Tiet­jen talkt – und wird 60 Jah­re alt

Fernseh- und Ra­dio­mo­de­ra­to­rin in­ter­view­te tau­sen­de Gäs­te / „Das ist schon span­nend“

Meppener Tagespost - - WELTSPIEGE­L -

Ge­ra­de ist Bet­ti­na Tiet­jen von ih­rem ers­ten Aus­tra­li­en-Ur­laub zu­rück – vier­ein­halb Wo­chen im Wohn­mo­bil mit Ehe­mann Udo. Was hat ihr dort am bes­ten ge­fal­len? „Die Ein­sam­keit, die Wei­te fand ich ab­so­lut fas­zi­nie­rend“, schwärmt die Frau, die in ih­rem Be­rufs­le­ben ge­nau das Ge­gen­teil er­fährt. Tau­sen­de von meist pro­mi­nen­ten Mit­men­schen hat Tiet­jen in drei Jahr­zehn­ten vor al­lem im Sen­de­be­reich des Nord­deut­schen Rund­funks (NDR) in­ter­viewt. Mit ih­rer na­tür­li­chen und hu­mor­vol­len Art gilt sie im Nor­den längst als Queen of Talk. In ih­rem Wohn­ort Ham­burg fei­ert die ge­bür­ti­ge Wup­per­ta­le­rin an die­sem Sonn­tag ih­ren 60. Ge­burts­tag.

Zu­ge­wandt­heit, gu­te Lau­ne und viel Ener­gie schei­nen ihr in die Wie­ge ge­legt zu sein. „Ich bin ein po­si­ti­ver Mensch. Hab’ ich von mei­ner

Mut­ter. Bei uns war meis­tens gu­te Stim­mung“, er­zählt Tiet­jen im Gäs­te­raum des NDR-For­mats „DAS!“in Ham­burg-Lok­stedt. Für das Ma­ga­zin, für das sie schon seit 1993 tä­tig ist, wird sie am Abend auf dem be­rühm­ten Ro­ten So­fa mit der Schau­spie­le­rin Andrea Sa­watz­ki plau­dern. Seit 1997 führ­te sie zu­dem durch ei­ne ei­ge­ne Sen­dung – zu­letzt mit Co-Mo­de­ra­tor Alex­an­der Bom­mes. Seit Au­gust mo­de­riert Tiet­jen ein­mal pro Mo­nat ne­ben Jörg Pi­la­wa in Hannover die NDR Talk Show.

Ih­re Ra­dio­rei­he „Tiet­jen talkt“strahlt NDR 2 seit 2008 je­den Sonn­tag aus. „Ich re­de ein­fach gern mit Men­schen, bin im­mer neu­gie­rig auf an­de­re – und das be­schränkt sich nicht auf mei­nen Be­ruf. Es be­rei­chert doch das Le­ben, et­was über an­de­re Leu­te zu er­fah­ren und sich aus­zu­tau­schen“, sagt Tiet­jen. Und fügt ge­wohnt herz­haft la­chend hin­zu: „Es ist na­tür­lich prak­tisch, wenn man da­mit sei­nen Le­bens­un­ter­halt be­strei­ten kann.“

Pro­mis wie Mich­ail Gor­bat­schow, Pe­ter Us­ti­nov, Ro­ger Moo­re und jüngst Da­vid Has­sel­hoff lie­ßen sich von ih­rer Kom­mu­ni­ka­ti­ons­kunst an­ste­cken. „Schon span­nend, sol­che in­ter­na­tio­na­le Grö­ßen ken­nen­zu­ler­nen“, meint Tiet­jen. „Da­bei ha­be ich fest­ge­stellt, je mehr sie kön­nen und je be­rühm­ter sie sind, des­to be­schei­de­ner und un­kom­pli­zier­ter wer­den sie.“

Ob persönlich oder im Fern­se­hen – sie selbst strahlt so et­was wie sub­stan­zi­el­le Zu­ver­sicht aus. Viel­leicht liegt es dar­an, dass sie früh auch Leid zu er­tra­gen lern­te. „Ei­ne mei­ner drei Schwes­tern starb mit zwei Jah­ren. Da war ich sie­ben. Ei­ne Pha­se, in der ich sehr früh er­fah­ren ha­be, dass eben nicht al­les fröh­lich ist im Le­ben“, sagt Tiet­jen.

Fo­to: dpa

Bet­ti­na Tiet­jen

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