Wie weit ist das au­to­no­me Fah­ren?

Das fah­rer­lo­se Au­to als Ziel: Nie­der­sach­sen er­öff­net Test­stre­cke bei Braun­schweig

Meppener Tagespost - - NORDWEST -

Die Au­tos der Zu­kunft sol­len nicht nur sau­be­rer sein, son­dern mög­lichst auch si­che­rer und ef­fi­zi­en­ter. Da­bei spielt au­to­ma­ti­sier­tes und ver­netz­tes Fah­ren ei­ne we­sent­li­che Rol­le. In Nie­der­sach­sen wur­de ges­tern be­reits die 14. Test­stre­cke of­fi­zi­ell er­öff­net.

Wie weit ist das au­to­no­me Fah­ren? Es gibt Er­fol­ge bei For­schung und Ent­wick­lung. Selbst­fah­ren­de Au­tos mit Tech­nik von Bosch und Daim­ler sind be­reits test­wei­se in den USA un­ter­wegs. Die bei­den Un­ter­neh­men er­pro­ben dort seit En­de des ver­gan­ge­nen Jah­res ei­nen Mit­fahr­ser­vice. To­yo­ta hat ge­ra­de an­ge­kün­digt, ei­ne ex­pe­ri­men­tel­le Stadt der Zu­kunft in Ja­pan bau­en zu wol­len, um Tech­no­lo­gi­en wie das au­to­no­me Fah­ren ver­stärkt in rea­len Um­ge­bun­gen zu tes­ten. Der ADAC er­war­tet aber, dass erst nach 2040 in grö­ße­rer Zahl Au­tos an­ge­bo­ten wer­den, die völ­lig au­to­nom von Tür zu Tür kom­men, al­so auch auf Land­stra­ßen kei­nen Fah­rer mehr be­nö­ti­gen.

Wo steht die Ent­wick­lung? Vie­les dreht sich der­zeit um die Vor­stu­fen zum au­to­no­men Fah­ren. Da­bei wer­den die Le­vel oft in der Rei­hen­fol­ge as­sis­tier­tes, teil­au­to­ma­ti­sier­tes, hoch­au­to­ma­ti­sier­tes und voll au­to­ma­ti­sier­tes Fah­ren be­schrie­ben. In den ers­ten bei­den Stu­fen be­herrscht der Fah­rer sein Au­to stän­dig, erst beim drit­ten Le­vel darf er sich vor­über­ge­hend von Fahr­auf­ga­be und Ver­kehr ab­wen­den. Erst auf der nächs­ten Stu­fe kann der Fah­rer die Fahr­zeug­füh­rung

kom­plett ab­ge­ben und wird zum Pas­sa­gier. Laut ADAC sind as­sis­tier­te Fahr­funk­tio­nen der­zeit der Stand der Tech­nik.

Was pas­siert auf Test­stre­cken? Mit ei­nem neu­en Test­feld in Nie­der­sach­sen gibt es mitt­ler­wei­le 14 Pro­be­stre­cken für ver­netz­te und au­to­ma­ti­sier­te Fahr­zeu­ge in Deutsch­land. Ent­spre­chen­de Sys­te­me wer­den et­wa auf dem Di­gi­ta­len Test­feld Au­to­bahn 9 in Bay­ern er­forscht und ent­wi­ckelt. In Ham­burg sieht ein

Test­stre­cken-Pro­jekt vor, Am­peln und ei­ne Brü­cke so aus­zu­stat­ten, dass sie In­for­ma­tio­nen an Fahr­zeu­ge sen­den kön­nen. Im Ber­li­ner Stadt­ver­kehr wur­de ei­ne 3,6 Ki­lo­me­ter lan­ge Stre­cke zwi­schen Bran­den­bur­ger Tor und Ernst-Reu­terPlatz mit Tech­nik aus­ge­rüs­tet. Dort sol­len künf­tig auch Test­wa­gen un­ter­wegs sein, die von Com­pu­tern ge­fah­ren wer­den und in de­nen ein Mensch nur noch zur Kon­trol­le sitzt.

In Nie­der­sach­sen neh­men Wis­sen­schaft­ler künf­tig spe­zi­el­le Si­tua­tio­nen wie Stau­en­den,

Ein­fä­del­si­tua­tio­nen und Über­hol­ma­nö­ver ge­nau­er un­ter die Lu­pe. Bei der Er­öff­nung kün­dig­te der Ver­kehrs­mi­nis­ter des Lan­des, Bernd Al­t­hus­mann (CDU), an, dass das Land die Fe­der­füh­rung für al­le Test­fel­der in Deutsch­land über­neh­men wol­le.

Wel­che Pro­ble­me gibt es? Vor al­lem recht­li­che Aspek­te sind zu klä­ren. So for­dert et­wa der ADAC, dass die Sys­te­me min­des­tens so si­cher sein müs­sen wie ein Durch­schnitts­fah­rer. De­bat­ten un­ter Ver­si­che­rern und Ethi­kern, die Ent­schei­dun­gen bei Un­fäl­len ana­ly­sie­ren, ha­ben aber erst be­gon­nen. Da­zu kommt der Un­ter­schied zwi­schen Stadt und Land. So wur­de ein Mo­dell­pro­jekt, das ge­ra­de in Osnabrück ge­tes­tet wird, in Meck­len­burg-Vor­pom­mern vor­erst ge­stoppt, weil die Tech­nik auf dem Land nicht funk­tio­niert. In Osnabrück tes­ten die Stadt­wer­ke ei­nen klei­nen au­to­nom fah­ren­den Bus. Das Fahr­zeug ver­wen­det ei­ne Sen­so­rik, die an den Stra­ßen­rän­dern Ge­bäu­de „zum Ab­tas­ten“braucht.

Fo­to: dpa/Ju­li­an Stra­ten­schul­te

Fahr­ver­hal­ten auf dem Prüf­stand: Auf ei­nem Mo­ni­tor ist zu se­hen, wie Au­tos und Lkw er­fasst wer­den.

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