Miet­preis­brem­se oh­ne Wir­kung?

Bau­mi­nis­ter Lies for­dert Ver­schär­fung

Meppener Tagespost - - NORDWEST -

Die FDP hält die Miet­preis­brem­se in Nie­der­sach­sen für wir­kungs­los. In ei­ner An­fra­ge an die Lan­des­re­gie­rung woll­ten die Li­be­ra­len wis­sen, wie sich die Mie­ten seit 2016, als die Miet­preis­brem­se in 19 nie­der­säch­si­schen Kom­mu­nen ein­ge­führt wur­de, ent­wi­ckelt ha­ben. Die Ant­wort des Bau­mi­nis­te­ri­ums: In al­len 19 Kom­mu­nen sind die Mie­ten wei­ter ge­stie­gen.

Die Miet­preis­brem­se ha­be da­her „kei­ne mess­ba­re Wirk­sam­keit“, kri­ti­sier­te die FD­PWoh­nungs­po­li­ti­ke­rin Su­san­ne Schütz. Sie warf der Re­gie­rung vor, Re­ge­lun­gen „nach dem Prin­zip Hoff­nung“vor­zu­ge­ben.

Bau­mi­nis­ter Olaf Lies räum­te ein, dass die Miet­preis­brem­se kein All­heil­mit­tel sei. Den­noch sei sie „ein wich­ti­ges In­stru­ment, um schlim­men Aus­wüch­sen und Miet­wu­cher“et­was ent­ge­gen­zu­set­zen, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker. „Gleich­zei­tig se­he ich aber auch den Be­darf, die Miet­preis­brem­se noch wei­ter zu ver­schär­fen – denn die Prei­se auf dem Woh­nungs­markt wer­den sich in ab­seh­ba­rer Zeit nicht spür­bar ent­span­nen.“Bei der ers­ten Nach­bes­se­rung vor zwei Jah­ren ha­be die FDP im Bun­des­tag je­doch da­ge­gen ge­stimmt, sag­te Lies.

Die Miet­preis­brem­se wur­de 2015 vom Bund ein­ge­führt und An­fang 2019 ver­schärft. In Nie­der­sach­sen soll­te sie zu­nächst be­fris­tet bis En­de No­vem­ber 2021 gel­ten. Sie sieht vor, dass die Mie­te bei neu­en Ver­trä­gen nicht mehr als zehn Pro­zent über der „orts­üb­li­chen Ver­gleichs­mie­te“lie­gen darf. Das gilt aber nur für „Ge­bie­te mit an­ge­spann­tem Woh­nungs­markt“, die die Bun­des­län­der fest­le­gen. Zu­dem gel­ten Aus­nah­men – bei Neu­bau­ten, Sa­nie­run­gen und wenn schon die Mie­te des Vor­mie­ters über der Ver­gleichs­mie­te lag.

Kurz vor Weih­nach­ten wur­de al­ler­dings be­kannt, dass die nie­der­säch­si­sche Miet­preis­brem­se in ih­rer jet­zi­gen Form un­gül­tig ist und neu ver­ab­schie­det wer­den muss.

Foto: dpa

Olaf Lies

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