Die „Di­enst­waf­fe“macht Mu­sik

Por­trät Das baye­ri­sche Po­li­zei­or­ches­ter gibt ein Be­ne­fiz­kon­zert in Bad Wö­ris­ho­fen. Mit auf der Büh­ne steht dann ein Mann, der einst in der Kn­eipp­städ­ter Ju­gend­ka­pel­le sein De­büt gab

Mindelheimer Zeitung - - Bad Wörishofer Rundschau - VON FRANZ ISSING

Bad Wö­ris­ho­fen Von ei­nem „ab­so­lu­ten High­light“schwärmt Bad Wö­ris­ho­fens Po­li­zei­chef Tho­mas Mai­er und da­bei strahlt er über das gan­ze Ge­sicht. „Dass ich das in mei­ner Ära als Lei­ter der In­spek­ti­on Bad Wö­ris­ho­fen ein­mal er­le­ben darf, ist schon et­was ganz Be­son­de­res“, freut er sich auf ein na­hen­des mu­si­ka­lisch­ess Er­eig­nis. Es geht um das Be­ne­fiz­kon­zert des Baye­ri­schen Po­li­zei­or­ches­ters, das am Sonn­tag, 12 Mai, um 19.30 Uhr im Kur­saal zu Guns­ten der Ak­ti­on „Stern­stun­den“des Baye­ri­schen Rund­funks klang­vol­le Le­cker­bis­sen ser­viert. Mit da­bei in der Schar der Mu­si­ker ist auch ein Ver­tre­ter aus dem Un­ter­all­gäu, aus Wie­der­gel­tin­gen, um ge­nau zu sein.

„Wir prä­sen­tie­ren ein ab­wechs­lungs­rei­ches Pro­gramm mit vir­tuo­sen, so­lis­ti­schen Dar­bie­tun­gen“ver­spricht Ge­ne­ral­mu­sik­di­rek­tor Pro­fes­sor Jo­hann Mö­sen­bich­ler. Auf­ge­führt wer­den so­wohl klas­si­sche, wie auch mo­der­ne Wer­ke von Gioac­chi­no Ros­si­ni bis Le­on­hard Bern­stein. Be­son­ders freu­en dür­fen sich die Freun­de sin­fo­ni­scher Blas­mu­sik auf die Ou­ver­tü­re zur Oper „Wil­helm Tell“und auf das fünf­sät­zi­ge Haupt­werk „Of Sailors and Wha­les“bei dem sich der zeit­ge­nös­si­sche US-Kom­po­nist von dem be­rühm­ten Ro­man „Mo­by Dick“in­spi­rie­ren ließ.

Für Wer­ner Stöß­ner, den Po­li­zei­prä­si­den­ten des Prä­si­di­ums Schwa­ben Süd/West, ist das Be­ne­fiz­kon­zert für Kin­der in Not „ein idea­les Mut­ter­tags­ge­schenk“. Das sag­te Stöß­ner bei ei­ner Pres­se­kon­fe­renz im Bad Wö­ris­ho­fer Rat­haus. Der Ein­tritt zum Kon­zert ist frei, Spen­den sind er­wünscht. Bür­ger­meis­ter Paul Grusch­ka hofft, „dass es in den Körb­chen ra­schelt und nicht nur klim­pert“. Kos­ten­lo­se Ti­ckets für die Ver­an­stal­tung – die MZ ist Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner – gibt es ab so­fort im Kur­haus und nach Ver­füg­bar­keit an der Abend­kas­se. Die Kar­ten sind nö­tig, da nicht un­be­grenzt Zu­hö­rer im Saal Platz fin­den.

Da­mit bei dem Be­ne­fiz­kon­zert al­les wie am Schnür­chen klappt, tra­fen sich die Or­ga­ni­sa­to­ren schon mal im Rat­haus zu Vor­ge­sprä­chen. Kur­di­rek­to­rin Pe­tra No­cker, Bür­ger­meis­ter Paul Grusch­ka Po­li­zei­prä­si­dent Wer­ner Stöß­ner so­wie Wö­ris­ho­fens In­spek­ti­ons­lei­ter Tho­mas Mai­er und Ver­an­stal­tungs­lei­te­rin Isa­bell Joa­chim lo­te­ten da­bei auch Mög­lich­kei­ten der Fi­nan­zie­rung des Kon­zer­tes aus,

