Le­ser­brie­fe

Mindelheimer Zeitung - - Meinung & Dialog -

Hört das ir­gend­wann auf?

Zu „Vor­wür­fe ge­gen Ex-Ver­trau­ten des Paps­tes“(Bay­ern) vom 2. Mai: Gibt es viel­leicht doch noch ei­nen klei­nen Hoff­nungs­fun­ken, dass die na­he­zu all­täg­li­chen Schau­er­mel­dun­gen über Miss­brauchs­vor­wür­fe ir­gend­wann ein­mal auf­hö­ren oder müs­sen wir bis zum Sankt-Nim­mer­leins-Tag da­mit le­ben? Her­bert Biedermann, Kirchdorf

Be­trifft: Angst vor 5G

Zu „Un­ge­klär­tes Strah­len­ri­si­ko“(Wirt­schaft) vom 17. April und Le­ser­brie­fen da­zu: Die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker ha­ben ein „neu­es“Feld ent­deckt – die bö­se, bö­se Han­dy­strah­lung. Neu ist da­bei nur das „5G“. Da­bei gibt es hun­der­te Stu­di­en, die nicht nach­wei­sen konn­ten, dass ei­ne Ge­sund­heits­ge­fahr von elek­tro­ma­gne­ti­schen Fel­dern aus­geht. Das ist auch nicht wei­ter über­ra­schend, da die be­nutz­ten Fre­quen­zen nicht io­ni­sie­rend (zell­schä­di­gend) sind. Sicht­ba­res Licht ist üb­ri­gens auch ei­ne elek­tro­ma­gne­ti­sche Strah­lung, ich ken­ne aber nie­mand, der, sa­gen wir mal, vor der Far­be Grün Angst hat, weil die­se Krebs ver­ur­sa­chen könn­te. Die Strah­lung, die im Mo­bil­funk ver­wen­det wird, hat noch we­ni­ger Ener­gie, sie ist erst recht nicht io­ni­sie­rend. Vol­ker Her­geth, Augs­burg

Fun­da­men­ta­list am Werk

Zu „Ju­so-Chef Ke­vin Küh­nert will BMW ent­eig­nen“(Wirt­schaft) vom 2. Mai: Als die Zeit dem „po­li­ti­schen Hoff­nungs­trä­ger“vor Mo­na­ten ei­ne gan­ze Sei­te mit ein­drucks­vol­lem Por­trät­fo­to wid­me­te, war ich nur leicht ver­är­gert. Als die Augs­bur­ger All­ge­mei­ne kurz da­nach auf ei­ner hal­ben Sei­te die The­sen des neu­en Pro­phe­ten ver­kün­de­te, muss­te ich al­ler­dings ernst­haft über­le­gen, mein jahr­zehn­te­al­tes Abo zu kün­di­gen. Nach Herrn Küh­nerts neu­er­li­chen Äu­ße­run­gen vom Wo­che­n­en­de zur Kol­lek­ti­vie­rung von BMW keimt nun erst­mals Hoff­nung bei mir auf, dass auch den größ­ten Ke­vin-Fans un­ter den Jour­na­lis­ten däm­mern soll­te, wem sie da auf den Leim ge­gan­gen sind: Hier ist ganz of­fen­sicht­lich kein po­li­ti­sches Aus­nah­me­ta­lent, son­dern ein rea­li­täts­fer­ner Fun­da­men­ta­list am Werk. Mat­thi­as Schreck, Augs­burg

Kann Küh­nert Kanz­ler?

Zu „SPD em­pört über Küh­nerts The­sen“(Sei­te 1) vom 3. Mai: Kann Ke­vin Küh­nert Kanz­ler? Die­se Fra­ge wird sich bei der ehe­ma­li­gen Ar­bei­ter­par­tei SPD wohl man­gels Wäh­ler­stim­men er­üb­ri­gen! Küh­nerts küh­ne So­zia­lis­mus-The­sen kün­di­gen kei­nen Stopp des SPD-Ab­wärts­trends an – im Ge­gen­teil! Gott­fried Schwank, Obe­regg

Sind sol­che Fes­te sinn­voll?

Zu „Mit­tel­alter­freun­de be­stürzt über Un­fall mit Ka­no­ne“(Bay­ern) vom 30. April: Die Äu­ße­rung von Max Spies: „Na­tür­lich kann man die Sinn­fra­ge stel­len, aber wir se­hen dar­in ei­nen Bei­trag zur Er­in­ne­rungs­kul­tur“, ist gera­de­zu ab­surd. Und wenn er bei der Nach­stel­lung von his­to­ri­schem Schlach­ten­ge­tüm­mel, wo Söld­ner nie­der­ge­met­zelt wer­den, von de­nen kei­ner dem an­de­ren je­mals per­sön­lich et­was zu­lei­de ge­tan hat, von ei­nem „Aspekt der Völ­ker­ver­stän­di­gung“spricht – da­für feh­len ein­fach die Wor­te. Wenn die­se Darstel­lung der „Er­in­ne­rungs­kul­tur“auch im Sin­ne des Frunds­berg­festrin­ges ist, müss­te er sich über die Sinn­haf­tig­keit sol­cher Fes­te Ge­dan­ken ma­chen. Hel­mut Lut­zen­ber­ger, Min­del­heim

Nur ei­ne ab­len­ken­de Show?

