Punkt ver­lo­ren – und kei­ner merkt’s

Hand­ball Auf der An­zei­ge­ta­fel steht Se­kun­den vor Schluss ei­ne 36:34-Füh­rung für den TSV Min­del­heim. War­um es für die Her­ren doch nicht zum Sieg in Murnau reich­te

Mindelheimer Zeitung - - Sport Im Unterallgäu -

Min­del­heim Ku­ri­os, wenn man erst Mi­nu­ten nach dem En­de ei­nes Spiels weiß, ob man ge­won­nen hat oder nicht. Ge­nau das ist den Hand­bal­lern des TSV Min­del­heim beim Spiel in Murnau pas­siert. Die Min­del­hei­mer Frau­en mach­ten es eben­falls span­nend.

Be­zirks­li­ga, Män­ner Die Schluss­pha­se beim Spiel zwi­schen dem TSV Murnau und dem TSV Min­del­heim war an Dra­ma­tik kaum zu über­bie­ten. Nicht nur, dass die Min­del­hei­mer ei­nen deut­li­chen Pau­sen­rück­stand (15:22) in der zwei­ten Halb­zeit wett­ma­chen konn­te.

Ein­ein­halb Mi­nu­ten vor Spie­len­de leg­te Min­del­heim durch Micha­el Tho­ma so­gar ein Tor vor (34:33). Den di­rek­ten Murnau­er Ge­gen­zug pa­rier­te Tho­mas Vogt und Tho­mas Sai­ler er­höh­te ei­ne Mi­nu­te vor En­de auf 35:33. Aber den Gast­ge­bern ge­lang 20 Se­kun­den spä­ter der An­schluss­tref­fer. Nun wur­de es un­über­sicht­lich: Min­del­heim ge­lang ein wei­te­rer Tref­fer, der al­ler­dings vom Schieds­rich­ter ab­er­kannt wur­de. Dies wur­de aber we­der vom Kampf­ge­richt, noch von den bei­den Mann­schaf­ten auf dem Feld be­merkt. Die An­zei­gen­ta­fel zeig­te noch die Füh­rung für Min­del­heim an (34:36), als Murnau mit der Schluss­si­re­ne zum Sie­ben-Me­terS­traf­wurf an­trat – und ver­wan­del­te. Erst meh­re­re Mi­nu­ten nach dem Spiel war klar, dass die Frunds­bergstäd­ter nicht ge­won­nen hat­ten, son­dern die Par­tie 35:35 en­de­te.

Auch wenn die Ent­täu­schung zu­nächst ver­ständ­lich war, so muss man ehr­li­cher­wei­se zu­ge­ben, dass die Min­del­hei­mer den Sieg an die­sem Tag auch nicht ver­dient hat­ten. Denn die ers­te Hälf­te wur­de von Min­del­hei­mer Sei­te kom­plett ver­schla­fen. Qua­si oh­ne Ab­wehr spie­lend la­gen die Un­ter­all­gäu­er nach acht Mi­nu­ten be­reits mit drei To­ren zu­rück. Und das war erst der An­fang. Murnau durf­te nach Be­lieben und oh­ne Min­del­hei­mer Ge­gen­wehr aufs Tor wer­fen, wäh­rend die Gäs­te sich ih­rer­seits be­reits im Spiel­auf­bau schwerta­ten. Selbst als sich die Frunds­bergstäd­ter ge­fan­gen hat­ten, ge­lang es nicht, die Bäl­le im geg­ne­ri­schen Ge­häu­se un­ter­zu­brin­gen. Es sah nach ei­nem ge­brauch­ten Tag aus für die Min­del­hei­mer. Auf acht To­re war der Vor­sprung der Gast­ge­ber zwi­schen­zeit­lich an­ge­wach­sen, zur Pau­se la­gen die Min­del­hei­mer 22:15 zu­rück.