Um ei­nen Groß­teil der an­fal­len­den Kos­ten de­cken zu kön­nen, ha­ben die Stadt Bad Wö­ris­ho­fen und das Po­li­zei­prä­si­di­um Schwa­ben Süd/West in Kemp­ten den Baye­ri­schen Spar­kas­sen­ver­band um fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung ge­be­ten. Geld­mit­tel aus dem Topf „PS-Spa­ren und Ge­win­nen“wur­den zu­ge­sagt. Das Po­li­zei­or­ches­ter Bay­ern mit Sitz in Mün­chen ver­steht sich vor al­lem als Bin­de­glied zwi­schen Po­li­zei und Bür­gern. An­no 1951 in Reb­dorf bei Eichstätt ge­grün­det, kann es mit sei­ner 65-jäh­ri­gen Ge­schich­te auf ei­ne be­weg­te Ent­wick­lung zu­rück­bli­cken. Die hat auch der So­list To­bi­as Epp aus Wie­der­gel­tin­gen mit­ge­schrie­ben, der schon mit neun Jah­ren da­mit be­gann, ei­nem Eu­pho­ni­um schö­ne Tö­ne zu ent­lo­cken.

„Ich hat­te gro­ßes Glück schon in jun­gen Jah­ren und auch spä­ter im­mer an gu­te Leh­rer zu ge­ra­ten“, er­zählt der in Mem­min­gen ge­bo­re­ne und in Wie­der­gel­tin­gen sess­haft ge­wor­de­ne In­stru­men­ta­list. Ers­te Spo­ren ver­dien­te sich Epp wäh­rend sei­ner Aus­bil­dung am Eu­pho­ni­um im Jah­re 2001 bei Magnus Blank an der Mu­sik­schu­le in Bad Wö­ris­ho­fen. Auf der Büh­ne im Kur­saal gab er bei ei­nem Kon­zert der Kn­eipp­städ­ter Ju­gend­ka­pel­le auch sein De­büt. „Ist es nicht toll, dass ich jetzt vie­le Jah­re spä­ter an glei­cher Stel­le wie­der mit dem Po­li­zei­or­ches­ter spie­len darf?“, be­merkt er und lässt sei­ne mu­si­ka­li­sche Vi­ta Revue pas­sie­ren. To­bi­as Epp be­such­te nach sei­nem Re­al­schul­ab­schluss zwei Jah­re die Be­rufs­fach­schu­le für Mu­sik in Krum­bach, stu­dier­te da­nach mit 18 Jah­ren an der Mu­sik­hoch­schu­le Lu­zern bei Pro­fes­sor Tho­mas Rüe­di und schloss dort 2013 mit dem „Ba­che­lor of Arts“und 2015 mit dem Mas­ter als Mu­sik­päd­ago­ge ab.

Mit dem Po­li­zei­or­ches­ter ist To­bi­as Epp viel her­um­ge­kom­men. Erst kürz­lich über­zeug­te er als So­list am Eu­pho­ni­um bei ei­nem Kon­zert in Bu­da­pest. „Es ist schon ei­ne tol­le Sa­che, zu­sam­men mit In­stru­men­ta­lis­ten aus al­ler Welt mu­si­zie­ren zu kön­nen“, fin­det er und ver­si­chert: „Ich ha­be es al­len Un­ken­ru­fen zum Trotz nie be­reut, dass ich mein Hob­by zum Be­ruf ge­macht ha­be. Ich wür­de es glatt wie­der tun.“Vie­le Leu­te hät­ten ihm einst da­von ab­ge­ra­ten und den Be­ruf des Mu­si­kers als „brot­lo­se Kunst“ab­ge­tan. „Für mich galt da­mals, wie heu­te das Mot­to: „Lass dir von nie­man­dem et­was aus­re­den, der nicht dort ist, wo du hin willst“. Das Pu­bli­kum darf sich al­so auf ei­nen ex­zel­len­ten So­lis­ten wie auch auf ein Kon­zert mit 45 stu­dier­ten Be­rufs­mu­si­kern freu­en, von de­nen nur noch drei Uni­form tra­gen. Al­le üb­ri­gen In­stru­men­ta­lis­ten sind bei der Po­li­zei an­ge­stellt.

Fo­to: Epp/pri­vat

Rück­kehr an ei­ne al­te Wir­kungs­stät­te: To­bi­as Epp steht bald mit dem baye­ri­schen Po­li­zei­or­ches­ter auf der Büh­ne im Kur­saal von Bad Wö­ris­ho­fen.

Fo­to: Franz Issing

Bei Vor­ge­sprä­chen für das Be­ne­fiz­kon­zert des Baye­ri­schen Po­li­zei­or­ches­ters im Rat­haus von Bad Wö­ris­ho­fen (von links): Ver­an­stal­tungs­lei­te­rin Isa­bell Joa­chim, Wö­ris­ho­fens Po­li­zei­chef Tho­mas Mai­er, Kur­di­rek­to­rin Pe­tra No­cker, Po­li­zei­prä­si­dent Wer­ner Stöß­ner und Bür­ger­meis­ter Paul Grusch­ka.

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