So­gar die Chi­ne­sen lie­ben ih­re Fi­gu­ren

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - SACHSEN -

Ih­re Fi­gu­ren be­völ­kern das Wein­gut in Dres­den-Pill­nitz, ste­hen vorm Haus, tum­meln sich im Wein­kel­ler und lie­gen auf dem Gie­bel. Bild­haue­rin Mal­gorz­a­ta Cho­da­kow­s­ka schafft im­mer mehr die­ser We­sen - aus Bron­ze, Holz und neu­er­dings auch St­ein. Vie­le ha­ben ein zar­tes Lä­cheln, in­spi­riert „durch Bud­dha“, sagt die asi­en­be­geis­ter­te Künst­le­rin. Sie ist Po­lin und Deut­sche - frisch ein­ge­bür­gert.

Die Fi­gu­ren strah­len Selbst­be­wusst­sein und Kraft aus, wie ih­re blon­de Schöp­fe­rin. „Sie lä­cheln see­lisch von in­nen.“Auf ei­ner Lei­ter im Ate­lier ste­hend mo­del­liert die 53-jäh­ri­ge Ehe­frau ei­nes Win­zers ihr jüngs­tes Werk Bel­la Fi­gu­ra. Das le­bens­gro­ße Ab­bild ei­ner Tän­ze­rin des Sem­per­oper-Bal­letts wird spä­ter in Bron­ze ge­gos­sen.

Zur Welt kam Cho­da­kow­s­ka 1965 in Lodz. Mit 15 Jah­ren ging sie auf ein Kunst­gym­na­si­um. Mit 17 las sie ein Buch über Mi­che­lan­ge­lo. „Da war für mich klar, dass ich Bild­haue­rin wer­den will.“

Sie stu­diert an der Aka­de­mie der bil­den­den Küns­te War­schau, geht für ein Aus­tau­sch­jahr nach Wi­en - und bleibt. Von Wi­en geht es di­rekt nach Dres­den, der Lie­be we­gen. Als die an­ge­hen­de Künst­le­rin ih­ren Klaus zum ers­ten Mal be­sucht, rollt der am Bahn­steig ei­nen ge­lie­he­nen ro­ten Tep­pich aus. 1991 hei­ra­ten bei­de, die Ka­tho­li­kin aus Po­len zieht ins ver­ein­te Deutsch­land. Als ihr Mann ei­ne Ei­che auf dem neu er­wor­be­nen Wein­berg fällt, wird dar­aus ih­re ers­te Holz-Frau. Es fol­gen Holz­skulp­tu­ren, Bron­zen und ein­zig­ar­ti­ge Brun­nen.

Für sie tüf­telt Cho­da­kow­s­ka mit Kunst­hand­wer­kern, um es aus Haa­re , Fisch­schup­pen und Blü­ten trop­fen zu las­sen, Drei der zar­ten Mäd­chen mit Was­ser-Tütüs wur­den ge­ra­de in ei­ner

hen Mil­lio­nen­stadt ent­hüllt - und ko­piert. Cho­da­kow­s­ka sieht es als Wert­schät­zung - „die ko­pie­ren nur Meis­ter.“

Bild­haue­rin Mal­gorz­a­ta Cho­da­kow­s­ka in­mit­ten ih­rer Skulp­tu­ren. De­ren sinn­li­che Äs­t­he­tik rührt ge­ra­de­zu ans Herz.

Ein Haar­schopf als Was­ser­spen­der - dar­auf muss man erst­mal kom­men.

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