Form und In­halt ge­hen mit der Zeit

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - GESCHICHTE -

An­fangs war das Tüt­chen mit Na­sch­werk ge­füllt: Nüs­se, Obst, ein paar Kek­se. Erich Käst­ner sprach be­reits von Bon­bons, Pra­li­nen, Dat­teln, Ap­fel­si­nen und Waf­feln. In schlech­ten Zei­ten be­schränk­te sich die Gr­und­fül­lung schon mal auf Rü­ben und Erd­äp­fel, oben la­gen dann Kek­se.

Spä­ter hielt auch das Nütz­li­che Ein­zug: Turn­beu­tel, Trink­fla­sche, Re­flek­to­ren, Leucht­wes­te oder We­cker. In­zwi­schen kom­men aber auch Com­pu­ter­spie­le in die Tü­te. Oder ein Han­dy - wenn auch nur für Fo­tos oder Mu­sik.

Die er­wähn­te Fir­ma Nest­ler aus Eh­ren­frie­ders­dorf ist mit zwei Mil­lio­nen Stück pro Jahr Zu­cker­tü­ten-Markt­füh­rer. Um vorn da­bei zu blei­ben, ge­nügt nicht nur das Auf­dru­cken von be­lieb­ten Fi­gu­ren wie Bar­bie, Lil­li­fee oder Di­nos und Ein­hör­nern. In­zwi­schen gibt es schon die elek­trisch blin­kern­de oder sin­gen­de Zu­cker­tü­te - ver­rück­te Welt! Bei al­ler Un­be­schei­den­heit darf man nicht ver­ges­sen: Grö­ße und In­halt der Zu­cker­tü­te sind kei­ne Mess­grö­ße für die Lie­be und Für­sor­ge, die der ABC-Schüt­ze ver­dient.

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