„Kü­ken­tö­ten bis En­de 2021 be­en­den“

Meppener Tagespost - - VORDERSEIT­E -

OS­NA­BRÜCK Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Ju­lia Klöck­ner hält an ih­rem Ziel fest, das mil­lio­nen­fa­che Ver­ga­sen männ­li­cher Kü­ken im kom­men­den Jahr zu be­en­den. Im In­ter­view mit un­se­rer Re­dak­ti­on sag­te die CDUPo­li­ti­ke­rin: „Mit gro­ßer An­stren­gung kann es uns ge­lin­gen, bis En­de 2021 aus dem Kü­ken­tö­ten aus­zu­stei­gen. Deutsch­land wird dann welt­weit das ers­te Land sein, das die­se Pra­xis be­en­det.“Heu­te trifft sich Klöck­ner in Ber­lin mit ih­rem fran­zö­si­schen Amts­kol­le­gen Di­dier Guil­lau­me, um über das The­ma zu spre­chen.

Die stell­ver­tre­ten­de CDU-Vor­sit­zen­de Sil­via Bre­her hat die Uni­on auf­ge­ru­fen, den Land­wir­ten wie­der ei­ne Zu­kunfts­per­spek­ti­ve zu bie­ten. Denn der Uni­on lie­fen die Bau­ern da­von. „Ja, wir ha­ben Kün­di­gun­gen von Land­wir­ten und gro­ßes Un­ver­ständ­nis – und vor al­len Din­gen ver­lie­ren wir die jun­gen Land­wir­te“, sag­te Bre­her mit Blick auf die am Frei­tag be­gin­nen­de Grü­ne Wo­che in Ber­lin. Sie füg­te hin­zu: „Die jün­ge­ren (Land­wir­te) sind da deut­lich und ganz klar un­ter­wegs: Es geht ih­nen um ih­re Zu­kunft. Und die se­hen sie zur­zeit nicht.“

Auf die Fra­ge, ob die Uni­on die Ent­wick­lung zu spät er­kannt ha­be, sag­te die CDUAb­ge­ord­ne­te aus dem Wahl­kreis Clop­pen­burg-Vech­ta: „Nein, aber die Uni­on re­giert schlicht­weg nicht al­lei­ne. Und auch in­ner­halb der Uni­on gibt es un­ter­schied­li­che Schwer­punk­te.“Es ge­be bei CDU und CSU nicht mehr Hun­der­te Ab­ge­ord­ne­te auf al­len po­li­ti­schen Ebe­nen, die ei­nen land­wirt­schaft­li­chen Hin­ter­grund hät­ten.

„Stän­di­ge Ve­rän­de­rung“

„Land­wir­te sind durch­aus be­reit, sich zu ver­än­dern. Das tun sie je­den Tag und nicht erst seit heu­te“, ver­si­cher­te Bre­her, die Mit­glied im Agrar­aus­schuss im Bun­des­tag ist. Land­wirt­schaft ent­wick­le sich stän­dig po­si­tiv wei­ter. „Nur, das krie­gen sie nicht mehr ver­kauft.“Sie ha­be den Ein­druck, dass die Men­schen kei­ne Chan­ce hät­ten, den Wan­del der Bran­che mit­zu­be­kom­men, weil Land­wirt­schaft viel zu we­nig wahr­ge­nom­men wer­de.

Man kön­ne dem Ver­brau­cher kei­nen Vor­wurf ma­chen, wenn er auf Lock­an­ge­bo­te wie „Un­ser Fleisch ist su­per güns­tig, und au­ßer­dem küm­mern wir uns ums Tier­wohl“re­agie­re und güns­tig ein­kau­fe, räum­te die CDUVi­ze­che­fin ein. Der Land­wirt kön­ne je­doch „we­der da­mit noch da­von le­ben“.

Bei den jüngs­ten gro­ßen Bau­ern­de­mons­tra­tio­nen war un­ter an­de­rem die Be­fürch­tung der Land­wirt­schaft zu spü­ren ge­we­sen, nicht mehr in der Mit­te der Ge­sell­schaft zu ste­hen, son­dern am Ran­de. An­lass da­für war zu­letzt der Streit um die Dün­ge­mit­tel­ver­ord­nung.

Fo­to: dpa

Sil­via Bre­her

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