Mu­sik macht Kin­der krea­tiv

Fi­nan­zen War­um die Ge­mein­de Stet­ten heu­er viel Geld in Eris­ried in­ves­tie­ren will

Mindelheimer Zeitung - - Mindelheim - (baus)

Stet­ten Nach den um­fang­rei­chen Bahn-Bau­ar­bei­ten im ver­gan­ge­nen Jahr steht der Ge­mein­de Stet­ten in die­sem schon das nächs­te Groß­pro­jekt be­vor: En­de April sol­len in Eris­ried die Ar­bei­ten für die Dorfer­neue­rung be­gin­nen. Das macht sich auch im Haus­halt be­merk­bar, den die Rä­te in ih­rer jüngs­ten Sit­zung ein­stim­mig ver­ab­schie­det ha­ben.

Al­lein 500 000 Eu­ro sind dar­in als An­teil der Ge­mein­de an den ge­plan­ten Maß­nah­men wie et­wa die Um­ge­stal­tung des Kirch­plat­zes vor­ge­se­hen. Hin­zu kom­men 102 000 Eu­ro für die neue Stra­ßen­be­leuch­tung in Eris­ried. Wei­te­re 640 000 Eu­ro hat Käm­me­rin Bi­an­ca Mai­er von der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Dir­le­wang für neue Re­gen­was­ser­ka­nä­le in Eris­ried ver­an­schlagt. Sie sol­len in der Dorf­stra­ße ver­legt wer­den, die im Rah­men der Dorfer­neue­rung grund­le­gend sa­niert wird.

Auch die Lösch­was­ser­ver­sor­gung soll bei die­ser Ge­le­gen­heit ver­bes­sert wer­den: Laut Bür­ger­meis­ter Ri­chard Lin­zing soll ei­ne Eng­stel­le be­sei­tigt wer­den und auch neue Lei­tun­gen und Hy­dran­ten sind vor­ge­se­hen. Ins­ge­samt hat die Ge­mein­de da­für 400 000 Eu­ro ein­ge­plant. Wei­te­re 150 000 Eu­ro sind es für den Um­bau und die Sa­nie­rung des Eris­rie­der Feu­er­wehr­hau­ses. Wie Lin­zing auf Nach­fra­ge der MZ er­läu­tert, ist des­sen Dach ma­ro­de. „Es reg­net rein und die Dach­lat­ten sind nicht die bes­ten.“Bei der nun an­ste­hen­den Er­neue­rung soll das Dach über den an­gren­zen­den Flach­bau ge­zo­gen und so ein zu­sätz­li­cher Raum für die Ka­me­ra­den ge­schaf­fen wer­den. Ein Sta­del hin­ter dem Feu­er­wehr­haus, den meh­re­re Ver­ei­ne für ih­ren Fun­dus nut­zen, könn­te eben­falls re­no­viert oder durch ei­nen Neu­bau er­setzt wer­den. Ei­ne Ent­schei­dung dar­über steht im Ge­mein­de­rat aber noch aus.

Ein wei­te­rer gro­ßer Bro­cken im Haus­halt ist die Breit­brand­ver­sor­gung: Um den Glas­fa­ser­an­schluss an je­des Ge­bäu­de zu brin­gen, nimmt die Ge­mein­de in die­sem Jahr 856 000 Eu­ro in die Hand. Gleich­zei­tig be­kommt sie da­für aber auch ei­ne Zu­wei­sung in Hö­he von 508 500 Eu­ro.

Für die Er­schlie­ßung des Bau­ge­biets Eris­ried-Ost sind 350 000 Eu­ro ein­kal­ku­liert – und ge­wis­ser­ma­ßen als Fol­ge da­von 65000 Eu­ro für die Pla­nung ei­ner neu­en Kin­der­ta­ges­stät­te in Stet­ten. Schließ­lich kön­ne man sich nicht um jun­ge Fa­mi­li­en be­mü­hen, oh­ne ih­nen auch Be­treu­ungs­plät­ze zur Ver­fü­gung zu stel­len, so Lin­zing.

Um all die­se Aus­ga­ben stem­men zu kön­nen, wird die Ge­mein­de wahr­schein­lich nicht um­hin­kom­men, ein Dar­le­hen in Hö­he von drei Mil­lio­nen Eu­ro auf­zu­neh­men. Ur­sprüng­lich hat Käm­me­rin Mai­er mit 500 000 Eu­ro we­ni­ger ge­rech­net, weil sie auf ei­nen Zu­schuss des Frei­staats für die neue Fuß­gän­ger­un­ter­füh­rung beim Bahn­hof ge­hofft hat­te. Tat­säch­lich wur­de ihr die För­de­rung, die die Ge­mein­de be­reits vor zwei Jah­ren be­an­tragt hat, in­zwi­schen auch be­stä­tigt – al­ler­dings nicht mehr für die­ses Jahr. Wann das ver­spro­che­ne Geld fließt, lässt der Frei­staat zu Mai­ers Ver­är­ge­rung of­fen. „Für ei­ne Ge­mein­de wie Stet­ten ist das ein gro­ßer Bat­zen“, sag­te sie in der Sit­zung.

Das spie­gelt sich schließ­lich auch im Schul­den­stand der Ge­mein­de wi­der. Er steigt zum nächs­ten Jahr von ak­tu­ell 405 700 Eu­ro – das ent­spricht 286,51 Eu­ro pro Ein­woh­ner – auf dann 3,3 Mil­lio­nen Eu­ro oder 2364,12 Eu­ro pro Ein­woh­ner. 2021 klet­tert er dann vor­aus­sicht­lich auf sechs Mil­lio­nen Eu­ro. Doch Bür­ger­meis­ter Lin­zing bleibt ge­las­sen: „Es wird nichts so heiß ge­ges­sen, wie es ge­kocht wird“, sagt er. Er ist gu­ter Din­ge, den ge­plan­ten Kre­dit nicht in vol­ler Hö­he in An­spruch neh­men zu müs­sen, schließ­lich sei es im ver­gan­ge­nen Jahr ähn­lich ge­we­sen. Da­mals war im Haus­halts­plan ei­ne Kre­dit­auf­nah­me in Hö­he von 3,7 Mil­lio­nen Eu­ro vor­ge­se­hen, auf die die Ge­mein­de dann aber kom­plett ver­zich­ten konn­te.

550 000 Eu­ro flie­ßen in die Lösch­was­ser­ver­sor­gung und die Sa­nie­rung des Feu­er­wehr­hau­ses

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