Je­der Ver­kehrs­to­te ein To­ter zu viel

Meppener Tagespost - - DIALOG -

Zum Le­ser­brief von Stef­fen und Chris­ti­na Grü­ner „Ist es ty­pisch deutsch oder ein­fach nur dumm?“(Aus­ga­be vom 7. Ja­nu­ar) mit Be­zug auf den Ar­ti­kel „Gro­ko strei­tet übers Tem­po­li­mit“(Aus­ga­be vom 27. De­zem­ber).

„[…] Es gibt ge­nü­gend Stu­di­en, die ei­nen Rück­gang an Un­fäl­len, Ver­letz­ten und Ver­kehrs­to­ten be­stä­ti­gen. Ein Bei­spiel: Bran­den­burg. Dort war ein 62 Ki­lo­me­ter lan­ger Ab­schnitt der A 24 zwi­schen den bei­den Au­to­bahn­drei­ecken Witt­s­tock/Dos­se und Ha­vel­land bis De­zem­ber 2002 noch oh­ne Tem­po­li­mit. Da­nach wur­de ei­ne Ge­schwin­dig­keits­be­gren­zung von 130 km/h ein­ge­führt, und die Aus­wir­kun­gen wur­den ana­ly­siert.

Die Zahl der Un­fäl­le hal­bier­te sich an­schlie­ßend, von 654 Un­fäl­len in drei Jah­ren oh­ne Tem­po­li­mit auf 337 Un­fäl­le in drei Jah­ren mit 130 km/h.

Be­mer­kens­wert ist vor al­lem die Ent­wick­lung der Ver­letz­ten­zah­len: So wur­den von 1996 bis 2002 bei Un­fäl­len auf die­sem Au­to­bahn­ab­schnitt 1850 Men­schen ver­letzt – im glei­chen Zei­t­raum nach der Ein­füh­rung der 130 km/h sank die Zahl um mehr als die Hälf­te auf 799 Ver­letz­te. Seit der Be­schrän­kung auf 130 km/h im Jahr 2003 hal­bier­te sich die Zahl der To­ten auf 19.

Auch wenn es mehr To­te im häus­li­chen Um­feld gibt, wie der Le­ser­brief ar­gu­men­tiert, ist je­der Ver­kehrs­to­te durch zu ho­he Ge­schwin­dig­keit ein To­ter zu viel. Oder zählt ein ein­zi­ges Men­schen­le­ben nicht? […]“

Bir­git En­gel­brecht Bad Iburg

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