Der Schön­heit Stet­tens seit 50 Jah­ren ver­pflich­tet

Orts­ent­wick­lung Der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein küm­mert sich um ein an­spre­chen­des Orts­bild. Da­für sucht er neue Mit­strei­ter

Mindelheimer Zeitung - - Mindelheim Und Das Unterallgäu - (baus)

Stet­ten Es brummt im Sau­len­grai­ner Wald, ge­nau­er ge­sagt an der Tret­an­la­ge. Dort be­ar­bei­tet Sieg­fried Ja­kob mit dem Dampf­strah­ler erst das noch lee­re Be­cken und spä­ter die Pflas­ter­stei­ne drum­her­um, die nach der Be­hand­lung mit dem har­ten Was­ser­strahl wie­der in kräf­ti­gem Rot leuch­ten. Sei­ne Frau Ma­ri­an­ne rückt dem Schmutz mit ei­ner Bürs­te zu Lei­be, Xa­ver Grimm ist mit dem Be­sen zu­gan­ge und Jo­hann Schmid mit ei­nem Re­chen.

Die Vier bil­den den Vor­stand des Ver­schö­ne­rungs­ver­eins Stet­ten, der in die­sem Jahr sein 50-jäh­ri­ges Be­ste­hen fei­ert, und zu­gleich des­sen har­ten Kern. Ge­mein­sam be­rei­ten sie das Was­ser­tret­be­cken auf die neue Sai­son vor, das nicht nur bei den Ein­hei­mi­schen, son­dern auch bei Aus­flüg­lern sehr be­liebt ist: Der Rad­weg führt fast dar­an vor­bei und das Was­ser bleibt auch in hei­ßen Som­mern er­fri­schend kühl.

Der Ver­schö­ne­rungs­ver­ein putzt das Tret­be­cken aber nicht nur zum Sai­son­be­ginn und dann bis in den Herbst hin­ein ein­mal pro Wo­che, er hat es vor 49 Jah­ren auch ge­baut. Es war ei­nes der größ­ten Pro­jek­te in der Ge­schich­te des Ver­eins, der 1969 aus dem da­ma­li­gen Ver­kehrs­ver­ein her­vor­ge­gan­gen ist.

Was zu­nächst ein we­nig pa­ra­dox klingt, er­weist sich bei nä­he­rem Hin­se­hen als gar nicht so ab­we­gig: Dem Ver­kehrs­ver­ein war es En­de der 60er Jah­re ge­lun­gen, Tou­ris­ten aus dem Ruhr­ge­biet nach Stet­ten zu lo­cken, das sich nun ent­spre­chend prä­sen­tie­ren soll­te und den Gäs­ten auch et­was bie­ten woll­te: Au­ßer dem Was­ser­tret­be­cken ent­stand so auch der Trimm-dich-Pfad im Sau­len­grai­ner Wald, den nun Jo­hann Schmid, der Zwei­te Vor­sit­zen­de des Ver­eins, re­gel­mä­ßig kon­trol­liert. „Wenn was ka­putt ist, muss der Rent­ner­trupp ran und wie­der Ord­nung schaf­fen“, sagt Ma­ri­an­ne Ja­kob, die Vor­sit­zen­de, gut ge­launt.

Ers­tes Pro­jekt war der höl­zer­ne Brun­nen na­he der Grund­schu­le, der in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren schon mehr­fach er­setzt wur­de. Zu­dem stell­te der Ver­ein Ru­he­bän­ke und Blu­men­kü­bel auf, er­rich­te­te bei der Raiff­ei­sen­bank ei­nen Spiel­platz, der nach de­ren Er­wei­te­rung längst wie­der Ge­schich­te ist, und auch für das Ge­denk­kreuz für die Pest­to­ten zeich­net der Ver­ein ver­ant­wort­lich.

Ak­tu­ell pfle­gen die Mit­glie­der das Bio­top bei der Fran­zis­kus-Ka­pel­le, küm­mern sich um den Blu­men­schmuck an der Brü­cke über den Au­er­bach und am Mai­baum und mä­hen re­gel­mä­ßig das Gras um die Ru­he­bänk­le aus. Gro­ßen An­klang fan­den au­ßer­dem ein Baum­schnitt­kurs mit Kreis­gar­ten­fach­be­ra­ter Mar­kus Orf und ei­ne Müll­sam­mel­ak­ti­on, bei der die Hel­fer ins­ge­samt 20 Sä­cke Müll von den Stra­ßen­rän­dern klaub­ten.

In­ter­es­se an den Tä­tig­kei­ten und An­ge­bo­ten des Ver­eins gibt es al­so durch­aus. Trotz­dem ist die Zahl der Mit­glie­der rück­läu­fig: Sie sank von ehe­mals 117 auf rund 80, et­wa 20 da­von sind ak­tiv. Ma­ri­an­ne Ja­kob und ih­re Mit­strei­ter wür­den sich des­halb über Zu­wachs freu­en – und zwar aus­drück­lich aus al­len Al­ters­klas­sen – da­mit der Ver­ein auch in 50 Jah­ren noch brummt.

Fo­to: baus

Sieg­fried Ja­kob, sei­ne Frau Ma­ri­an­ne, Xa­ver Grimm und Jo­hann Schmid (von links) vom Ver­schö­ne­rungs­ver­ein Stet­ten rich­ten die Tret­an­la­ge für die dies­jäh­ri­ge Sai­son her.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.