Fall Lüb­cke: Neue Aus­sa­ge wirft Fra­ge nach Hel­fern auf

Meppener Tagespost - - POLITIK -

Durch das neue Ge­ständ­nis des Haupt­ver­däch­ti­gen im Mord­fall Lüb­cke füh­len sich Po­li­ti­ker be­stä­tigt, die hin­ter dem At­ten­tat ei­ne rechts­ex­tre­mis­ti­sche Grup­pe ver­mu­ten. Die An­ga­ben von Ste­phan E. über ei­nen zwei­ten Tä­ter sei­en „hoch­bri­sant“, sag­te der FDP-In­nen­po­li­ti­ker Ben­ja­min Stras­ser.

„Zum ei­nen steht der Vor­wurf der Bil­dung ei­ner ter­ro­ris­ti­schen Ver­ei­ni­gung im Raum“, sag­te der Ab­ge­ord­ne­te. Zum an­de­ren ha­be es be­reits bei der Mord­se­rie der Ter­ror­grup­pe „Na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Un­ter­grund“(NSU) Hin­wei­se auf mög­li­che Hel­fer und Mit­wis­ser aus der Kas­se­ler Neo­na­zi­sze­ne ge­ge­ben. Der Ge­ne­ral­bun­des­an­walt müs­se nun al­le NSU-Ak­ten „auf links dre­hen“.

Der Kas­se­ler Re­gie­rungs­prä­si­dent Wal­ter Lüb­cke war im Ju­ni 2019 mit ei­nem Kopf­schuss ge­tö­tet wor­den. Der frü­her als Neo­na­zi be­kann­te Ste­phan E. soll nach bis­he­ri­gen Er­mitt­lun­gen der Schüt­ze sein. Bis­her gibt es kei­ne Be­le­ge für die An­we­sen­heit ei­nes wei­te­ren Man­nes am Tat­ort.

Ste­phan E. leg­te ein Ge­ständ­nis ab, das er spä­ter aber wi­der­rief. Am Mitt­woch er­klär­te sein An­walt nun, Ste­phan E. sei ge­mein­sam mit Mar­kus H. bei Lüb­cke ge­we­sen. Ge­gen H. wird bis­her we­gen des Ver­dachts der Bei­hil­fe zum Mord er­mit­telt. Der An­walt sag­te, sein Man­dant ge­he da­von aus, dass H. den Schuss nach ih­rem Streit mit Lüb­cke ver­se­hent­lich ab­ge­ge­ben ha­be. Ste­phan E. ha­be mit sei­nem Ge­ständ­nis Mar­kus H. schüt­zen wol­len – ihm sei­en da­für Schutz und fi­nan­zi­el­le Vor­tei­le ver­spro­chen wor­den.

Dass Mar­kus H. eben­falls am Tat­ort ge­we­sen sein könn­te, sei an­ge­sichts des en­gen Ver­hält­nis­ses der Män­ner nicht un­wahr­schein­lich, so der Ob­mann der Uni­on im In­nen­aus­schuss, Ar­min Schus­ter. Die Er­mitt­lun­gen hät­ten er­ge­ben, dass H. der rechts­ex­tre­mis­ti­sche Den­ker war und E. eher das Werk­zeug. Bei den neu­en An­ga­ben zum Ta­ther­gang se­he er da­ge­gen „ein er­heb­li­ches Glaub­wür­dig­keits­pro­blem“, so Schus­ter. Denn dies sei „ei­ne Aus­sa­ge, die bei­de stark ent­las­tet“.

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