Wo­hin mit dem Schlick?

Meppener Tagespost - - NORDWEST - Von Mar­kus Lo­renz

Es ist ei­ne wah­re Si­sy­phus­ar­beit – auf­wen­dig, teu­er und in Tei­len ver­ge­bens. Jahr für Jahr bag­gert Ham­burg rund zehn Mil­lio­nen Ku­bik­me­ter Se­di­men­te aus dem Ha­fen und kippt die Mas­sen in El­be und Nord­see ab. Doch eben­so zu­ver­läs­sig bringt das Was­ser die un­lieb­sa­me Fracht zu­rück.

Mit der lau­fen­den Elb­ver­tie­fung wer­den die Schlick­men­gen noch deut­lich zu­neh­men. Hin­zu kommt: Die Abla­ge­rungs­stät­te na­he Hel­go­land kann Ham­burg wo­mög­lich nur noch fünf Jah­re nut­zen. Doch die er­hoff­te Aus­wei­sung ei­ner Abla­ge­rungs­stät­te weit ent­fernt in der of­fe­nen Nord­see dau­ert deut­lich län­ger als er­war­tet – falls sie über­haupt je rea­li­siert wird.

Die Sa­che ist recht­lich, tech­nisch und öko­lo­gisch hoch­kom­plex, was schon in der An­fangs­pha­se für Ver­spä­tung sorgt. Die nö­ti­gen Un­ter­su­chun­gen sei­en „deut­lich um­fang­rei­cher“als er­war­tet. Um­welt­schüt­zer hal­ten das Vor­ha­ben für „ab­surd“, wie BUND-Lan­des­ge­schäfts­füh­rer Man­fred Braasch for­mu­liert. Deutsch­land ha­be sich in der eu­ro­päi­schen Mee­res­stra­te­gie­r­ah­men­richt­li­nie ver­pflich­tet, die Mee­res­um­welt zu schüt­zen, sagt Braasch. Ein Ab­kip­pen von Ha­fen­s­edi­men­ten sei da­mit un­ver­ein­bar.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.