Kon­trol­le ist bes­ser

Mindelheimer Zeitung - - Politik | Wirtschaft - [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de VON MAR­GIT HUFNAGEL

Die Idee klingt gut – und ist doch zum Schei­tern ver­ur­teilt. Ei­ne Mo­schee-Steu­er, wie sie jetzt von ei­ni­gen Po­li­ti­kern ge­for­dert wird, wird wohl so schnell nicht kom­men. Denn wenn der Staat die Mus­li­me in Deutsch­land stär­ker in die Pflicht neh­men will, ist er gleich­zei­tig ge­zwun­gen, ih­nen weit­ge­hen­de Rech­te ein­zu­räu­men.

„Kör­per­schaft des öf­fent­li­chen Rechts“heißt die Form, in die die mus­li­mi­schen Ver­bän­de ge­zwängt wer­den müss­ten. De fac­to wür­den sie da­mit den christ­li­chen Kir­chen bei­na­he gleich­ge­stellt. Da­für wird sich in Deutsch­land kaum ei­ne Mehr­heit fin­den – zu Recht.

Das heißt frei­lich nicht, dass man die aus­län­di­schen Geld­flüs­se in die mus­li­mi­schen Ge­bets­räu­me hin­neh­men soll­te. Dass Un­ter­stüt­zung aus­ge­rech­net aus der Tür­kei und den ul­tra­kon­ser­va­ti­ven Golf­staa­ten kommt, hat sei­nen Grund: Man will die Kon­trol­le über die Glau­bens­brü­der be­hal­ten.

Das kann der deut­sche Staat nicht dul­den. Er muss den po­li­ti­schen Is­lam un­ter­bin­den. Das hat nichts mit ei­nem grund­sätz­li­chen Miss­trau­en ge­gen Mus­li­me zu tun. Da­für viel mit der Über­zeu­gung, dass auch Re­li­gi­on sich dem Grund­ge­setz un­ter­zu­ord­nen hat.

Ös­ter­reich macht vor, wie es auch ge­hen kann. Dort müs­sen sich Mo­schee-Ver­ei­ne aus ei­ge­nen Bei­trä­gen fi­nan­zie­ren.

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