Schwe­le prüft ju­ris­ti­sche Schrit­te

In­ter­view Bür­ger­meis­ter Schwe­le sagt: „Ich kann mei­ne Aus­sa­gen be­le­gen, Herr Scharpf ver­brei­tet un­be­leg­te Theo­ri­en. Wer lügt nun?“

Mindelheimer Zeitung - - Türkheim Und Das Wertachtal - (alf)

Rammin­gen Knapp 24 Jah­re ist An­ton Schwe­le in­zwi­schen Bür­ger­meis­ter in der 1700-Ein­woh­ner-Ge­mein­de Rammin­gen. In­zwi­schen denkt der 66-Jäh­ri­ge so­gar dar­über nach, bei der nächs­ten Kom­mu­nal­wahl nicht mehr als Bür­ger­meis­ter zu kan­di­die­ren. Dass der Bür­ger­lis­te-Ge­mein­de­rat nun er­neut die „ur­al­te Ge­schich­te“aus­ge­gra­ben ha­be, sieht Schwe­le auch im Zu­sam­men­hang mit dem be­vor­ste­hen­den Kom­mu­nal­wahl­kampf.

Herr Schwe­le, Ih­nen wird vor­ge­wor­fen, ein Lüg­ner zu sein. Was sa­gen Sie da­zu?

Schwe­le: Im Zu­ge der Be­ra­tung über die Sen­kung des Bei­tra­ges für das Ab­was­ser hat Ge­mein­de­rat Scharpf wie­der die ur­al­te Ge­schich­te von Gül­le­ein­lei­tung auf den Tisch ge­bracht. Hier stellt er im­mer wie­der nicht be­leg­ba­re und un­sach­li­che Theo­ri­en auf.

Wie stel­len sich die Fak­ten aus Ih­rer Sicht dar?

Schwe­le: Da­mals wur­de ei­ne Un­ter­su­chung des Ab­was­sers durch ein un­ab­hän­gi­ges La­bor durch­ge­führt. Herr Scharpf be­haup­te­te auch auf der ver­gan­ge­nen Ge­mein­de­rats­sit­zung, dass im Er­geb­nis die­ses Gut­ach­tens mit kei­nem Wort Gül­le er­wähnt sei.

Da ich aber er­klärt hat­te, dass eben die­ses Gut­ach­ten durch­aus fest­ge­stellt hat, dass es sich bei den un­er­laub­ten Ein­lei­tun­gen nur um Gül­le han­deln kann. Dar­auf­hin hat Herr Scharpf mich ei­nen Lüg­ner ge­nannt.

Nach dem En­de der De­bat­te um die Ge­büh­ren­sen­kung ha­be ich je­doch den Wort­laut des Gut­ach­tens ver­le­sen und die Sach­la­ge rich­tig ge­stellt. Tat­säch­lich steht im Fa­zit des Gut­ach­tens, dass es sich bei den Ein­lei­tun­gen nur um Gül­le han­deln kann.

In­ter­es­sant war dann die Äu­ße­rung von Herrn Scharpf, dass der Ge­mein­de­rat das Gut­ach­ten gar nicht kennt. da­her mei­ne Ge­gen­fra­ge: Wie kann man dann dar­aus zi­tie­ren oder be­haup­ten die­ses oder je­nes Wort steht drin?

Er sag­te, das Gut­ach­ten ken­nen le­dig­lich zwei Leu­te. Ich ver­mu­te, er mein­te da­mit den 1. und 2. Bür­ger­meis­ter der Ge­mein­de Rammin­gen – al­so mich und mei­nen Stell­ver­tre­ter Fritz Böckh.

Das stimmt aber nicht: Schon vor vier Jah­ren ha­be ich das Gut­ach­ten auf der Bür­ger­ver­samm­lung öf­fent­lich vor­ge­stellt.

Was ist ge­nau pas­siert?

