Wir ha­ben es (fast) ge­schafft

Mindelheimer Zeitung - - Erste Seite - VON ULI BACHMEIER [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Im Rück­blick er­scheint man­ches son­der­lich. Das gilt für die über­schwäng­li­che Eu­pho­rie, mit der sy­ri­sche Bür­ger­kriegs­flücht­lin­ge 2015 am Münch­ner Haupt­bahn­hof und an­ders­wo emp­fan­gen wur­den. Das gilt aber auch für die hys­te­ri­sche Pa­nik, die we­nig spä­ter aus­ge­bro­chen ist, als im­mer mehr und mehr Flücht­lin­ge ka­men. Und es gilt in be­son­de­rer und mehr­fa­cher Wei­se für den be­rühm­ten Satz der Kanz­le­rin: „Wir schaf­fen das!“

Frau Mer­kel woll­te das Volk be­ru­hi­gen und hat es doch erst recht auf­ge­wühlt. Dann durf­te sie auf Druck aus den Uni­ons­par­tei­en den Satz nicht mehr wie­der­ho­len. Dann ha­ben sie und an­de­re – der Not ge­hor­chend – Schritt für Schritt da­für ge­sorgt, dass im­mer we­ni­ger Flücht­lin­ge den Weg nach Deutsch­land fin­den. Und jetzt? Jetzt sieht es, wenn man sich die Bi­lanz des baye­ri­schen In­nen­mi­nis­ters vor Au­gen führt, fast so aus, als hät­ten wir es ge­schafft.

So ein­fach ist es na­tür­lich nicht. Das Flücht­lings­pro­blem ist nicht aus der Welt – we­der für die, die flie­hen müs­sen, noch für die, die ih­nen hel­fen sol­len. Aber es ist of­fen­bar ge­lun­gen, für Ord­nung und Hu­ma­ni­tät zu sor­gen – zual­ler­erst üb­ri­gens in Bay­ern.

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