Wer war Jo­hann Bern­hard Hen­sen aus Sö­gel?

Vor 150 Jah­ren starb der Dom­bau­meis­ter vom Hümm­ling / Zahl­rei­che Bau­ten in der Re­gi­on

Meppener Tagespost - - NACHBARSCH­AFT - Von Her­mann-Jo­sef Döb­ber

Der To­des­tag des Ar­chi­tek­ten, Kir­chen- und Dom­bau­meis­ters Jo­hann Bern­hard Hen­sen jährt sich am 12. Ja­nu­ar zum 150. Mal. Sei­ne Hei­mat­ge­mein­de Sö­gel er­in­nert bis heu­te an ih­ren be­rühm­tes­ten Sohn.

Der Sö­ge­ler mach­te sich in sei­nem kur­zen, aber er­eig­nis­rei­chen Le­ben als Kir­chen­bau­er ei­nen Na­men. Er hin­ter­ließ vor al­lem in den Re­gio­nen Ems­land, Os­na­brück und Ol­den­bur­ger Land sei­ne Spu­ren. Die Er­in­ne­rung an ihn, der für die Bi­stü­mer Os­na­brück und Müns­ter et­wa 30 Kir­chen und et­li­che Prof­an­bau­ten wie Schu­len, Pfarr­häu­ser und Kran­ken­häu­ser kon­zi­pier­te und bau­te, wird in sei­nem Ge­burts­ort im Orts­zen­trum mit dem Jo­hann-Bern­hard-Hen­sen-Weg und ei­nem Denk­mal wach­ge­hal­ten. Nicht oh­ne Grund: Hen­sen gilt ne­ben dem Apo­the­ker, Schrift­stel­ler und Hei­mat­dich­ter Al­bert Traut­mann (1867–1920) und dem Pries­ter, Rek­tor und Schrift­stel­ler Bern­hard Kös­ter aus Lahn (1869–1944) als be­deu­tends­te Per­sön­lich­kei­ten des Hümm­lings.

1828 in Sö­gel ge­bo­ren

Hen­sen wur­de am 5. Sep­tem­ber 1828 in Sö­gel ge­bo­ren. In dem 1482 er­rich­te­ten und 1864 ab­ge­ris­se­nen Vor­gän­ger­bau „Wa­cker-Kir­che“war Hen­sen noch am Ta­ge sei­ner Ge­burt über dem ro­ma­ni­schen Tauf­be­cken von 1180 von Pfar­rer Ger­har­dHein­rich Kerk­hoff (1811– 1830) ge­tauft wor­den.

Der Sö­ge­ler war das sechs­te von acht Kin­dern des Köt­ters – so der Ein­trag im Kir­chen­buch – und Ge­mein­de­vor­ste­hers Her­mann Hen­rich Hen­sen (* 1790) und des­sen Ehe­frau Mar­ga­re­tha, ge­bo­re­ne Schle­per. „Nach dem

Schul­be­such er­lern­te er bald das Mau­rer­hand­werk“, schreibt der ehe­ma­li­ge Sö­ge­ler Pfar­rer Franz Gro­teschul­te in sei­nem 1991 her­aus­ge­ge­be­nen Buch „Die Ja­ko­bus-Kir­che von Sö­gel – 1200 Jah­re Kir­chen- und Orts­ge­schich­te“. Wei­ter ist dar­in zu er­fah­ren: Zwi­schen­durch ar­bei­te­te Hen­sen auch als Zim­mer­mann beim Müh­len­bau­er Stef­fen Dier­kes in

Hü­ven, weil sich in die­sem Be­rufs­zweig mehr Geld ver­die­nen lie­ße. Von dem Er­spar­ten ha­be der „flei­ßi­ge Jun­ge“dann Zei­chen­un­ter­richt ge­nom­men und 1857 beim Amt Haselünne die Prü­fung als Mau­rer- und Zim­merer­meis­ter mit Aus­zeich­nung be­stan­den.

Der Clop­pen­bur­ger Hei­mat­for­scher Wal­ter Klop­pen­burg (1905–1973) schrieb setz­te sich Jo­hann Bern­hard Hen­sen durch den Bau der ka­tho­li­schen St.-Ja­ko­bus-Kir­che ein blei­ben­des An­den­ken. In der Orts­mit­te von Sö­gel wur­de Jo­hann Bern­hard Hen­sen zum Na­mens­ge­ber ei­nes We­ges, der von der Ul­men­stra­ße zum Hei­mat­haus führt. 1967 in ei­nem Bei­trag im Jahr­buch des Ems­län­di­schen Hei­mat­bun­des, dass der Sö­ge­ler, als der Neu­bau ei­ner Kir­che im knapp 18 Ki­lo­me­ter ent­fern­ten Wach­tum aus­ge­schrie­ben wur­de, ei­nen Plan ein­ge­reicht ha­be. Die­ser, schreibt Klop­pen­burg wei­ter, ha­be An­klang ge­fun­den, wo­durch die Bi­schöf­li­che Be­hör­de auf ihn auf­merk­sam wur­de. Hen­sen ha­be dann auf Ver­an­las­sung und mit­hil­fe des Bi­schofs in den Jah­ren 1858 bis 1860 an der Po­ly­tech­ni­schen Hoch­schu­le Hannover stu­diert.

Das ers­te von Hen­sen ent­wor­fe­ne Got­tes­haus ist im neu­ro­ma­ni­schen Stil er­rich­tet wor­den. Al­le an­de­ren ent­stan­den im Stil der Neu­go­tik. Maß­geb­lich hat der Sö­ge­ler zwi­schen 1856 und 1870 auch an der Re­stau­rie­rung der

In sei­nem Ge­burts­ort Sö­gel

Fo­tos: Her­mann-Jo­sef Döb­ber/Fo­rum Sö­gel

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