Schwe­le: Fakt ist, dass die Bür­ger­lis­te da­mals das Gut­ach­ten be­an­tragt hat und nun seit Jah­ren das Er­geb­nis nicht wahr­ha­ben will. Lei­der er­schöp­fen sich die Ak­ti­vi­tä­ten der Bür­ger­lis­te in Kri­tik an Ver­gan­ge­nem und nicht an der Wei­ter­ent­wick­lung der Ge­mein­de.

Fakt ist auch, dass ich mei­ne Aus­sa­gen be­le­gen kann – Herr Scharpf ver­brei­tet da­ge­gen le­dig­lich sei­ne un­be­leg­ten Theo­ri­en. Wer lügt nun?

Gab es noch wei­te­re Pro­ble­me mit dem Ab­was­ser?

Schwe­le: Nein. Zur Be­ru­hi­gung der Be­völ­ke­rung kann ich ein­deu­tig sa­gen, dass es seit den da­ma­li­gen Vor­fäl­len kei­ne wei­te­ren Pro­ble­me mit un­se­rem Ab­was­ser mehr ge­ge­ben hat. Ge­mein­de­rat Scharpf be­haup­tet ja auch, dass die da­ma­li­ge Ver­schmut­zung aus ei­ner de­fek­ten Rück­schlag­klap­pe an der Druck­lei­tung zur Klär­an­la­ge Türk­heim her­rührt. Dies ist wie­der so ei­ne irr­wit­zi­ge Theo­rie von Scharpf. Tat­sa­che ist, dass es ei­ne de­fek­te Rück­schlag­klap­pe ge­ge­ben hat, die­se wur­de je­doch am 22.12.2014 re­pa­riert . Die Be­le­ge da­für sind vor­han­den.

Die Ent­nah­men der Pro­ben mit den fest­ge­stell­ten Fremd­stof­fen durch Mit­ar­bei­ter der Klär­an­la­ge Türk­heim wur­den je­doch erst vom 18.2. bis 22.2.2015 durch­ge­führt. Al­so acht Wo­chen spä­ter. Auch dies ist be­legt. Wie kann dann die Rück­schlag­klap­pe das Pro­blem sein?

Bür­ger­meis­ter An­ton Schwe­le

Wie be­wer­ten Sie das Vor­ge­hen von Herrn Scharpf?

Schwe­le: Schon die­se zu­vor ge­schil­der­te, kur­ze Darstel­lung der be­leg­ba­ren Tat­sa­chen zeigt die un­sach­li­che und dif­fa­mie­ren­de Darstel­lungs­wei­se von Scharpf. Lei­der ken­nen wir sei­ne üb­le Art in­zwi­schen aus der letz­ten Kom­mu­nal­wahl und dem von ihm an­ge­streng­ten Bür­ger­be­geh­ren ge­gen un­ser neu­es Ge­mein­de­haus.

Zur Er­in­ne­rung, bei die­sem Bür­ger­be­geh­ren ha­ben ihm die Rammin­ger Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler ei­ne schal­len­de Ohr­fei­ge ver­passt. Ich möch­te die­se in­zwi­schen schwach­sin­ni­ge Dis­kus­si­on um die Be­las­tung des Ab­was­sers mit ei­nem Zitat von So­kra­tes be­en­den, das da heißt: „Der Klu­ge lernt von al­lem und je­dem, der Nor­ma­le lernt aus sei­ner Er­fah­rung, nur der Dum­me weiß al­les sel­ber“.

Wer­den Sie den Lü­gen-Vor­wurf von Herrn Scharpf so ste­hen las­sen oder gibt es wei­te­re ju­ris­ti­sche Schrit­te? Schwe­le: Ob ju­ris­ti­sche Schrit­te in Er­wä­gung ge­zo­gen wer­den, wer­den wir zu ge­ge­be­ner Zeit prü­fen.

Fo­to: A. Ka­ya

Die Dis­kus­si­on um die Gül­le­an­lei­tung über­la­gert fast die Nach­richt, dass in Rammin­gen die Was­ser- und Ab­was­ser­ge­büh­ren ge­senkt wer­den.

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