In­sek­tenster­ben: Zu kurz ge­sprun­gen

Meppener Tagespost - - POLITIK - Micha­el Kr­ab­be Neuenkirch­en-Vörden

Zum In­sek­tenster­ben, u.a. zum Ar­ti­kel „Das En­de des gro­ßen Kr­ab­belns?“(Aus­ga­be vom 9. Ja­nu­ar).

„Es passt gut in die der­zeit stark po­la­ri­sier­te De­bat­te um rea­le Um­welt­schä­den, die Schuld am Ver­lust von 76 Pro­zent al­ler In­sek­ten in­ten­si­ver Land­wirt­schaft zu­zu­schrei­ben, und si­cher­lich hat die­se ih­ren An­teil dar­an. Der Struk­tur­wan­del soll sich auch auf ei­ne Agrar­re­form er­stre­cken. Frau Un­mü­ßig von der Hein­rich-Böll-Stif­tung nennt In­sek­ten ,ei­ne fun­da­men­ta­le Le­bens­grund­la­ge‘. Es ist al­so deut­lich zu kurz ge­sprun­gen, al­lein ei­nen ver­meint­li­chen Haupt­ver­ur­sa­cher pla­ka­tiv an­zu­pran­gern und nun ei­ne Aus­deh­nung von He­cken und Blüh­strei­fen zu for­dern. Auch die schöns­te Streu­obst­wie­se wird kaum nüt­zen, wenn In­sek­ten sich in ihr nicht ori­en­tie­ren und hier nicht kom­mu­ni­zie­ren kön­nen, al­so Le­bens­raum, Paa­rung und Art­er­halt gar nicht statt­fin­den. […]

Die Bun­des­re­gie­rung legt laut Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­te­rin Klöck­ner ein Ak­ti­ons­pro­gramm für mehr In­sek­ten­schutz auf und will gleich­zei­tig Pla­nungs- und Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren be­schleu­ni­gen, zum Bei­spiel für Mo­bil­funk­mas­ten, Wind­kraft­an­la­gen, Strom­lei­tun­gen und al­ler­lei Ver­sie­ge­lung durch Ver­kehrs­in­fra­struk­tur, wie Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Scheu­er weiß. Da­zu sol­len Ge­neh­mi­gun­gen per Ge­setz er­teilt wer­den. Die­se Po­li­tik ist nicht aus ei­nem Guss, und folgt man den Ar­gu­men­ten, dann greift sie fun­da­men­ta­le Le­bens­grund­la­gen an.“

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