End­lich Land­schafts­schutz

Meppener Tagespost - - MEPPEN / HAREN -

Be­trifft die Ar­ti­kel: „Schul- & Ki­ta-Stand­ort birgt Zünd­stoff “(Bericht) vom 31.12.2019, „Meppen steht vor gro­ßen Auf­ga­ben“(Bericht) vom 6.1.2020 und „Spä­te Ein­sicht droht“(Leserbrief ) vom 8. 8. 2019.

„Ei­ne Schu­le und Ki­ta sind längst über­fäl­lig. Doch im Jah­res­rück­blick von Her­mann-Jo­sef Mam­mes vom 31. De­zem­ber 2019 wird mit kei­nem Wort er­wähnt, dass der ge­plan­te Stand­ort an der Ver­sener Stra­ße ein Wald­ge­biet im Land­schafts­schutz­ge­biet ,Em­s­tal‘ ist. Wä­re das nicht so, wä­ren die Bäu­me schon ge­ro­det und die al­te Pla­nung schon rea­li­siert.

Bis zum 18. No­vem­ber 2019 la­gen die Pla­nungs­un­ter­la­gen für die LSG-Ent­las­sung zwecks Bau von Ki­ta und Schu­le für Es­ter­feld öf­fent­lich aus. Schrift­li­che An­re­gun­gen und Be­den­ken da­zu konn­ten von je­der­mann ab­ge­ge­ben wer­den. Seit­her sind fast zwei Mo­na­te ver­gan­gen und Schwei­gen. Die Ein­wän­de sind wohl grö­ße­ren Um­fangs, so­dass ei­ne Ent­nah­me aus dem Land­schaft­schutz bis­her nicht er­fol­gen konn­te. Die Un­te­re Na­tur- und Um­welt-Be­hör­de des Krei­ses soll­te auf An­trag der Stadt nach den recht­lich vor­ge­schrie­be­nen Re­gu­la­ri­en das für die Be­bau­ung not­wen­di­ge Wald­stück le­dig­lich aus dem Land­schafts­schutz ent­neh­men. Im An­trag liest sich das so: ,Um Kon­flik­te zwi­schen der ge­plan­ten Nut­zung und den Zie­len des Land­schafts­schutz­ge­biets (LSG) zu ver­mei­den, wird ei­ne Her­aus­nah­me des Pl­an­ge­bie­tes aus dem Gel­tungs­be­reich des LSG be­an­tragt.‘ Der Kon­flikt be­steht grund­sätz­lich und wei­ter­hin! Nach der Ent­nah­me die­ses klei­nen Stücks LSG-Wald wird es wei­ter­ge­hen. Das nächs­te Stück Wald wird zur Ent­nah­me fol­gen. Die für ei­ne Schu­le not­wen­di­ge Be­we­gungs­hal­le wur­de im Stadt­rat be­reits be­schlos­sen. Sie wur­de im An­trag auf Ent­nah­me aus dem LSG vom 18. Ok­to­ber 2019 aber nicht gleich mit­be­an­tragt: Sa­la­mi­tak­tik.

Et­li­che Bür­ger und Ver­bän­de ha­ben Ein­wän­de vor­ge­bracht, so­dass die Un­te­re Na­tur­schutz­be­hör­de noch nicht im Sin­ne der ehe­ma­li­gen Pla­nung tä­tig wer­den konn­te. Wir le­ben in Zei­ten, wo der un­ge­brems­te Flä­chen­ver­brauch ge­stoppt wer­den muss. Täg­lich wer­den in Deutsch­land 74 Hekt­ar Land für Sied­lun­gen oder Stra­ßen frei­ge­ge­ben, sprich ver­braucht. Das ent­spricht der Flä­che von mehr als 100 Fuß­ball­fel­dern, die je­den Tag neu be­an­sprucht wer­den. Po­li­ti­ker, Ver­bän­de und Bür­ger er­ken­nen, dass wir end­lich un­se­re Um­welt schüt­zen müs­sen, um Ar­ten­viel­falt [...] zu er­hal­ten. Ent­spre­chend han­deln: Ei­ne Pla­nung zu än­dern wür­de Grö­ße zei­gen. Es geht nicht dar­um, in ei­ne künf­ti­ge Schul-Rea­li­sie­rung ,um­lie­gen­des Grün zu in­te­grie­ren‘. Es geht um viel mehr. Wo ist die Glaub­wür­dig­keit un­se­rer po­li­ti­schen Ver­tre­ter? ,Land­schafts­schutz‘ heißt Land­schaft schüt­zen! Es gibt an­de­re Flä­chen!“

Ca­ro­la We­dell Meppen

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