Das reicht nicht

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Ste­fa­nie Wit­te s.wit­[email protected]

Wie weit trägt die­ser Plan? Fi­nanz­mi­nis­ter Olaf Scholz (SPD) will Kom­mu­nen ent­las­ten, de­ren Mi­nus auf dem Kon­to be­son­ders groß ist. Der Bund soll die Schul­den die­ser Städ­te und Ge­mein­den über­neh­men. Be­freit von Alt­las­ten, sol­len die Kom­mu­nen wie­der in­ves­tie­ren und flo­rie­ren kön­nen.

Ei­ne zen­tra­le Fra­ge ist die nach der Ge­rech­tig­keit. Ir­gend­wo müss­te Scholz ei­ne Gren­ze für den Schul­den­schnitt de­fi­nie­ren. Was soll ei­ne Stadt sa­gen, die knapp nicht pro­fi­tiert, weil sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren Schul­den ab­ge­baut hat, statt das Geld in Schu­len und Schwimm­bä­der zu ste­cken?

Über­schul­de­te Kom­mu­nen lie­gen häu­fig in struk­tur­schwa­chen Ge­bie­ten. Da fehlt es an star­ken Un­ter­neh­men und ent­spre­chen­den Steu­er­ein­nah­men. Statt­des­sen müs­sen die­se Städ­te und Ge­mein­den vie­le Hart­zIV-Emp­fän­ger fi­nan­zie­ren. Ein Ab­bau der Alt­las­ten könn­te für mehr Spiel­raum für In­ves­ti­tio­nen sor­gen.

Mit ei­nem Schul­den­schnitt wä­re es aber nicht ge­tan. Ein Neu­an­fang auf dem städ­ti­schen Kon­to be­freit noch nicht von künf­ti­gen Aus­ga­ben und bringt noch kei­ne neu­en Ein­nah­me­quel­len. Für ech­te Ver­bes­se­run­gen braucht es grö­ße­re An­stren­gun­gen und ei­nen bes­se­ren Plan. Bund und Län­der müss­ten ge­mein­sam An­rei­ze für Un­ter­neh­men set­zen und in Struk­tur­för­de­rung in­ves­tie­ren.

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