Ei­ne Sa­che war frü­her wirk­lich bes­ser ...

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - TITEL -

Die All­er­gie For­schung hat­te jahr­zehn­te­lang ein in be­son­de­res In­ter­es­se an Ost­deutsch­land. Vie­le Spe­zia­lis­ten un­ter­such­ten nach dem Mau­er­fall Pa­ti­en­ten zwi­schen Kap Ar­ko­na und Fich­tel­berg. Sie woll­ten her­aus­fin­den, ob es hier­zu­lan­de auf­grund der Luft­ver­schmut­zung hau­fen­wei­se All­er­gi­en gab.

Gab es nicht! Im Os­ten zähl­te man nur halb so vie­le Bür­ger mit All­er­gi­en wie im Wes­ten. „Wir dach­ten zu­erst: In West­deutsch­land spricht man halt mehr über All­er­gi­en, da glaubt man dann auch öf­ter, sie wirk­lich zu ha­ben“, sag­te Bär­bel-Ma­ria Kurth vom Ro­bert-Koch-In­sti­tut dem Ber­li­ner Ta­ges­spie­gel 2009. Aber: All­er­gi­en wa­ren in der un­ter­ge­gan­ge­nen DDR in al­len Al­ters­grup­pen sel­te­ner. „Das be­gann mit dem Jahr­gang 1949 und ging dann im­mer wei­ter aus­ein­an­der“, so Kurth.

War­um die Os­sis we­ni­ger All­er­gi­en hat­ten, ist bis heu­te nicht ab­schlie­ßend ge­klärt. Man ver­mu­tet, dass es mit den Kei­men zu tun hat­te, de­nen Krip­pen-Kin­der aus­ge­setzt wa­ren. Die Er­näh­rung spiel­te wohl auch ei­ne Rol­le. Die so­zia­lis­ti­sche Nah­rungs­gü­ter­pro­duk­ti­on setz­te nicht mas­sen­haft Ge­schmacks­ver­stär­ker so­wie Farb- und Kon­ser­vie­rungs­stof­fe ein. Üb­ri­gens: Was das Auf­tre­ten von All­er­gi­en be­trifft, er­kennt man heu­te zwi­schen zw Ost und West kei­ne si­gni­fi­kan­ten Un­ter­schied

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