35-jäh­ri­ger An­ge­klag­ter soll Ex-Freun­din gestalkt ha­ben

Am Amts­ge­richt Mep­pen zu Geld­stra­fe ver­ur­teilt

Meppener Tagespost - - LOKALES - Von Gerd Al­bers

We­gen Nach­stel­lung und Be­dro­hung sei­ner ehe­ma­li­gen Le­bens­ge­fähr­tin ist ein 35-Jäh­ri­ger vom Amts­ge­richt Mep­pen zu ei­ner Geld­stra­fe ver­ur­teilt wor­den.

Der Mann war an­ge­klagt, weil er nach der Tren­nung die Frau über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum be­harr­lich ver­folgt, be­läs­tigt und be­droht ha­ben soll. Zu­dem soll er Vi­deo- und Au­dio­auf­nah­men ge­gen den Wil­len der Ex-Part­ne­rin ge­macht ha­ben.

Die­se Vor­wür­fe, so der An­ge­klag­te, sei­en falsch und hät­ten nur ein Ziel: ihn hin­ter Git­ter zu brin­gen. Nach der Tren­nung ha­be er ver­sucht, mit sei­ner Ex-Part­ne­rin Kon­takt auf­zu­neh­men. Ihm sei es um die bei­den ge­mein­sa­men Kin­der ge­gan­gen, die die Frau beim Aus­zug mit­ge­nom­men ha­be, schließ­lich be­stand ein ge­mein­sa­mes Sor­ge­recht. Uner­laub­te Vi­deo- und Au­dio­auf­nah­men ha­be er nicht ge­macht, und er ha­be sie we­der be­läs­tigt noch be­droht.

Als Zeu­gen hat­te das Ge­richt die 25-jäh­ri­ge Ex-Part­ne­rin und de­ren Mut­ter ge­la­den. Die jun­ge Frau be­rich­te­te, dass sie mit dem An­ge­klag­ten sie­ben Jah­re in ei­ner Woh­nung in Frie­soy­the ge­lebt ha­be. Sie hät­ten zwei ge­mein­sa­me Kin­der, wa­ren aber nicht ver­hei­ra­tet. Ge­gen En­de der Be­zie­hung sei es im­mer wie­der zu Strei­tig­kei­ten ge­kom­men. Als der An­ge­klag­te sie ge­schla­gen ha­be, zeig­te sie ihn bei der Po­li­zei an und zog mit den Kin­dern zu ih­rer Mut­ter nach Werl­te.

Er ha­be sie auf ih­rer Ar­beits­stel­le auf­ge­sucht, so­dass der Ar­beit­ge­ber ihn we­gen Haus­frie­dens­bruch an­ge­zeigt ha­be. Im­mer wie­der sei er an ih­rer Woh­nung vor­bei­ge­fah­ren. Am Te­le­fon ha­be er sie der­art be­droht, dass sie Angst um ihr Le­ben ha­ben muss­te. Ein­mal sei im Garten der Mut­ter ih­re Un­ter­wä­sche aus­ge­legt und ei­ne Gr­ab­ker­ze auf­ge­stellt wor­den. Die Un­ter­wä­sche stamm­te aus der ge­mein­sa­men Woh­nung, die sie of­fen­sicht­lich dort ver­ges­sen hat­te. Wenn sie das Haus ver­ließ, ha­be sie im­mer Angst ge­habt, dass er ihr auf­lau­ern wür­de. Des­halb sei sie abends auch kaum noch aus­ge­gan­gen.

Auf­ge­zeich­net

Als sie im Garten mit ih­rem Bru­der te­le­fo­nier­te, ha­be er hin­ter ei­ner He­cke ge­le­gen und das Ge­spräch mit­ge­schnit­ten. Sie kön­ne das nur be­haup­ten, weil er, als sie ihn ent­deck­te, sich ent­fern­te und sag­te: „Ich ha­be al­les auf­ge­zeich­net.“Nach­dem die Be­läs­ti­gun­gen über­hand ge­nom­men hat­ten, zeig­te sie ihn er­neut bei der Po­li­zei an und er­wirk­te ei­ne Kon­takt­auf­nah­me­sper­re.

Seit­dem ha­be er sich ihr nicht mehr ge­nä­hert.

Die Mut­ter des Op­fers be­stä­tig­te, dass der An­ge­klag­te mehr­fach an der Woh­nung vor­bei­ge­fah­ren sei. Sie ha­be ihn eben­falls hin­ter der He­cke ge­se­hen, als er das Te­le­fo­nat der Toch­ter auf­ge­zeich­net ha­be. Das Straf­re­gis­ter des An­ge­klag­ten wies acht Ein­tra­gun­gen auf, die aber bis auf ei­ne schon Jah­re zu­rück­lie­gen. In sei­nem Plä­doy­er räum­te der Staats­an­walt ein, dass man die Auf­zeich­nung des Te­le­fo­nats nicht nach­wei­sen kön­ne, da das tat­säch­li­che Be­weis­do­ku­ment feh­le. Hin­sicht­lich der Nach­stel­lung sei er der Über­zeu­gung, dass der An­ge­klag­te sich schul­dig ge­macht ha­be. Er ha­be die Ge­schä­dig­te in Angst und Schre­cken ver­setzt und sie ge­zwun­gen, ih­re Le­bens­um­stän­de zu än­dern. Al­ler­dings spre­che für den An­ge­klag­ten, dass er nach Er­lass der Ge­walt­schutz­an­ord­nung sei­ne Nach­stel­lun­gen be­en­det ha­be. Des­halb hielt er ei­ne Geld­stra­fe in Hö­he von 2700 Eu­ro für an­ge­mes­sen. Die Rich­te­rin schloss sich der Staats­an­walt­schaft an, er­höh­te aber die Geld­stra­fe auf 2850 Eu­ro.

Foto: Man­fred Fi­ckers

Ein 35-jäh­ri­ger ist am Amts­ge­richt Mep­pen we­gen Stal­king ver­ur­teilt wor­den.

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