Prin­zip Hoff­nung

Mindelheimer Zeitung - - Erste Seite - VON ULI BACHMEIER [email protected]­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Bay­ern hat in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so viel Geld ein­ge­nom­men wie noch nie und trotz­dem ist es der Staats­re­gie­rung nicht ge­lun­gen, mit die­sem Geld aus­zu­kom­men. Sie muss zur Fi­nan­zie­rung ih­rer groß­zü­gi­gen Po­li­tik auf Er­spar­tes zu­rück­grei­fen und rund 3,7 Mil­li­ar­den aus den Rück­la­gen neh­men. Das sind die zen­tra­len Fak­ten, auf die der Obers­te Rech­nungs­hof sei­ne Kri­tik stützt. Sie las­sen sich nicht weg­dis­ku­tie­ren.

Treff­lich strei­ten lässt sich über die Fra­ge, wie ris­kant die­se Po­li­tik ist. Noch kann Bay­ern es sich leis­ten, groß­zü­gig zu sein. Schon mit der nächs­ten Steu­er­schät­zung aber könn­te sich das schlag­ar­tig än­dern. So­bald der lan­ge er­war­te­te Ein­bruch der Kon­junk­tur da ist, wird sich die Fra­ge stel­len, wo ge­kürzt wer­den muss. Oder ha­ben der Mi­nis­ter­prä­si­dent und sein Fi­nanz­mi­nis­ter sich viel­leicht schon längst von dem selbst ge­steck­ten Ziel ver­ab­schie­det, Bay­erns Staats­schul­den bis zum Jahr 2030 voll­stän­dig ab­zu­bau­en?

Es sieht al­les da­nach aus. Die CSU hat sich lan­ge und zu Recht für ei­ne so­li­de Haus­halts­po­li­tik fei­ern las­sen. Nun ist sie im Ver­bund mit den Frei­en Wäh­lern da­bei, die­ses Grund­prin­zip ih­rer Po­li­tik auf­zu­ge­ben. Sö­der und Ai­wan­ger re­gie­ren nach dem Prin­zip Hoff­nung. So­li­de ist das nicht.

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