Meh­re­re Ehe­frau­en, kein Pass

Ver­bot soll schnel­ler um­ge­setzt wer­den

Mindelheimer Zeitung - - Politik -

Ber­lin Das von der Bun­des­re­gie­rung ge­plan­te Meh­re­he­ver­bot bei Ein­bür­ge­run­gen soll jetzt doch schnel­ler in Kraft tre­ten. „Wir wer­den im Ge­setz klar­stel­len, dass Men­schen, die in Meh­re­he le­ben, nicht ein­ge­bür­gert wer­den. Das war und ist un­strei­tig in der Ko­ali­ti­on“, er­klär­te die stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on, Eva Högl. „Wir wer­den im par­la­men­ta­ri­schen Ver­fah­ren für die zü­gi­ge Um­set­zung sor­gen“, füg­te sie hin­zu. Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (CSU) hat­te das Ver­bot ur­sprüng­lich be­reits in ei­nen Ge­setz­ent­wurf für die Re­form des Staats­an­ge­hö­rig­keits­rechts auf­ge­nom­men, der An­fang April vom Ka­bi­nett be­schlos­sen wur­de. Vor dem Ka­bi­netts­be­schluss wa­ren je­doch der Pas­sus zu den Meh­re­hen und die Ver­län­ge­rung der Frist für die Rück­nah­me er­schli­che­ner Ein­bür­ge­run­gen von fünf auf zehn Jah­re ge­stri­chen wor­den. Ein Spre­cher des Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­ri­ums er­klär­te, dies sei nicht ge­sche­hen, weil man ge­ne­rell da­ge­gen sei. Viel­mehr hät­ten sich See­ho­fer und Jus­tiz­mi­nis­te­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD) ver­stän­digt, le­dig­lich Re­ge­lun­gen zum

Bis­her geht es nur um we­ni­ge Fäl­le

Staats­bür­ger­schafts­ent­zug bei ISKämp­fern mit Dop­pel­pass um­zu­set­zen. Al­les an­de­re sei oh­ne wei­te­re Prü­fung auf ei­nen spä­te­ren Zeit­punkt ver­scho­ben wor­den. Der Spre­cher sag­te, Bar­ley sei nicht da­ge­gen, ein ent­spre­chen­des Ver­bot ins Staats­an­ge­hö­rig­keits­recht auf­zu­neh­men, wenn See­ho­fer „ei­ne neue Re­ge­lung, die ge­nau das be­wirkt, vor­legt“. Bis­her gibt es zwar nur we­ni­ge Fäl­le, in de­nen Ein­bür­ge­run­gen auf­grund ei­ner Meh­re­he strit­tig wa­ren. Per­spek­ti­visch könn­ten es aber mehr wer­den, denn in ei­ni­gen Her­kunfts­län­dern von Flücht­lin­gen wie Sy­ri­en, Irak und Af­gha­nis­tan wird die Meh­re­he prak­ti­ziert. In der Tür­kei exis­tiert sie zwar auch, aber nur in­of­fi­zi­ell. Ge­nau­so in Tu­ne­si­en. Nach is­la­mi­schem Recht kann ein Mann bis zu vier Ehe­frau­en gleich­zei­tig ha­ben.

Der Spre­cher be­ton­te, Meh­re­hen sei­en in Deutsch­land nicht mög­lich. „Es ist so­gar straf­bar, wenn ein be­reits ver­hei­ra­te­ter Ehe­part­ner ei­ne Ehe mit ei­ner wei­te­ren Per­son schließt.“

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