„Mit gu­tem Ge­fühl“zur EM

Deut­sche Hand­bal­ler über­zeu­gen im Test ge­gen Is­land / Schwä­chen im An­griff

Meppener Tagespost - - SPORT - Von Marc Ste­ver­müer

Als die Hand­bal­ler des deut­schen Na­tio­nal­teams vor fei­ern­den 12037 Fans in der aus­ver­kauf­ten Mann­hei­mer SAP Are­na ih­re Eh­ren­run­de lie­fen, stürm­ten die Töch­ter von Kreis­läu­fer Hen­drik Pe­keler und der Sohn von Links­au­ßen Uwe Gens­hei­mers aufs Feld. Ih­re Vä­ter hat­ten we­ni­ge Au­gen­bli­cke zu­vor im vor­letz­ten EM-Test mit 33:25 (16:13) ge­gen Is­land ge­won­nen und sich an­schlie­ßend für ei­ne län­ge­re Zeit von ih­ren Fa­mi­li­en ver­ab­schie­det. Am Mon­tag (14.30 Uhr) tritt die Aus­wahl des Deut­schen Hand­ball­Bun­des (DHB) in Wien ge­gen Ös­ter­reich an, von dort aus geht es dann di­rekt in den nor­we­gi­schen Vor­run­den­spiel­ort Trond­heim.

„Es ist ein biss­chen scha­de, dass wir jetzt weg­fah­ren. Hier vor den ei­ge­nen Fans zu spie­len ist schön. Da ka­men Er­in­ne­run­gen hoch an die

Welt­meis­ter­schaft“, dach­te Bun­des­trai­ner Chris­ti­an Prokop nach der stim­mungs­vol­len Ver­ab­schie­dung in Mann­heim. Bei der an­ste­hen­den EM in Nor­we­gen, Ös­ter­reich und Schwe­den wird es den Zu­satz­schub für sei­ne Mann­schaft von den Rän­gen nicht ge­ben. Nichts­des­to­trotz trat das Team nach dem über­zeu­gen­den Sieg ge­gen Is­land sei­ne Rei­se mit ei­nem „gu­ten Ge­fühl“an, wie der stark auf­spie­len­de neue Re­gis­seur Paul Drux mein­te. Dass der Auf­tritt den Glau­ben des

WM-Vier­ten wach­sen lässt und Si­cher­heit für die an­ste­hen­den Auf­ga­ben gibt, lag vor al­lem am funk­tio­nie­ren­den Match­plan. „Tor­hü­ter gut, Ab­wehr meis­tens gut, Tem­po im An­griffs­spiel“, fass­te Drux tref­fend die Stär­ken zu­sam­men.

Die Per­so­nal­de­cke nach all den ver­let­zungs­be­ding­ten Aus­fäl­len ist dünn. Das hat­te aber kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Spiel­idee. Im Ge­gen­teil: Hoch­ge­schwin­dig­keitsHand­ball ist ge­fragt, ja so­gar ge­for­dert – und wur­de ge­gen

Is­land auch ge­zeigt, wes­halb Drux fest­stell­te, dass „viel ge­passt“ha­be. Schluss­mann Jo­han­nes Bit­ter, der nach fünf­ein­halb Jah­ren sein Come­back im DHB-Tri­kot gab, stimm­te zu. „Ich ha­be vie­le gu­te Din­ge ge­se­hen“, mein­te der Kee­per, der ei­ni­ge Pa­ra­den zeig­te und spür­bar sei­nen Spaß hat­te: „Die Na­tio­nal­hym­ne hier mit den Jungs Arm in Arm zu sin­gen ist auf je­den Fall schö­ner, als sie vor dem Fern­se­her zu sin­gen.“

Das dach­ten sich auch die De­bü­tan­ten Patrick Zie­ker und Da­vid Schmidt, de­nen Rück­raum­mann Fa­bi­an Böhm ei­nen „mu­ti­gen Auf­tritt“be­schei­nig­te. „Ich bin über­glück­lich“, sag­te der Stutt­gar­ter Schmidt, der bei den Rhein-Neckar Lö­wen aus­ge­bil­det wur­de, in der SAP Are­na sein je­weils ers­tes Spiel in Bun­des­li­ga und Cham­pi­ons Le­ague be­stritt und dort nun auch sei­ne Pre­mie­re im DHB-Tri­kot fei­er­te: „Für mich schließt sich der Kreis.“

Die Deut­schen of­fen­bar­ten pha­sen­wei­se die be­kann­ten Schwä­chen im Po­si­ti­ons­an­griff. Doch die fie­len an­ge­sichts der über wei­te Stre­cken star­ken Ab­wehr­ar­beit und der dar­aus re­sul­tie­ren­den To­re aus Kon­tern und der zwei­ten Wel­le kaum ins Ge­wicht.

„Wir hat­ten Pro­ble­me, Tref­fer aus dem Rück­raum zu er­zie­len. Der Ge­gen­stoß der Deut­schen hat uns dann er­le­digt“, er­kann­te Is­lands Trai­ner Gud­mun­dur Gud­munds­son an. Sät­ze wie die­se möch­te Prokop si­cher ganz ge­wiss auch ger­ne bei der EM von sei­nen Kol­le­gen hö­ren. Im Ide­al­fall stellt sich der 41Jäh­ri­ge das Spiel sei­ner Man­schaft so vor: stark ver­tei­di­gen, mu­tig kon­tern. Oder wie es Kreis­läu­fer Jan­nik Kohl­ba­cher aus­drück­te: „Schnell um­schal­ten und die ein­fa­chen To­re mit­neh­men.“Soll­te das bei der EM eben­falls kon­stant ge­lin­gen, kön­ne es „weit ge­hen“, mut­maß­te Ab­wehr-Ass Patrick Wi­encek.

Fo­to: ima­go images/Ca­me­ra 4

Zu­frie­den: Chris­ti­an Prokop.

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