­jo in der Fol­ge „Zwei St­ein­ad­ler“. Als Ad­sche (Pe­ter Hein­rich Brix) ge­ra­de mit sei­nem Mo­fa On­kel Kri­schan auf dem An­hän­ger zum Fri­seur kut­schiert, pas­sie­ren sie ei­ne Un­fall­stel­le. Ein Wert­trans­por­ter ist von der Stra­ße ab­ge­kom­men. Ad­sche in­spi­ziert die La­ge und stellt schnell fest, dass hier „Nenn­wert“ge­la­den ist. Just in die­sem Mo­ment be­tritt Ha­jo, auch im­mer am per­sön­li­chen

Vor­teil in­ter­es­siert, die Sze­ne­rie. Es ent­spinnt sich ein ko­mi­scher Kampf um die wert­vol­le Fracht.

Axel Mil­berg, ei­ner der pro­fi­lier­tes­ten Schau­spie­ler un­se­res Lan­des, ver­kör­pert die­sen Ha­jo und hat sicht­lich Spaß dar­an. „Ich fin­de an Ha­jo lus­tig, dass er von sich ei­ne ganz an­de­re Mei­nung hat als die, die man be­kom­men könn­te, wenn man ihm so zu­schaut. Die­ses kras­se Miss­ver­hält­nis zwi­schen Selbst- und Au­ßen­wahr­neh­mung. Er hält sich für ei­nen Un­ter­neh­mer mit gro­ßer kauf­män­ni­scher Be­ga­bung. Trick­reich. Ei­nen Ma­cher und Er­folgs­men­schen. Aber da ver­schätzt er sich ein we­nig“, cha­rak­te­ri­siert Mil­berg im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on sei­ne Fi­gur.

Für den ge­bo­re­nen Kie­ler Mil­berg hat sein En­ga­ge­ment in Büt­ten­war­der auch et­was von An­kom­men. „Ich bin na­tür­lich auch zu Hau­se in Mün­chen, wo ich seit 40 Jah­ren le­be. Aber Büt­ten­war­der ist doch so­zu­sa­gen ei­ne vol­la­ro­ma­ti­sche Es­senz mei­ner nord­deut­schen Hei­mat. Die­se sat­ten Wie­sen, die­se Ei­chen, die mit­ten auf ei­ner Wie­se ste­hen. Bei man­chen Mo­ti­ven stand ich da wirk­lich mit of­fe­nem Mund in den kur­zen Dreh­pau­sen – die­se Er­in­ne­rung an Nord­deutsch­land.“

Mit zu kur­zen Ho­sen

Mil­bergs Va­ter stammt von ei­nem gro­ßen land­wirt­schaft­li­chen Be­trieb. „Ich träu­me, dass ich an Scheu­nen und so vor­bei zum Wohn­haus fah­re… Or­te, wo ich nie leb­te, aber frü­he­re Ge­ne­ra­tio­nen.“Un­ra­siert, mit zu kur­zen Ho­sen, zu knap­per Wes­te und beige­far­be­ner Kap­pe passt Mil­bergs Ha­jo per­fekt in die Büt­ten­war­der Land­schaft.

„Die Ko­s­tüm­bild­ne­rin mein­te: Ist pri­ma! Sieht gut aus! Das steht dir!“, er­läu­tert Mil­berg. „Gott ja, ich woll­te das ja auch. Oft wird so ei­ne Ver­wand­lung von den Re­dak­tio­nen gar nicht ge­wollt. Wenn dann aber die Spra­che, mit dem Dia­lekt und mit dem Ko­s­tüm in ei­ne an­de­re Welt führt, und du sagst: Dies bin nicht ich, aber es ist ei­ne glaub­haf­te Er­fin­dung – dann ist es gut.“

Mil­berg fühl­te sich von An­fang an wohl im Team. „Es war vom ers­ten Au­gen­blick an ei­ne sehr ver­trau­te At­mo­sphä­re.“Dies ha­be auch an Pe­ter Hein­rich Brix ge­le­gen, mit dem er sich sehr gut ver­stan­den ha­be. „Man kam gleich ins Spiel. Es pass­te al­les.“Be­geis­tert zeigt sich Mil­berg auch von Büt­ten­war­der-Er­fin­der und Au­tor Nor­bert Eber­lein. „Eber­lein ist ei­ne Ra­ri­tät. Der schreibt so un­fass­bar gu­te Dreh­bü­cher und Ge­schich­ten ab­seits vom kal­ku­lier­ten Main­stream. Und für Büt­ten­war­der schon seit 20 Jah­ren – was für ei­ne Er­folgs­ge­schich­te.“

Kunst der Fu­ge

Klingt al­les so, als wä­ren die Dreh­ar­bei­ten ein rei­ner Spaß. Doch Axel Mil­berg, der sich für die platt­deut­schen Ver­sio­nen selbst nach­syn­chro­ni­sier­te, kor­ri­giert: „Es ist har­te Ar­beit. Gut so. Aber wenn es funk­tio­niert...?! Es ist wie die Kunst der Fu­ge. Es muss naht­los in­ein­an­der­grei­fen. Die Leu­te den­ken, Nord­deut­sche sei­en al­le lang­sam. Stimmt aber gar nicht. Auch nicht die Land­ei­er in Büt­ten­war­der. Du musst im Stak­ka­to ,pa­pa­pa­pa­pap‘ ma­chen, erst dann ent­fal­tet sich das Aro­ma.“

Die­ses Aro­ma be­geis­tert die Zu­schau­er nun­mehr seit über 20 Jah­ren. „Al­le sind Ego­is­ten, al­le den­ken nur an sich, be­haup­ten aber das Ge­gen­teil“, be­schreibt Mil­berg die Büt­ten­war­der Dorf­ge­mein­schaft.

In die­sem Sin­ne heißt es, dem Rat­schlag des NDR zu fol­gen. „Ma­chen Sie es sich ge­müt­lich in der gu­ten Stu­be, den Ap­pa­ril­lo aus­rich­ten und für das rich­ti­ge Am­bi­en­te sor­gen!“Die Büt­ten­war­der Fest­spie­le kön­nen be­gin­nen.

Neu­es aus Büt­ten­war­der:

Fo­to: NDR/Uwe Ernst

Was ist hier ge­sche­hen? Ad­sche Tönn­sen (Pe­ter Hein­rich Brix, li.) ent­deckt ei­nen ver­un­glück­ten Gold­trans­por­ter. Plötz­lich steht auch Ha­jo (Axel Mil­berg, re.) ne­ben ihm.

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