Grü­nes Al­lein­stel­lungs­merk­mal

Meppener Tagespost - - POLITIK - Von To­bi­as Schmidt [email protected]

Raus aus der Öko-Ni­sche: Mit der Er­folgs­for­mel von Grü­nen-Chef Ro­bert Ha­beck zieht die han­sea­ti­sche Spit­zen­kan­di­da­tin Katharina Fe­ge­bank in den Ham­burg-Wahl­kampf, den wohl wich­tigs­ten po­li­ti­schen Stim­mungs­test des Jah­res. Of­fen statt dog­ma­tisch, macht­be­wusst statt mo­ra­lin­sau­er, gut ge­launt statt dün­kel­haft: Das Image hat sich Fe­ge­bank ge­zielt zu­ge­legt.

Bei der Wahl in sechs Wo­chen geht es für die Par­tei um mehr als die Ero­be­rung des Rat­hau­ses. Schafft die 42-Jäh­ri­ge die Sen­sa­ti­on und ent­reißt der SPD ei­ne ih­rer letz­ten Hoch­bur­gen, kann auch den Grü­nen im Bund ganz viel zu­ge­traut wer­den. Dann hät­ten es Ha­beck und An­na­le­na Ba­er­bock ge­schafft, den an­fäng­li­chen Hy­pe auf ei­ne sta­bi­le Ba­sis zu stel­len.

Mit der Ent­schei­dung, die Neu­jahrs­klau­sur an die El­be zu ver­le­gen und zur Start­ram­pe für den Ham­burg­Wahl­kampf zu ma­chen, zeigt die Dop­pel­spit­ze tak­ti­sches Ge­spür. Die Klau­sur­be­schlüs­se, mit de­nen der Kli­ma­schutz vom Han­di­cap zum Mo­tor der wirt­schaft­li­chen Trans­for­ma­ti­on ge­macht wer­den soll, tref­fen ei­nen Nerv. Und die Kampf­an­sa­ge an den Nied­rig­lohn­sek­tor ist ein ge­schick­ter Vor­stoß tief ins SPD-Ter­ri­to­ri­um.

Der Auf­takt ins Jahr ist den Grü­nen auch des­halb so gut ge­lun­gen, weil sie ge­schlos­sen vor­an­schrei­ten. Ge­gen­über Uni­on, SPD und FDP ist das zur­zeit ein Al­lein­stel­lungs­merk­mal.

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