Zu „Bie­nen sol­len auf High­ways flie­gen“(Bay­ern) vom 26. April: Die Grund­idee, das Stra­ßen­be­gleit­grün al­ler Au­to­bah­nen und Stra­ßen an­ders als bis­her zu be­ar­bei­ten und zu ge­stal­ten, wird von uns eh­ren­amt­lich tä­ti­gen Na­tur­schüt­zern grund­sätz­lich po­si­tiv ge­wer­tet! Kri­tisch be­trach­tet aber ist die­se Ver­an­stal­tung von Herrn Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (CSU) und Ver­kehrs­mi­nis­ter Hans Reich­hart (CSU) mit dem „Bie­nenHigh­way“nicht der ge­rings­te Bei­trag zur In­sek­ten­viel­falt, Bio­top­ver­net­zung und Bi­o­di­ver­si­tät in Bay­ern; wenn un­se­re ar­me Land­wirt­schaft als die größ­ten Flä­chen­be­ar­bei­ter, bay­ern­weit, die po­ten­zi­el­len, ar­ten­rei­chen Wie­sen un­wie­der­bring­lich um­pflü­gen, das Erd­ma­te­ri­al aus­tau­schen, mit orts­frem­dem Lehm Kalk-Bo­den­mul­den auf­fül­len (wie der­zeit in Klei­n­ait­in­gen sicht­bar), die von land­wirt­schaft­li­chen Rent­nern an­ge­pach­te­ten Wie­sen min­des­tens vier­mal im Jahr mä­hen, um an­de­rer­seits die über­schüs­si­ge Gül­le un­ter­zu­brin­gen und da­mit die Bio­gas­an­la­gen zu ver­sor­gen! Ist durch­ge­führ­te Ak­ti­on da nicht nur ei­ne von der ei­gent­li­chen Pro­ble­ma­tik ab­len­ken­de Show, um zu zei­gen, wir tun ja et­was? Bern­hard Uf­fin­ger, Augs­burg

Brecht war kein Re­vo­lu­tio­när

Zu „Der Meis­ter des La­vie­rens“(Feuille­ton) vom 30. April: Vor dem Kö­nigs­ber­ger Dom steht der Ge­denk­stein des Theo­lo­gen Ju­li­us Rupp, dem Groß­va­ter von Kä­the Koll­witz. Die In­schrift „Wer nach der Wahr­heit, die er be­kennt, nicht lebt, ist der ge­fähr­lichs­te Feind der Wahr­heit selbst“stimmt im Hin­blick auf B.B. nach­denk­lich. Wenn Jür­gen Hil­le­s­heim in sei­ner Mo­no­gra­fie zum Ur­teil kommt, dass Brecht nie­mals Re­vo­lu­tio­när und über­zeug­ter Mar­xist war, äu­ßer­te er Über­fäl­li­ges. Wor­te und Ta­ten klaff­ten bei Bert Brecht be­ängs­ti­gend aus­ein­an­der. Bert Brecht war ab­seits sei­nes groß­ar­ti­gen dich­te­ri­schen Wer­kes we­der Re­vo­lu­tio­när noch Bür­ger­schreck. Er war ein ge­schäfts­tüch­ti­ges, vor­sich­ti­ges, ge­gen­über Frau­en von Ma­cho­ge­ha­be ge­präg­tes bür­ger­li­ches Schaf im Wolfs­pelz. Die­ser re­vo­lu­tio­nä­re „Wolfs­pelz“wur­de von ihm mit Schie­ber­müt­ze, Le­der­ja­cke und wal­len­der Ar­bei­ter­ho­se al­ler­dings mit Hin­ga­be ge­pflegt. Phil­ipp Je­del­hau­ser, Kemp­ten

Kein Ein­fluss aufs Kli­ma

Zu „Was bringt ei­ne Steu­er auf Koh­len­di­oxid?“(Sei­te 1) vom 30. April: Die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land hat ge­ra­de mal ei­nen An­teil von ca. 1,8% an dem welt­wei­ten CO2-Auf­kom­men. Ob in Deutsch­land der CO2-Aus­stoß ver­rin­gert wird oder nicht, hat nicht den ge­rings­ten Ein­fluss auf un­ser Kli­ma. Es geht bei der CO2-Steu­er doch nur um ei­ne zu­sätz­li­che Ein­nah­me­quel­le für den Staat, da die Pro­gno­sen für die zu­künf­ti­gen Steu­er­ein­nah­men nied­ri­ge­re Ein­nah­men vor­her­sa­gen. Wür­de der Staat ver­ant­wor­tungs­voll mit den Steu­er­ein­nah­men um­ge­hen, dann könn­ten die Steu­ern ge­senkt wer­den. Die Frau Pro­fes­so­rin hat wohl von der täg­li­chen Über­las­tung un­se­rer öf­fent­li­chen Nah­ver­kehrs­mit­tel kei­ne Ah­nung. Sie soll­te mal je­den Tag mit Zug und S-Bahn nach Mün­chen zur Ar­beit pen­deln, dann könn­te sie mit­re­den. Ru­dolf Stock­mann, Buchloe

Oh­ne strik­te Kon­trol­len und oh­ne dras­ti­sche Stra­fen – im Be­trugs­fall – wer­den ehr­li­che Er­zeu­ger und An­bie­ter so wie un­be­darf­te Kun­den wie so oft die Dum­men sein! Jo­sef Pfis­ter, Neu­säß, zu „Weg­wei­ser durch den Sie­gel-Dschun­gel“(Wirt­schaft) vom 25. April

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