Es fehlt der Kopf

Meppener Tagespost - - POLITIK - Von Uwe West­dörp u.west­do­[email protected]

Welch kras­ser Kon­trast: Die Grü­nen fei­ern 40. Ge­burts­tag und ei­len von Er­folg zu Er­folg. In Ham­burg könn­ten sie bald die Re­gie­rungs­che­fin stel­len. Und sie über­le­gen auch schon, wer für sie ins Kanz­ler­amt ein­zie­hen könn­te. Die tra­di­ti­ons­rei­che SPD muss sich da­ge­gen – in der Wäh­ler­gunst weit ab­ge­schla­gen – über Kanz­ler­kan­di­da­ten vor­erst kei­ne Ge­dan­ken ma­chen. Sie liegt dar­nie­der, und Bes­se­rung ist nicht in Sicht.

Auch das neue Duo an der Par­tei­spit­ze weckt in die­ser Hin­sicht kei­ne Hoff­nun­gen. Im Ge­gen­teil: Von Sas­kia Es­ken und Norbert Wal­ter-Bor­jans ge­hen eher ir­ri­tie­ren­de Si­gna­le aus. So prä­sen­tie­ren sie ver­wir­rend vie­le Ein­zel­vor­schlä­ge. Und die sto­ßen nicht ein­mal in den ei­ge­nen Rei­hen auf Be­geis­te­rung. Ein neu­es Leit­mo­tiv? Fehl­an­zei­ge.

Die ak­tu­el­le SPD-Zwi­schen­bi­lanz fällt da­mit bit­ter aus: Mehr als 150 Jah­re – und kein biss­chen wei­se.

Erst woll­ten sie nicht rein in die Gro­ko, dann ta­ten sie es doch, dann woll­ten vie­le wie­der raus, nun blei­ben sie erst mal drin. Wie so viel Wan­kel­mut Ver­trau­en er­we­cken soll, bleibt rät­sel­haft.

Po­si­tiv ge­wen­det, kann man na­tür­lich be­haup­ten, die Par­tei sei in „putz­mun­te­rer Ver­fas­sung“. Tat­säch­lich ver­fügt sie auch über ei­ne Rei­he streit­ba­rer Ta­len­te. Al­lein: Es fehlt der stra­te­gi­sche Kopf an der Spit­ze, der ei­nen kla­ren Kurs vor­gibt und es ver­steht, die Ge­nos­sen hin­ter sich zu ver­sam­meln.

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