Ge­fähr­li­che Alt­las­ten des Mi­li­tärs

SPD schlägt we­gen Che­mi­ka­li­en Alarm

Mindelheimer Zeitung - - Bayern - VON ULI BACHMEIER

Mün­chen We­gen ge­sund­heits­ge­fähr­den­der Che­mi­ka­li­en, die an ak­tu­el­len und ehe­ma­li­gen Stand­or­ten der Bun­des­wehr in Bay­ern Bo­den und Grund­was­ser be­las­ten, for­dern die SPD im Land­tag und die Bür­ger­initia­ti­ve „PFC Man­ching“das Um­welt­mi­nis­te­ri­um zu schnel­lem Han­deln auf. Es sei „völ­lig in­ak­zep­ta­bel“, sagt der SPD-Um­welt­po­li­ti­ker Flo­ri­an von Brunn, „dass man se­hen­den Au­ges ei­ne Ge­fähr­dung der Be­völ­ke­rung in Kauf nimmt.“

Von Che­mie-Alt­las­ten be­trof­fen sind nach An­ga­ben der SPD 20 ak­tu­el­le und 27 ehe­ma­li­ge Bun­des­wehr­stand­or­te in Bay­ern und da­von ins­be­son­de­re Mi­li­tär­flug­hä­fen. „In min­des­tens acht Fäl­len ist von ei­ner Ver­seu­chung mit per- und po­ly­fluo­rier­ten Che­mi­ka­li­en aus­zu­ge­hen“, sagt von Brunn. Die ge­sund­heits­ge­fähr­den­den und zum Teil mög­li­cher­wei­se krebs­er­re­gen­den Stof­fe sei­en vor al­lem durch den Ein­satz von Lösch­schaum bei Feu­er­wehr­übun­gen in Bo­den und Grund­was­ser ge­langt.

Do­ris Schmidt, die Initia­to­rin der Bür­ger­initia­ti­ve „PFC Man­ching“, be­rich­tet von ei­ner lan­gen Zeit der Un­ge­wiss­heit in den Man­chin­ger Orts­tei­len Lindach und Wes­ten­hau­sen. Die Ver­wen­dung PFC-hal­ti­ger Lösch­schäu­me sei 2011 ver­bo­ten wor­den. Dass es mög­li­cher­wei­se ei­ne Ge­fähr­dung gibt, hät­ten die Bür­ger erst 2015 er­fah­ren, als im Ge­mein­de­an­zei­ger der Hin­weis ver­öf­fent­licht wor­den sei, dass man im Wei­her nicht mehr ba­den sol­le. Ein Jahr spä­ter sei­en die Haus­brun­nen un­ter­sucht wor­den. Im Mai 2018 sei schließ­lich ver­fügt wor­den, dass man das Brun­nen­was­ser nicht mehr zum Gie­ßen ver­wen­den darf. Sie ha­ben sich dar­auf­hin auf ei­ge­ne Kos­ten un­ter­su­chen las­sen. Da­bei sei fest­ge­stellt wor­den, dass ih­re PFCWer­te im Blut deut­lich er­höht sei­en.

Schmidt und von Brunn for­dern vom Um­welt­mi­nis­te­ri­um, zum Schutz der Be­völ­ke­rung mög­lichst schnell selbst ak­tiv zu wer­den und nicht auf die of­fen­bar lang­wie­ri­gen Un­ter­su­chun­gen und Sa­nie­run­gen durch die Bun­des­wehr zu war­ten oder die Ver­ant­wor­tung auf die Land­rats­äm­ter ab­zu­schie­ben.

In der Ant­wort des Um­welt­mi­nis­te­ri­ums auf ei­ne SPD-An­fra­ge heißt es, die Bun­des­wehr ge­he im Rah­men ih­res Alt­las­ten­pro­gramms „so­gar über die ge­setz­li­chen Vor­ga­ben hin­aus“. Die­ses Pro­gramm wer­de „seit fast 30 Jah­ren er­folg­reich um­ge­setzt“.

Der Pfaf­fen­ho­fe­ner SPD-Kreis­rat Mar­kus Kä­ser hat al­ler­dings den Ver­dacht, dass im Um­gang mit der Bun­des­wehr mit zwei­er­lei Maß ge­mes­sen wird. Er ist der Mei­nung: „Wenn es ei­ne nor­ma­le Fir­ma wä­re, wür­de man hier längst ein­schrei­ten.“

Bür­ger er­fah­ren über Um­we­ge von der Ge­fahr

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