Die Qua­li­tät des Teams setzt Gren­zen

Meppener Tagespost - - SPORT - Von Marc Ste­ver­müer

Am Tag nach dem De­ba­kel kehr­te die Zu­ver­sicht zu­rück. „Ich glau­be an die­se Mann­schaft“, sag­te Bun­des­trai­ner Christian Prokop am Sonn­tag, nach­dem sein Team kei­ne 24 St­un­den zu­vor im zwei­ten EM-Spiel mit 26:33 ge­gen Spa­ni­en ver­lo­ren hat­te und in der letz­ten Vor­run­den­par­tie heu­te (18.15 Uhr/ZDF) ge­gen Lett­land nur mit ei­nem Sieg si­cher in der Haupt­run­de steht. Die­ser Par­tie gilt der Fo­kus, wenn­gleich es auch noch et­was auf­zu­ar­bei­ten galt.

Denn es war ja nicht nur ein schlim­mer, son­dern auch ein lehr­rei­cher Sams­tag für die Deut­schen, de­nen die ei­ge­nen Pro­ble­me zwar be­kannt sind – aber solch ei­ne scho­ckie­ren­de Be­geg­nung mit der Rea­li­tät hat­ten sie dann doch nicht er­war­tet. Was da auf dem Feld pas­sier­te, sah we­ni­ger nach ei­ner An­ein­an­der­rei­hung von un­glück­li­chen Um­stän­den aus als hier und da nach Qua­li­täts­pro­ble­men. Und wenn man ehr­lich ist: Et­was an­de­res hät­te ja auch über­rascht, wenn auf der Mit­te und der halb rech­ten Po­si­ti­on aus Ver­let­zungs­grün­den teil­wei­se der Er­satz vom Er­satz vom Er­satz ran­muss.

„Uns wur­den Gren­zen auf­ge­zeigt“, stell­te Prokop fest. Ihm feh­len ein paar Stars – es war klar, dass es ge­gen die star­ken Ibe­rer die we­nig ver­blie­be­nen Eta­blier­ten im Rück­raum wür­den rich­ten müs­sen. Doch Kai Häf­ner agier­te un­glück­lich, Paul Drux stand ne­ben sich, und Ju­li­us Kühn durf­te über­ra­schen­der­wei­se nur spo­ra­disch ran. Fa­bi­an Böhm er­hielt den Vor­zug – und ge­hör­te schnell zu je­nen Spie­lern, de­nen Gren­zen auf­ge­zeigt wur­den.

Sei­ne Ball­ver­lus­te und auch die von Drux hat­ten et­was von ei­ner Sa­bo­ta­ge der ei­ge­nen Tak­tik, die stim­mig ge­we­sen sein soll. „Der Plan war gut, aber wir ha­ben ihn nicht um­ge­setzt“, gab Böhm zu. Und Tor­wart Andre­as Wolff sag­te: „Der Trai­ner macht sei­nen Job gut.“

Kei­ne Fra­ge: Die Spie­ler stell­ten sich vor ih­ren Coach, um erst gar nicht wie­der die Dis­kus­sio­nen von 2018 auf­kom­men zu las­sen, als die EM im Cha­os en­de­te und die Mann­schaft in sich zer­fiel. Mo­men­tan gibt es auch kei­ne An­zei­chen da­für, dass es wie­der so kom­men wird. Aber was die Deut­schen da ge­gen Spa­ni­en zeig­ten, war – und das muss bei al­ler Nach­sicht für die­sen zu­sam­men­ge­wür­fel­ten Ka­der trotz­dem er­wähnt wer­den – rich­tig schlecht oder „sehr er­nüch­ternd“, wie DHB-Vi­ze Bob Han­ning be­fand.

Kreis­läu­fer Hen­drik Pe­keler, längst zum heim­li­chen Chef des Teams auf­ge­stie­gen, wur­de deut­lich. „Uns fehl­te der Mut, aufs Tor zu ge­hen. Wenn du nicht mit 100 Pro­zent auf die Ab­wehr drauf­gehst, son­dern nur Ali­bi­K­reu­ze spie­len willst, dann ist das ge­nau das, was die Spa­nier ha­ben wol­len. Ge­nau das ha­ben wir ge­lie­fert“, sag­te der Kie­ler. Das soll heu­te un­be­dingt an­ders wer­den.

Fo­to: AFP

Heim­li­cher Chef: Hen­drik Pe­keler. Kreis­läu­fer

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