Tipps für Um­gang mit der Schu­fa

Un­ter­neh­men prüft Zah­lungs­mo­ral der Bür­ger / Ex­per­te: Je­der hat Recht auf ei­ne kos­ten­lo­se Aus­kunft

Meppener Tagespost - - VORDERSEIT­E - Von An­net­te Jä­ger

Mit der Schu­fa kommt so gut wie je­der im Le­ben in Be­rüh­rung: Schätzt sie die Zah­lungs­fä­hig­keit als ge­ring ein, kann dar­an ein Kre­dit, ein Miet­ver­trag oder ein Mo­bil­funk­ver­trag schei­tern. Was Ver­brau­cher be­ach­ten soll­ten.

Die Schu­fa mischt über­all mit: Beim Kre­dit­an­trag, Han­dy­ver­trag oder An­mie­ten ei­ner Woh­nung. Stuft die Schu­fa die Zah­lungs­mo­ral des Kun­den als ne­ga­tiv ein, kön­nen Ver­trä­ge plat­zen. So wer­den Ver­brau­cher ne­ga­ti­ve Schu­faEin­trä­ge wie­der los.

So ar­bei­tet die Schu­fa: Bei je­der Kre­dit­an­fra­ge, bei je­dem Lea­sing­ver­trag, bei Gi­ro­kon­to­er­öff­nun­gen oder Re­gis­trie­run­gen bei Ver­sand­händ­lern greift die Schu­fa, die „Schutz­ge­mein­schaft für all­ge­mei­ne Kre­dit­si­che­rung“, Da­ten über den je­wei­li­gen Kun­den ab. Aus die­sen Da­ten er­mit­telt sie sei­ne Bo­ni­tät. Die­se Ein­schät­zung wie­der­um stellt sie den Un­ter­neh­men zur Ver­fü­gung, die der Schutz­ge­mein­schaft an­ge­hö­ren, zum Bei­spiel Ban­ken, Spar­kas­sen, Händ­lern, Te­le­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men oder Ener­gie­ver­sor­gern. Ne­ben der Schu­fa gibt es wei­te­re Aus­kunf­tei­en wie et­wa Cre­dit­re­form und Crif Bür­gel.

Bo­ni­tät: Die Schu­fa sam­melt po­si­ti­ve wie ne­ga­ti­ve Ein­trä­ge über die Zah­lungs­mo­ral von Ver­brau­chern. Dar­aus er­mit­telt sie ei­nen so­ge­nann­ten Sco­re, ei­nen Wahr­schein­lich­keits­wert, der aus­sa­gen soll, wie groß die Kre­dit­wür­dig­keit ist. „Wie sich der Sco­re zu­sam­men­setzt und wie Ban­ken dar­aus auf die Kre­dit­wür­dig­keit schlie­ßen, bleibt völ­lig un­klar. So­lan­ge der Sco­re po­si­tiv ist, bie­ten die An­bie­ter ih­re Ver­trä­ge rasch und un­kom­pli­ziert an“, er­klärt Niels Nau­hau­ser, Fi­nanz­ex­per­te der Ver­brau­cher­zen­tra­le Ba­den-Würt­tem­berg. Ne­ga­ti­ve Ein­trä­ge kön­nen je­doch ge­nau das Ge­gen­teil be­wir­ken: Ver­brau­cher er­hal­ten ei­nen Kre­dit nur zu schlech­ten Kon­di­tio­nen, die Bank ver­wei­gert ihn gänz­lich, oder auch ein Miet­ver­trag kommt nicht zu­stan­de.

Ne­ga­ti­ve Ein­trä­ge: Ver­brau­cher soll­ten ne­ga­ti­ve Schu­faEin­trä­ge ver­mei­den. Das heißt: Rech­nun­gen pünkt­lich be­zah­len, Kre­di­te ter­min­ge­recht til­gen, Kre­dit­li­ni­en nicht über­zie­hen. Un­güns­tig ist es, wenn Ver­brau­cher nach zwei Mah­nun­gen die Rech­nun­gen im­mer noch nicht be­zahlt ha­ben. Be­vor es al­ler­dings zum Schu­fa-Ein­trag kommt, muss der Gläu­bi­ger sei­nen Schuld­ner in­for­mie­ren. Auf­lis­tun­gen in öf­fent­li­chen Schuld­ner­ver­zeich­nis­sen schla­gen eben­so bei der Schu­fa auf. „Des­halb ist es wich­tig, dass Ver­brau­cher sich ge­gen un­be­rech­tig­te For­de­run­gen, et­wa von In­kas­so­bü­ros, recht­zei­tig zur Wehr set­zen“, sagt Nau­hau­ser. Die Ver­brau­cher­zen­tra­len un­ter­stüt­zen Be­trof­fe­ne mit ei­nem kos­ten­lo­sen On­li­ne-In­kas­so-Check.

Ein­trä­ge lö­schen: Die meis­ten Schu­fa-Ein­trä­ge wer­den nach drei Jah­ren wie­der ge­löscht. An­ge­mahn­te, aber schnell be­gli­che­ne Rech­nun­gen über Be­trä­ge, die un­ter 2000 Eu­ro lie­gen, kön­nen Ver­brau­cher vor­zei­tig lö­schen las­sen. Den Zah­lungs­nach­weis muss der Gläu­bi­ger bei der Schu­fa mel­den. Der Schu­fa un­ter­lau­fen beim Da­ten­sam­meln auch mal Feh­ler. Man­ches wird nicht ge­löscht, oder Ein­trä­ge wur­den irr­tüm­li­cher­wei­se der fal­schen Per­son zu­ge­wie­sen. „Ich kann je­den nur er­mun­tern, sich ei­ne kos­ten­freie Selbst­aus­kunft: Ei­ne kos­ten­lo­se Selbst­aus­kunft kön­nen Ver­brau­cher on­li­ne an­for­dern un­ter Pro­tec­ted link. „Sie soll­ten dar­auf ach­ten, auch tat­säch­lich die kos­ten­freie Aus­kunft an­zu­for­dern. Es gibt auch kos­ten­pflich­ti­ge An­ge­bo­te“, be­tont Nau­hau­ser. Die kos­ten­lo­se Va­ri­an­te nennt sich „Da­ten­ko­pie nach Ar­ti­kel 15 DS-GVO“. Bei Feh­lern soll­ten sich Ver­brau­cher di­rekt schrift­lich an die Schu­fa wen­den und die Feh­ler­kor­rek­tur ein­for­dern. Vie­le Ver­mie­ter ver­lan­gen ei­ne Schu­fa-Aus­kunft. Muss es schnell ge­hen, müs­sen Ver­brau­cher auf die spe­zi­el­le Schu­fa-Aus­kunft für den Ver­mie­ter für 29,95 Eu­ro zu­rück­grei­fen. Die kos­ten­lo­se Selbst­aus­kunft kann zwei bis drei Wo­chen Be­ar­bei­tungs­zeit be­an­spru­chen.

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Fo­to: dpa/Jens Kalaene

Man­che Ver­mie­ter for­dern ihn: ei­nen Nach­weis über die Bo­ni­tät.

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