Öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr stär­ken und Fahr­ge­mein­schaf­ten bil­den

Meppener Tagespost - - DIALOG -

Zum Ar­ti­kel „Teu­re­re Stell­plät­ze für Bes­ser­ver­die­ner?“(Aus­ga­be vom 3. Ja­nu­ar).

„[…] An­ge­sichts des dra­ma­ti­schen Zu­stands der Um­welt be­steht Hand­lungs­be­darf für je­den Bür­ger. Ein­falls­reich­tum und Krea­ti­vi­tät sind er­for­der­lich. Ei­ni­ge Re­gio­nen in­ner­halb Deutsch­lands ha­ben schon ,Pio­nier­diens­te‘ ge­leis­tet. Hier ei­ni­ge Bei­spie­le: Ziel ei­ner je­den Stadt soll­ten we­ni­ger Au­tos sein statt mehr. Nicht we­ni­ger Mo­bi­li­tät, aber ei­ne an­de­re. Und die­se Wen­de er­rei­chen wir nur, in­dem wir un­se­ren Le­bens­stil/All­tags­ver­hal­ten, die zu ei­nem Ri­tu­al ge­wor­den sind, ver­än­dern. Wenn die Bun­des­re­gie­rung Fahr­ver­bo­te ver­hin­dern will, soll­te sie al­so auch Staus auf der Au­to­bahn ein­däm­men, in­dem sie et­wa den öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr und Fahr­ge­mein­schaf­ten stärkt. Zu­dem braucht es mehr Gü­ter­ver­kehr auf der Schie­ne und mehr um­welt­freund­lich an­ge­trie­be­ne Lkws. Die Po­li­tik soll­te die Ur­sa­chen der Ver­schmut­zung be­kämp­fen, statt den Grenz­wert für Fahr­ver­bo­te hoch­zu­set­zen. […]

Bei­spiel Mo­dell Mün­chen: ,In Mün­chen hat sich ei­ne Initia­ti­ve ge­grün­det »Bünd­nis Ra­dent­scheid« – sie en­ga­giert sich für ei­nen ent­schlos­se­nen Aus­bau des Mün­che­ner Rad­net­zes. Bei ih­ren Re­cher­chen ha­ben sie auch Rad­fah­rer aus der volks­wirt­schaft­li­chen Per­spek­ti­ve be­trach­tet, und so schnei­det der Rad­fah­rer bes­ser als der Au­to­fah­rer ab. Bei der rei­nen ex­ter­nen Be­rech­nung be­tra­gen die Kos­ten für je­de Tour mit dem Au­to 36 Cent, mit dem Fahr­rad kommt man auf 10,5 Cent, Bus/Bahn auf 4,4 Cent. Und die »ei­ge­ne Schuh­soh­le« auf 2,5 Cent.‘ Weil ,Zu-Fuß-Lau­fen‘ so bil­lig ist, kommt viel­leicht so man­cher Osnabrücke­r auf die Idee, mehr zu Fuß zu lau­fen, denn be­we­gen heißt le­ben, und wir Osnabrücke­r er­le­ben es bald, wie Ein­kau­fen als Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer zu ei­nem Ver­gnü­gen wird – die Au­tos sind weit­ge­hend aus der Stadt ver­schwun­den – die Stadt wird oh­ne Au­to wie­der zum so­zia­len Raum.“

Bo­do Schwarz­kopf Osnabrück

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