Mehr Fach­kräf­te gibt es nicht über Nacht

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Ni­na Kall­mei­er n.kall­mei­[email protected]

Es ist ver­zwickt: Bun­des­weit feh­len so vie­le aus­ge­bil­de­te Fach­kräf­te, dass die­ser Man­gel in je­der Um­fra­ge als das größ­te Ri­si­ko für den Fort­be­stand von Un­ter­neh­men ge­nannt wird. Gleich­zei­tig zei­gen Zah­len des Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­ri­ums: Noch vor zehn Jah­ren ha­ben an­tei­lig deut­lich mehr Un­ter­neh­men in Deutsch­land aus­ge­bil­det. Sind die Fir­men­chefs al­so selbst schuld an der Mi­se­re?

So ein­fach ist die Ant­wort nicht. Denn eben­falls seit zehn Jah­ren über­steigt die Zahl der an­ge­bo­te­nen Aus­bil­dungs­plät­ze je­ne der Be­wer­ber deut­lich. Der Fach­kräf­te­man­gel kann al­so nicht aus­schließ­lich dar­auf zu­rück­ge­führt wer­den, dass sich Un­ter­neh­men nicht küm­mern.

Es ist ein­fach, den Schwar­zen Pe­ter von ei­nem zum an­de­ren zu schie­ben: zur Po­li­tik, weil sie in die aka­de­mi­sche Bil­dung mehr in­ves­tiert als in die be­ruf­li­che; zur Ge­sell­schaft, die die dua­le Aus­bil­dung nicht ge­nug wert­schätzt; und eben zu den Un­ter­neh­men, die sich nicht ge­nug um den ei­ge­nen Nach­wuchs küm­mern.

Um das Pro­blem der feh­len­den Fach­kräf­te zu lö­sen, muss je­der ran. Vie­le Fir­men­chefs ha­ben mitt­ler­wei­le ver­stan­den, dass sie selbst et­was für ih­ren Nach­wuchs tun müs­sen, und auch die Po­li­tik ist da­bei, die be­ruf­li­che Bil­dung auf­zu­wer­ten. Bis die­se Früch­te ge­ern­tet wer­den kön­nen, wer­den noch ei­ni­ge Jah­re ver­ge­hen.

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