Col­len­berg

Mittelschwaebische Nachrichten - - Bayern -

Im Früh­jahr muss­te in ei­nem un­ter­frän­ki­schen St­ein­bruch ei­ne wei­ße Haus­zie­ge aus Berg­not be­freit wer­den – nun steht er­neut ei­ne hel­le Geiß auf dem Fels­vor­sprung. „Ja, sie steht da. Aber ich weiß nicht, wer sie hin­ge­stellt hat“, sag­te der Ers­te Bür­ger­meis­ter von Col­len­berg im Land­kreis Mil­ten­berg, Karl Jo­sef Ull­rich. Ein Ein­satz der Berg­wacht wird die­ses Mal al­ler­dings nicht nö­tig sein, denn das Tier ist ei­ne At­trap­pe.

Ull­rich fin­det die Idee ei­nes Un­be­kann­ten lus­tig. Die ori­gi­na­le wei­ße Geiß hat­te der Ge­mein­de im Früh­jahr viel Auf­merk­sam­keit be­schert und ist qua­si zum Mas­kott­chen des Orts ge­wor­den. Das Tier war ta­ge­lang auf ei­nem Fels­vor­sprung in 40 Me­ter Hö­he ge­fan­gen. Es konn­te we­der vor noch zu­rück und droh­te zu ver­durs­ten. Am En­de wur­de die Zie­ge, die spä­ter von Kin­der­gar­ten­kin­dern den Na­men „Flöck­chen“be­kam, von der Berg­wacht ge­ret­tet und ab­ge­seilt. Sie lebt nun auf ei­nem Gna­den­hof.

Der Ein­satz der Berg­wacht im April hat­te die Ge­mein­de gut 500 Eu­ro ge­kos­tet. Zu­dem spen­de­te sie wei­te­re 300 Eu­ro an die Berg­wacht Mil­ten­berg. „Das Flöck­chen ist uns recht und teu­er“, sag­te Ull­rich. Die Zie­ge leb­te zu­vor et­wa zwei Jah­re lang in dem St­ein­bruch, nach­dem sie beim Aus­la­den an ei­nem Schlacht­be­trieb ge­flüch­tet war. Wenn es nach Ull­rich geht, darf Flöck­chens Dop­pel­gän­ge­rin auf dem Fels­vor­sprung ste­hen­blei­ben. „Die ge­fähr­det ja nie­man­dem – und ver­durs­ten tut sie uns auch nicht.“

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.