Von wo rech­net sich die Pen­de­lei nach Dres­den & Leip­zig?

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - REPORT - PL

DRES­DEN/LEIP­ZIG - Im­mer mehr Men­schen in Sach­sen pen­deln zur Ar­beit in die boo­men­den Groß­städ­te Leip­zig und Dres­den. Fast die Hälf­te der Be­schäf­tig­ten nimmt da­bei Pen­del­dis­tan­zen von weit mehr als zehn Ki­lo­me­tern in Kauf. Aber ist das sinn­voll? Das Ham­bur­ger Im­mo­bi­li­en­for­schungs­in­sti­tut F+B hat ei­ne bun­des­wei­te Stu­die er­stellt und hier­zu­lan­de für Dres­den und Leip­zig nach­ge­rech­net.

Die Ex­per­ten ver­gli­chen zu­erst die Kos­ten für Woh­nen und Wohn­ei­gen­tum in der Stadt mit de­nen im Um­land. An­schlie­ßend kal­ku­lier­ten sie Fahrt­kos­ten und Zeit­auf­wand fürs Hin­und Her­dü­sen. Sie be­rück­sich­tig­ten da­bei Stau­zei­ten eben­so wie Ver­spä­tun­gen im Nah­ver­kehr. Schluss­end­lich be­no­te­te die Ana­ly­se die un­ter­schied­li­chen Städ­te in der Re­gi­on nach ih­ren Vor- und Nach­tei­len für Pend­ler. Man­fred Neu­hö­fer von F+B: „Die Da­ten­aus­wer­tung kann als Ent­schei­dungs­hil­fe für Um­zie­hen­de die­nen und die Wahl des Wohn­or­tes er­leich­tern.“

Nach Dres­den zur Ar­beit fah­ren ist dem­nach aus Rie­sa, Hoy­ers­wer­da und Ra­de­beul we­ni­ger in­ter­es­sant (drei Ster­ne von fünf mög­li­chen). Die Grün­de da­für sind un­ter­schied­lich: Die Kos­ten für ein ÖPNV-Tick­tet schla­gen mit 2136 Eu­ro bei Rie­sa und Hoy­ers­wer­da ins Kon­tor. Ra­de­beul ver­liert an At­trak­ti­vi­tät we­gen sei­ner ho­hen Miet- und Im­mo­bi­li­en­prei­se. Vier Ster­ne ver­gibt das In­sti­tut an Baut­zen, Frei­tal, Mei­ßen und Pir­na als Pend­ler-Heim­stät­ten. So kos­tet Wohn­ei­gen­tum in der „Senf­stadt“knapp halb so viel wie in Dres­den. Frei­tal punk­tet mit sei­ner Nä­he zur Frau­en­kir­che. Mei­ßen pro­fi­tiert von güns­ti­gen Kos­ten fürs Woh­nen.

Wem das Le­ben in Leip­zig zu teu­er oder hek­tisch ist, für den könn­ten Grim­ma und De­litzsch als al­ter­na­ti­ve Wohn­or­te ei­ne Op­ti­on sein. Die bei­den Klein­städ­te be­kom­men bei die­ser Stu­die vier Ster­ne.

Pend­ler quet­schen sich in ei­ne vol­le S-Bahn. Laut ei­ner Stu­die des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung er­höh­te sich seit 2000 die mitt­le­re Pen­del­dis­tanz um 21 Pro­zent.

Tau­sen­de Sach­sen pen­deln mit dem Au­to zur Ar­beit. Nicht sel­ten le­gen sie da­bei Dut­zen­de Ki­lo­me­ter zwi­schen Ar­beits- und Wohn­ort zu­rück.

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