Wa­shing­ton

Mittelschwaebische Nachrichten - - Politik -

Ex-US-Prä­si­dent Bill Cl­in­ton schick­te die Ex-Si­cher­heits­be­ra­te­rin und George­town-Pro­fes­so­rin Ma­de­lei­ne Alb­right. Ba­rack Oba­ma be­auf­trag­te sei­ne au­ßen­po­li­ti­sche Be­ra­te­rin Su­san Rice. Die deut­sche Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel be­för­der­te ih­ren lang­jäh­ri­gen au­ßen­po­li­ti­schen Vor­den­ker Chris­toph Heus­gen: Der Bot­schaf­ter­pos­ten bei den Ver­ein­ten Na­tio­nen gilt als äu­ßerst an­spruchs­voll – die Ma­te­rie ist ex­trem kom­plex, das di­plo­ma­ti­sche Par­kett schwer ver­mint.

In­so­fern über­rascht es zu­nächst, dass US-Prä­si­dent Do­nald Trump nach über­ein­stim­men­den Me­dien­be­rich­ten ei­ne Frau na­mens Hea­ther Nau­ert aus­ge­wählt hat, um sein Land künf­tig in New York zu ver­tre­ten. Die 48-Jäh­ri­ge ar­bei­tet erst seit an­dert­halb Jah­ren im Sta­te De­part­ment und ver­fügt über ei­ne sehr be­grenz­te au­ßen­po­li­ti­sche Er­fah­rung. Doch die zwei­fa­che Mut­ter bringt et­was mit, das für Trump von ent­schei­den­der Be­deu­tung ist: Sie ist ihm ge­gen­über höchst loy­al. Und sie hat in der Ver­gan­gen­heit als Mo­de­ra­to­rin sei­ner Lieb­lings-Fern­seh­sen­dung „Fox & Fri­ends“ei­ne gu­te Fi­gur ge­macht.

Nau­erts Vor­gän­ge­rin Nik­ki Ha­ley, die im Ok­to­ber ih­ren Ab­schied vom Bot­schaf­ter­amt an­ge­kün­digt hat­te, war zwar auch kei­ne au­ßen­po­li­ti­sche Ex­per­tin ge­we­sen, als sie den Pos­ten 2017 über­nahm. Als ehe­ma­li­ge Gou­ver­neu­rin von South Ca­ro­li­na brach­te sie aber politisches Ge­wicht mit und ent­wi­ckel­te sich schnell zu ei­ner in­ter­na­tio­na­len An­sprech­part­ne­rin, die den blas­sen Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son in den Schat­ten stell­te. Mehr­fach – vor al­lem in der Russ­land­po­li­tik – ver­trat sie ei­ge­ne, vom Prä­si­den­ten ab­wei­chen­de Po­si­tio­nen.

Bei­des ist von Nau­ert nicht zu er­war­ten. Sie durf­te als Spre­che­rin des Sta­te De­part­ments erst un­ter dem neu­en Amts­chef Mi­ke Pom­peo in Er­schei­nung tre­ten und dankt dies mit un­be­ding­ter po­li­ti­scher Treue. We­der muss Trump mit Wi­der­wor­ten noch Pom­peo mit Kon­kur­renz rech­nen. Of­fen­bar wol­le Trump bei der UN lie­ber „ei­ne hoch­ka­rä­ti­ge Ver­käu­fe­rin“ha­ben als „je­mand, der ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei der Fest­le­gung von Po­li­tik hat“, ur­teilt die

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.