Auch Ifo-In­sti­tut ver­langt Ent­schä­di­gung: Rü­cken­wind für „Wind­bür­ger­geld“

Wirt­schafts­for­scher aber für Be­schrän­kung auf An­woh­ner, die di­rekt be­trof­fen sind

Meppener Tagespost - - WIRTSCHAFT - Von Uwe West­dörp

Ist das von der SPD vor­ge­schla­ge­ne „Wind­bür­ger­geld“das rich­ti­ge Mit­tel, um den Wi­der­stand ge­gen den Bau neu­er Wind­rä­der zu über­win­den? Vie­le Kri­ti­ker, dar­un­ter die Kom­mu­nen, sa­gen Nein. Aus der Wis­sen­schaft kommt da­ge­gen Rü­cken­wind.

Das Ifo-In­sti­tut in Mün­chen spricht sich grund­sätz­lich für ein Bür­ger­geld Wind aus. „Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen soll­ten al­ler­dings auf die An­woh­ner be­schränkt blei­ben, die tat­säch­lich von Schat­ten­wurf oder Ge­räusch­ent­wick­lung be­trof­fen sind. Bei ent­spre­chen­der Aus­ge­stal­tung könn­ten sol­che Zah­lun­gen pau­scha­len Ab­stands­re­ge­lun­gen weit über­le­gen sein“, so Ifo-Ex­per­tin Ka­ren Pit­tel.

Pit­tel warn­te zu­gleich: „Zah­lun­gen nach dem Gieß­kan­nen-Prin­zip an die ge­sam­te Ge­mein­de oder in ei­nem fest­ge­leg­ten Um­kreis sind nicht ziel­füh­rend und wür­den die Kos­ten der Ener­gie­wen­de un­nö­tig er­hö­hen.“Die Zah­lun­gen soll­ten zu­dem von den An­la­gen­be­trei­bern über­nom­men wer­den.

Nach Über­zeu­gung des Städ­te- und Ge­mein­de­bun­des führt in­des­sen kein Weg dar­an vor­bei, den Bür­gern für die Kli­ma­wen­de auch Op­fer ab­zu­ver­lan­gen. Prä­si­dent Uwe Brandl ar­gu­men­tiert, wer mehr Kli­ma­schutz wol­le, müs­se be­stimm­te Din­ge to­le­rie­ren, und zwar ent­schä­di­gungs­los. Mit Blick auf ein Bür­ger­geld für An­woh­ner be­tont er, wenn so et­was für Wind­kraft­an­la­gen ein­ge­führt wer­de, könn­ten es auch die An­woh­ner von Au­to­bah­nen oder Schnell­bahn­tras­sen ver­lan­gen.

Die SPD will er­rei­chen, „dass die­je­ni­gen, die Wind­rä­der in ih­rer Nach­bar­schaft ak­zep­tie­ren und da­mit den

Aus­bau der er­neu­er­ba­ren Ener­gie er­mög­li­chen, be­lohnt wer­den“, so SPD-Frak­ti­ons­vi­ze Mat­thi­as Miersch un­längst im Interview mit un­se­rer Re­dak­ti­on. Es ge­he ei­ner­seits um Geld für die Kom­mu­nen. „Wir müs­sen aber an­de­rer­seits auch di­rek­te fi­nan­zi­el­le An­rei­ze für die Bür­ger schaf­fen, die in sol­chen Ge­bie­ten le­ben.“

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