Falsch­geld auch im Ems­lad

Meppener Tagespost - - NACHBARSCH­AFT -

Wer glaubt, Falsch­geld sei nur in gro­ßen Städ­ten im Um­lauf, der irrt: Auch im nörd­li­chen Ems­land gab es in den ver­gan­ge­nen Wo­chen Fäl­le, in de­nen „Blü­ten“in Um­lauf ge­bracht wur­den. Al­lein das Ta­xi-Un­ter­neh­men Hit­ax aus Pa­pen­burg war drei­mal be­trof­fen.

„Al­le drei Fäl­le ha­ben sich in der Ad­vents­zeit er­eig­net. In al­len drei Fäl­len ha­ben die Fahr­ten am Weih­nachts­markt in Leer be­gon­nen, und es wur­de im­mer mit ei­nem fal­schen 20-Eu­ro-Schein be­zahlt“, be­rich­tet Ge­schäfts­füh­rer Andre­as Hil­le­brand auf An­fra­ge un­se­rer Re­dak­ti­on. In ei­nem Fall konn­te ein Zu­sam­men­hang mit ei­nem Mit­fah­rer her­ge­stellt wer­den, die ent­spre­chen­de Ziel­adres­se der Fahrt sei der Po­li­zei mit­ge­teilt wor­den.

Be­reits in der Weih­nachts­zeit 2018 sei Hit­ax von Falsch­geld be­trof­fen ge­we­sen, be­rich­tet der Ge­schäfts­füh­rer. Schon da­mals sei­en die Fah­rer sen­si­bi­li­siert wor­den, sich je­den Geld­schein ge­nau an­zu­se­hen. „Die Weih­nachts­märk­te, in de­nen es oft dun­kel und tru­be­lig an den Bu­den zu­geht, schei­nen ja da­zu ein­zu­la­den, Blü­ten in Um­lauf zu brin­gen“, sagt der Hit­ax-Mit­ar­bei­ter. Den­noch sei das Falsch­geld leicht zu er­ken­nen. „Es wird auf stink­nor­ma­lem Pa­pier ge­druckt, oh­ne glän­zen­de Ele­men­te. Au­ßer­dem ist auf der Rück­sei­te ,co­py‘ zu le­sen“, be­rich­tet Hil­le­brand. Die Se­ri­en­num­mer sei in al­len drei Fäl­len iden­tisch ge­we­sen.

Bei ei­nem Aus­tausch mit an­de­ren Ta­xi­un­ter­neh­mern in so­zia­len Me­di­en hat der Hit­ax-Ge­schäfts­füh­rer er­fah­ren, dass das Falsch­geld re­la­tiv ein­fach im In­ter­net zu be­stel­len sei. An­ge­prie­sen wird es auf dem Por­tal als „Lern­bank­no­ten“oder als Uten­sil für Film­pro­duk­tio­nen. 20 Schei­ne wer­den zum Preis von zwei Eu­ro an­ge­bo­ten. Fi­nan­zi­ell hal­te sich der Scha­den für Hit­ax in ei­nem über­schau­ba­ren Rah­men, den­noch sei je­der Fall „är­ger­lich“, be­tont Hil­le­brand.

Lan­des­weit sind nach An­ga­ben des Lan­des­kri­mi­nal­am­tes (LKA) im Jahr 2019 rund 5000 „Blü­ten“si­cher­ge­stellt wor­den. Ak­tu­ell geht die Er­mitt­lungs­be­hör­de da­von aus, dass in Nie­der­sach­sen 2019 ähn­lich oft Falsch­geld si­cher­ge­stellt wur­de wie im Jahr da­vor. 2018 wur­den lan­des­weit 5136 Fäl­le re­gis­triert.

Zu den kon­kre­ten Zah­len für die Re­gi­on heißt es von LKA-Spre­che­rin Ne­vin Ay­y­il­diz, dass im Be­reich der Po­li­zei­in­spek­ti­on (PI) Ems­land/Graf­schaft Bent­heim2018 ins­ge­samt 180 Fäl­le re­gis­triert wur­den, bei de­nen es Er­mitt­lun­gen zu Falsch­geld gab.

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