Krau­se ver­lässt Dschun­gel am ers­ten Tag

Ex-Mi­nis­ter mel­det sich aus Kran­ken­haus / RTL spen­det 100 000 Eu­ro für Brand­op­fer

Meppener Tagespost - - WELTSPIEGE­L - Von Christian Ströhl

Es war der schnells­te Aus­zug in der Ge­schich­te des RTLD­schun­gel­camps: Der frü­he­re Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Gün­ther Krau­se muss­te das La­ger im aus­tra­li­schen Ur­wald be­reits am Frei­tag wie­der ver­las­sen – in der al­ler­ers­ten Fol­ge der RTL-Show „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“. Der CDU-Po­li­ti­ker aus Meck­len­burg-Vor­pom­mern ha­be ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me, hieß es oh­ne nä­he­re An­ga­ben.

In der zwei­ten Fol­ge mel­de­te sich Krau­se am Sams­tag­abend dann vom Kran­ken­bett aus. Nach ei­ner Nacht im Kran­ken­haus er­klär­te der 66-Jäh­ri­ge in ei­ner Bot­schaft an die Zu­schau­er: „Mir geht es heu­te schon bes­ser als ges­tern. Ich hof­fe, dass ich mor­gen wie­der un­ter die nor­ma­len Leu­te kann.“Wie­so er im Camp auf ein­mal mit Be­schwer­den zu kämp­fen hat­te, sei ihm ein Rät­sel. „Ich wur­de vor und im Dschun­gel­camp auf Herz und Nie­ren un­ter­sucht, und al­les war im­mer bes­tens. Trotz­dem ist bei mir ges­tern der Crash ge­kom­men.“

Krau­se ist der ers­te Po­li­ti­ker, der bei der Un­ter­hal­tungs­show mit­ge­macht hat. „Ich wür­de ger­ne wie­der zu­rück ins Camp ge­hen, aber es geht nicht“, be­ton­te er. Die RTL-Re­geln schlie­ßen die Rück­kehr ei­nes Kan­di­da­ten aus: Wer ein­mal raus ist, darf nicht wie­der rein. In ei­nem kur­zen State­ment wand­te sich Krau­se auch an Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel: „Lie­be An­ge­la, lie­be An­gie, falls du zu­siehst, ich wer­de wie­der rich­tig ge­sund. Du brauchst dir kei­ne Sor­gen zu ma­chen. Du wirst mich nicht los!“

Der CDU-Po­li­ti­ker, der bis zu sei­nem Rück­tritt als Mi­nis­ter 1993 in meh­re­re Skan­da­le ver­wi­ckelt war, sorg­te bei den Zu­schau­ern zu­vor mit sei­nen eher ru­di­men­tä­ren Eng­lisch­kennt­nis­sen für La­cher („I can’t no good speak of Eng­lish“). Wäh­rend der ers­ten Nacht be­schwer­te sich Krau­se über ei­ne klei­ne Schlan­ge im La­ger: „Wenn es dun­kel ist, sind wir stra­te­gisch im Nach­teil.“Schon wäh­rend der Auf­takt­fol­ge hat­te Mo­de­ra­tor Da­ni­el Hart­wich er­klärt, Krau­se kön­ne auf ärzt­li­ches An­ra­ten hin an kei­ner Dschun­gel­prü­fung teil­neh­men: Er ha­be „Kreis­lauf, Rü­cken, Ma­gen“.

Vor der 14. Staf­fel hat­ten Po­li­ti­ker, Ex-Teil­neh­mer und Zu­schau­er Kri­tik an der Aus­strah­lung ge­übt, da die Sen­dung an der Ost­küs­te Aus­tra­li­ens ge­dreht wird. Fast im ge­sam­ten Land to­ben schwe­re Busch­brän­de. „Las­sen Sie uns bit­te ganz schnell an­fan­gen, be­vor uns die SPD ver­bie­tet, so­lan­ge es sie noch gibt“, wit­zel­te Mo­de­ra­to­rin Son­ja Ziet­low zu Be­ginn.

RTL re­agier­te auf die Kri­tik mit ei­ner Spen­den­ak­ti­on. Der Köl­ner Pri­vat­sen­der selbst wol­le 100 000 Eu­ro an die Op­fer der Busch­brän­de spen­den und in der Fi­nal­show in zwei Wo­chen noch ein­mal nach­le­gen.

Fo­to: dpa

Gün­ther Krau­se

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.