Uto­pisch

Meppener Tagespost - - VORDERSEIT­E - Von Uwe West­dörp u.west­do­[email protected]

Die neu ent­flamm­te Dis­kus­si­on um die Vier-Ta­ge-Wo­che ist po­pu­lär, aber of­fen­sicht­lich ver­früht. Denn noch ist nicht ab­seh­bar, wie stark sich die ra­sant fort­schrei­ten­de Di­gi­ta­li­sie­rung so­wie die Trans­for­ma­ti­on gan­zer In­dus­trie­sek­to­ren am En­de auf den Ar­beits­markt aus­wir­ken wer­den.

Si­cher ist nur eins: Nichts wird blei­ben, wie es ist. Schon jetzt be­herr­schen Ro­bo­ter und Au­to­ma­ten gan­ze Fa­b­rik­hal­len. Und die di­gi­ta­le Ver­net­zung der Pro­duk­ti­on hat ge­ra­de erst be­gon­nen. Das heißt: Mil­lio­nen von Jobs wer­den weg­fal­len, an­de­re an ih­re Stel­le tre­ten. Wir le­ben in ei­ner Zeit der Um­brü­che und Ex­pe­ri­men­te, in der neue Di­enst­leis­tun­gen ge­tes­tet wer­den, in der weg­wei­sen­de Pro­duk­te auf den Markt kom­men – und in der sich auch Art, Ort und Zeit der Ar­beit ver­än­dern. Die Di­gi­ta­li­sie­rung wirkt über­all – bis hin­ein ins hei­mi­sche Ar­beits­zim­mer, sie­he das Bei­spiel Ho­me­of­fice.

Wer ge­nau Ge­win­ner und wer Ver­lie­rer die­ser Entwicklun­g sein wird, steht in den Ster­nen. Auch ist noch lan­ge nicht si­cher, dass al­le Men­schen künf­tig von we­ni­ger Ar­beit wer­den le­ben kön­nen. Schließ­lich sind die jetzt mas­sen­haft ent­ste­hen­den Di­enst­leis­tungs­jobs oft schlecht be­zahlt. Ei­ne Vier-Ta­ge-Wo­che für al­le wird des­halb vor­erst Uto­pie blei­ben. Statt­des­sen braucht es vie­le fle­xi­ble Ar­beits­zeit­lö­sun­gen, je nach Bran­che und Markt­la­ge.

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