5500 Eu­ro kön­nen das Le­ben ei­ner gan­zen Fa­mi­lie än­dern

Pa­ter Heinz Kulü­ke aus Spelle lebt seit 2018 wie­der auf Cebu

Meppener Tagespost - - NACHBARSCH­AFT - Von Carsten van Be­vern

Nach­dem er sechs Jah­re die Ge­schi­cke des welt­weit tä­ti­gen Or­dens der Stey­ler Mis­sio­na­re ge­lei­tet hat, ar­bei­tet der aus Spelle stam­men­de Pa­ter Heinz Kulü­ke seit 2018 wie­der auf den Phil­ip­pi­nen. Un­ter­stützt wer­den wird er wei­ter vom Ak­ti­ons­kreis in Spelle. 2019 mit 135 000 Eu­ro.

Den Men­schen auf der In­sel Cebu zu hel­fen, die als Fi­scher kaum den Le­bens­un­ter­halt für ih­re Kin­der er­wirt­schaf­ten kön­nen, ver­armt auf und von den vier Müll­de­po­ni­en der In­sel le­ben oder ih­ren Kör­per in den Rot­licht­vier­teln ver­kau­fen müs­sen, ist die Le­bens­auf­ga­be von Pa­ter Heinz Kulü­ke.

1956 in Spelle ge­bo­ren, stu­dier­te er nach ei­ner Aus­bil­dung zum Elek­tri­ker Phi­lo­so­phie und Theo­lo­gie, wur­de Pries­ter und Phi­lo­so­phie­pro­fes­sor und lei­te­te von 2012 bis 2018 den aus gut 6000 Per­so­nen be­ste­hen­den Or­den der Stey­ler Mis­sio­na­re. Ein be­son­de­res Her­zens­an­lie­gen ist ihm seit sei­nem ers­ten Auf­ent­halt auf den Phil­ip­pi­nen

1986 die Ver­bes­se­rung der Le­bens­ver­hält­nis­se der dor­ti­gen ar­men Be­völ­ke­rung. Und so hat er mit Mit­brü­dern und -schwes­tern seit­dem auf Cebu zahl­rei­che Hilfs­pro­jek­te in­iti­iert. Oft mit­fi­nan­ziert mit Spen­den, die der 1999 in­ner­halb der Spel­ler Land­ju­gend ge­grün­de­te Ak­ti­ons­kreis Pa­ter Kulü­ke (AKPK) ge­sam­melt hat.

Die Spen­den hel­fen dort am Exis­tenz­mi­ni­mum le­ben­den Fi­schern, Men­schen im Rot­licht­mi­lieu so­wie auf den Müll­de­po­ni­en oder auf den Stra­ßen Ce­bus le­ben­den Men­schen. Auch in Kulü­kes Amts­zeit als Ge­ne­ral­su­pe­ri­or war er re­gel­mä­ßig auf den Phil­ip­pi­nen, wo­hin er nach En­de sei­ner Lei­tungs­tä­tig­keit auch wie­der zu­rück­kehr­te.

Der Traum von Ju­lie (6)

Ein Schwer­punkt ist das Haus­bau­pro­jekt für die Be­woh­ner der Müll­de­po­ni­en. „Es ver­geht kaum ei­ne Wo­che, in der mich nicht bis zu 20 Fa­mi­li­en bit­ten, am Um­sied­lungs­pro­jekt teil­neh­men zu dür­fen“, be­rich­tet Kulü­ke in sei­nem Weih­nachts­brief 2019 an sei­ne Un­ter­stüt­zer. Dort be­rich­tet er auch von der klei­nen Ju­lie, die bei ei­nem Rund­gang über die De­po­nie sei­ne Hand gar nicht mehr los­las­sen woll­te. Spä­ter be­rich­tet das sechs­jäh­ri­ge Mäd­chen Kulü­ke von ei­nem Be­such ih­rer Fa­mi­lie bei Freun­den, die in­zwi­schen in ei­nem sol­chen Haus le­ben: „Es war dort so schön, mei­ne Ge­schwis­ter und ich woll­ten dort gar nicht mehr weg. Wie gern wür­de ich mit mei­ner Fa­mi­lie spä­ter auch ein­mal in ei­nem sol­chen Dorf fern der Müll­de­po­nie le­ben.“

Laut Kulü­ke wer­den die­se Häu­ser wei­ter ge­baut, „so­lan­ge un­se­re Kräf­te und un­se­re Fi­nan­zen rei­chen“. 5500 Eu­ro kos­tet ei­ne sol­che Fa­mi­li­en­un­ter­kunft. Im Ar­nold Janssen Vil­la­ge konn­ten in die­sem Jahr 60 Häu­ser ge­baut wer­den, Platz gibt es laut Kulü­ke für wei­te­re 80 Häu­ser. Und neun Häu­ser kön­nen dank der Hil­fe vom Ak­ti­ons­kreis ge­baut wer­den, denn 50000 Eu­ro der 2019 über­wie­se­nen 135000 Eu­ro (ge­spen­det wor­den wa­ren zwi­schen dem 1. De­zem­ber 2018 und dem 30. No­vem­ber 2019 ins­ge­samt 103 570 Eu­ro) wa­ren zweck­ge­bun­den für das Haus­bau­pro­jekt ge­spen­det wor­den.

„Vie­le Fa­mi­li­en er­hal­ten nun erst­mals ei­nen men­schen­wür­di­gen Platz zum Le­ben“, dankt die Vor­sit­zen­de vom Ak­ti­ons­kreis Els­beth Gar­mann al­len Un­ter­stüt­zern.

Fo­tos: Ar­chiv AKPK

Mit­ten auf ei­ner der vier Müll­de­po­ni­en müs­sen auf der In­sel Cebu vie­le kom­plet­te Fa­mi­li­en le­ben. Die Stey­ler um Pa­ter Kulü­ke las­sen für 5500 Eu­ro und je nach Spen­den­auf­kom­men für mög­lichst vie­le die­ser Fa­mi­li­en ein­fa­che Häu­ser bau­en.

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