kampf­los gab sich die Gäs­te­mann­schaft nicht auf. Mit ei­ner Um­stel­lung auf ei­ne of­fen­si­ve­re Ab­wehr­for­ma­ti­on ging ein Ruck durch die kom­plet­te Mann­schaft. Die Hör­mann-Brü­der grenz­ten das Kreis­läu­fer­spiel der Murnau­er ein, und der Rück­raum konn­te nicht mehr un­ge­hin­dert aufs Tor wer­fen. Tho­mas Vogt wur­de nun zum wich­ti­gen Rück­halt im Min­del­hei­mer Tor. Auch das Of­fen­siv­spiel klapp­te nun deut­lich bes­ser. Schnel­le und druck­vol­le An­grif­fe ge­ra­de über die rech­te Min­del­hei­mer An­griffs­sei­te wur­den durch Flo­ri­an Gaum und Ivan Ra­dic er­folg­reich ab­ge­schlos­sen. Ar­mend Fe­ta­hu und Micha­el Tho­ma sorg­ten auf der lin­ken Sei­te für per­ma­nen­ten Druck auf das Murnau­er Tor. Nach fünf­zehn Mi­nu­ten ge­lang den Un­ter­all­gäu­ern das ers­te Mal der Aus­gleich (26:26), 90 Se­kun­den vor der Schluss­si­re­ne gar die erst­ma­li­ge Füh­rung. Doch zum Sieg reich­te es letzt­lich nicht.

Be­zirks­ober­li­ga, Frau­en Als Min­del­heims Tor­hü­te­rin Ar­le­ne Freh­ner zwei Se­kun­den vor dem En­de der Par­tie HSG Isar-Loi­sach ge­gen den TSV Min­del­heim den Ball in ih­ren Hän­den hält, bran­de­te Ju­bel auf: Denn nun war klar, dass die ab­stiegs­ge­fähr­de­ten Min­del­hei­me­rin­nen durch den 23:22-Sieg in Ge­rets­ried zwei wich­ti­ge – und kaum für mög­lich ge­hal­te­ne – Punk­te ge­wann.

Mit ei­nem stark de­zi­mier­ten Ka­der ging es nach Ge­rets­ried: Krank­heits­be­dingt muss­te Trai­ner Ste­fan We­ber auf Son­ja Schim­kat, Chris­ti­na Möhr­le, Da­nie­la Ka­the­der und Oli­via Land­herr ver­zich­ten. Kampf­los aber woll­ten sich die Min­del­hei­me­rin­nen nicht er­ge­ben. Der Start be­gann holp­rig, erst in der fünf­ten Mi­nu­te ge­lang Andrea Dei­gen­desch das ers­te Tor für den TSV. Die neu for­mier­te Ab­wehr muss­te sich erst noch fin­den, zwi­schen­zeit­lich lief man ei­nem Sechs-To­reAber Rück­stand hin­ter­her. Zur Pau­se hieß es 9:13 aus Min­del­hei­mer Sicht.

Mit ei­nem star­ken Rück­halt von Tor­hü­te­rin Ar­le­ne Freh­ner (vier ge­hal­te­ne Sie­ben-Me­ter) hol­ten die Min­del­hei­me­rin­nen in der zwei­ten Halb­zeit je­doch Tor um Tor auf. Schö­ne Ein­zel­ak­tio­nen von Andrea Dei­gen­desch und Ka­thi Spies lie­ßen die HSG-Ab­wehr ver­zwei­feln. In der 50. Mi­nu­te war es dann so­weit und der TSV Min­del­heim ging erst­mals in Füh­rung (19:18). Dann ka­men die letz­ten Se­kun­den: Beim Spiel­stand von 22:22 war es Andrea Hol­den­ried, die mit ei­nem schö­nen Über­zie­her den Ball im Tor ver­senk­te. Zwar ka­men die Gast­ge­be­rin­nen noch ein­mal zum Wurf, den Ball aber hielt Ar­le­ne Freh­ner.

„Das hat rich­tig Spaß ge­macht. Vor ei­ni­gen Wo­chen ha­ben wir sol­che Spie­le noch ver­lo­ren. Jetzt wur­de un­ser Kampf­geist end­lich be­lohnt“, sag­te Trai­ner Ste­fan We­ber nach der Par­tie.

Fo­to: Micha­el Lin­de­mann

Im Hin­spiel in Min­del­heim hat­ten Tho­mas Sai­ler (schwar­zes Tri­kot) und Co. ge­gen den TSV Murnau noch ge­won­nen. Dies­mal trenn­te man sich un­ent­schie­den.

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