Trio be­geis­tert zum 16. Mal mit „Din­ner for One“

Hun­der­te Zu­schau­er ver­fol­gen Sketch zum Ab­schluss des Mep­pe­ner Weih­nachts­mark­tes

Meppener Tagespost - - MEPPEN - Von Her­mann-Jo­sef Mam­mes

Das eng­li­sche Büh­nen­stück „Der 90. Ge­burts­tag“oder „Din­ner für One“ge­hört zum Mep­pe­ner Weih­nachts­markt wie das Kin­der­ka­rus­sell, der Glüh­wein oder das Eis­stock­schie­ßen. Am Sonn­tag­abend fand das klei­ne Büh­nen­spek­ta­kel be­reits zum 16. Mal auf der Eis­lauf­flä­che statt. Tra­di­tio­nell zu Sil­ves­ter läuft auf zahl­rei­chen Fern­seh­sen­dern das im Jahr 1963 vom Nord­deut­schen Rund­funk auf­ge­zeich­ne­te eng­li­sche Büh­nen­stück. Die Mep­pe­ner ha­ben al­ler­dings je­des Jahr die be­son­de­re Ge­le­gen­heit, das Stück nach dem Mot­to „The sa­me pro­ce­du­re as every ye­ar“live auf der Mep­pe­ner Eis­flä­che zu er­le­ben. Da­bei ist die Be­set­zung auch in Mep­pen von An­fang an die­sel­be. An­ge­sagt von Tho­mas Kem­per, wa­ren er­neut Oli­ver Schul­te als But­ler Ja­mes und Frank Tho­le als Miss So­phie zu be­wun­dern. Al­le drei sind lang­jäh­ri­ge Mit­glie­der der Frei­licht­büh­ne Mep­pen.

Im „Din­ner for One“fei­ert Miss So­phie al­lein an ei­ner lan­gen Ta­fel, weil sie ih­re Freun­de längst über­lebt hat. Da Sir To­by, Ad­mi­ral von Schneider, Mr. Pom­meroy und Mr. Win­ter­bot­tom al­le­samt be­reits ver­stor­ben sind, schlüpft But­ler Ja­mes in ih­re Rol­len. Ja­mes muss nun nicht nur sei­ner Ar­beit­ge­be­rin das Es­sen ser­vie­ren, son­dern auch den vier ima­gi­nä­ren Her­ren die je­weils von Miss So­phie aus­ge­wähl­ten Ge­trän­ke einschenke­n, in ih­re Rol­len schlüp­fen, auf die Gast­ge­be­rin je­weils ei­nen Trink­spruch aus­brin­gen, wo­bei er die Sprech­wei­se des je­wei­li­gen Gas­tes nach­ahmt und den Drink lee­ren muss.

Da­durch wird er von Run­de zu Run­de im­mer be­trun­ke­ner und ver­liert sei­ne wür­de­vol­le Hal­tung – so­wohl in der Mi­mik als auch in den Be­we­gun­gen.

Schließ­lich prä­sen­tiert er un­zäh­li­ge Va­ri­an­ten des Ein­schen­kens und trinkt so­gar ver­se­hent­lich aus der Blu­men­va­se statt aus dem Be­cher, was er mit ei­nem deut­li­chen Ver­zie­hen des Ge­sichts und der Be­mer­kung „I’ll kill that cat!“quit­tier­te (sinn­ge­mäß: „Wie ei­ne to­te Kat­ze“). Zu­dem wird ein Ti­ger­fell zur ge­fähr­li­chen Stol­per­fal­le.

Schließ­lich be­en­det Miss So­phie den Abend mit ei­nem Au­gen­auf­schlag und ei­nem ein­la­den­den „I think I’ll re­ti­re“(„Ich den­ke, ich wer­de mich zu­rück­zie­hen“), was Ja­mes nach der ob­li­ga­to­ri­schen Fra­ge „The sa­me pro­ce­du­re as last ye­ar?“mit ei­nem Au­gen­zwin­kern und ei­nem non­cha­lan­ten „Well, I’ll do my very best“(„Gut, ich wer­de mein Bes­tes ge­ben“) quit­tiert, um sich dann mit ihr dis­kret un­ter dem Ap­plaus von ei­ni­gen Hun­dert be­geis­ter­ten Zu­schau­ern zu­rück­zu­zie­hen.

Was nur die we­nigs­ten Zu­schu­er noch mit­be­ka­men: Beim Ab­gang von der Büh­ne rutsch­te Oli­ver Schul­te je­doch auf der Trep­pe aus und zog sich schmerz­haf­te Prel­lun­gen

zu.

Im Lau­fe der Jah­re ha­ben die drei Mep­pe­ner Schau­spie­ler ih­re Rol­len be­reits kom­plett ver­in­ner­licht. Üben müs­sen sie vor­her nicht mehr. „Du kannst uns nachts we­cken, und wir spie­len un­se­ren Part run­ter“, sagt Tho­mas Kem­per.

Kein Wun­der: Schließ­lich tre­ten Kem­per so­wie Frank Tho­le und Oli­ver Schul­te in die­ser Kon­stel­la­ti­on nicht nur zum Jah­res­ab­schluss seit 16 Jah­ren auf der Mep­pe­ner Eis­flä­che auf, son­dern rund um den Jah­res­wech­sel auch auf an­de­ren Büh­nen.

„Wir sind un­ter an­de­rem im­mer bei der TIM-Sil­ves­ter­par­ty da­bei“, sagt Kem­per. Ins­ge­samt stand das Trio ei­ni­ge Hun­dert Mal mit dem Sketch auf der Büh­ne. Und auch im kom­men­den Jahr wird es in Mep­pen hof­fent­lich wie­der lau­ten: „The sa­me pro­ce­du­re as every ye­ar.“

Fotos: Her­mann-Jo­sef Mam­mes

Mit gro­ßer Mi­mik und Ges­tik spielt das En­sem­ble der Frei­licht­büh­ne Mep­pen die Rol­len.

Zum Ab­schluss gab es den ver­dien­ten Ap­plaus für (von links) Frank Tho­le, Oli­ver Schul­te und Tho­mas Kem­per.

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