Gur­ken-Ern­te durch Vi­rus in Ge­fahr

Meppener Tagespost - - GUT ZU WISSEN - Von Christian Ströhl

For­scher vom Leib­niz-In­sti­tut DSMZ (Deut­sche Samm­lung von Mi­kro­or­ga­nis­men und Zell­kul­tu­ren) in Braun­schweig ha­ben erst­mals das „Gur­ken-Vi­rus“in Deutsch­land iso­liert. Die For­scher ha­ben das Vi­rus bei 30 baye­ri­schen Ge­mü­se­bau­ern nach­ge­wie­sen. Im Som­mer 2019 be­klag­ten Bau­ern ei­ne In­fi­zie­rung ih­rer Gur­ken­pflan­zen mit ei­ner un­be­kann­ten Krank­heit. Die Ge­wäch­se tru­gen kaum noch Früch­te, die Blät­ter gin­gen ein. In den meis­ten Be­stän­den lag die In­fek­ti­ons­ra­te bei 90 Pro­zent. Die Fol­ge: Die Gur­ken­ern­te brach um rund die Hälf­te ein.

Den For­schern zu­fol­ge könn­ten die­ses Jahr nicht nur Gur­ken, son­dern auch Zuc­chi­ni und Kür­bis­se in Deutsch­land be­droht sein. Da sich das Vi­rus nicht di­rekt be­kämp­fen las­se, sei der wirk­sams­te Weg, ei­nen Blatt­laus­be­fall zu ver­hin­dern. Die Schäd­lin­ge kön­nen mit Haus­mit­teln, aber auch mit Pflan­zen­schutz­mit­teln be­kämpft wer­den.

Ein dras­ti­schen Preis­sprung wird nicht er­war­tet; selbst dann nicht, wenn es in Deutsch­land zu grö­ße­ren Ern­te­aus­fäl­len kommt. Ge­gen­über der „Süd­deut­schen Zei­tung“sag­te der Pflan­zen­vi­ro­lo­ge Wulf Men­zel vom DSMZ, dass beim Ver­brau­cher nicht viel zu spü­ren sei. Die Gur­ke sei glo­ba­li­siert: „Die meis­ten wer­den aus dem Aus­land im­por­tiert.“

Das Vi­rus, Fach­leu­ten be­kannt un­ter dem Na­men Cu­cur­bit aphid-bor­ne yel­lows vi­rus (CABYV), lässt die Blät­ter ver­küm­mern. Vie­le Ge­wäch­se wer­fen ih­re Blü­ten ab, be­vor sich die Früch­te bil­den. Blatt­läu­se neh­men das Vi­rus auf, wenn sie den Saft ei­ner in­fi­zier­ten Pflan­ze sau­gen, und ge­ben es bei der nächs­ten Mahl­zeit an das nächs­te Ge­wächs wei­ter.

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