Trump mau­ert wei­ter

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - POLITIK -

WA­SHING­TON - Ei­gent­lich woll­te der US-Prä­si­dent den „Shut­down“auf sei­ne Kap­pe neh­men. Als es dann wirk­lich da­zu kam, gab er den De­mo­kra­ten die Schuld. Nun ist ein trau­ri­ger Re­kord ge­bro­chen - und Trumps wei­te­res Vor­ge­hen un­ge­wiss.

Der teil­wei­se Still­stand der Re­gie­rungs­ge­schäf­te un­ter US-Prä­si­dent Do­nald Trump (72) hat sich zum längs­ten in der Ge­schich­te der Ver­ei­nig­ten Staa­ten aus­ge­wach­sen. Um Mit­ter­nacht (US-Ost­küs­ten­zeit, 6 Uhr MEZ) wur­de der bis­he­ri­ge Re­kord des 21 Ta­ge wäh­ren­den „Shut­downs“von 1995/1996 ge­bro­chen. Die jet­zi­ge Haus­halts­sper­re hat­te am 22. De­zem­ber be­gon­nen - und ein En­de ist nicht ab­seh­bar.

Grund da­für ist der Streit zwi­schen Trump und den De­mo­kra­ten über das vom Prä­si­den­ten ge­for­der­te Geld für den Bau ei­ner Mau­er an der Gren­ze zu Me­xi­ko. Da es des­halb nicht recht­zei­tig zur Ver­ab­schie­dung ei­nes Bud­get­ge­set­zes kam, kön­nen meh­re­re Mi­nis­te­ri­en nicht nor­mal ar­bei­ten. Rund 800 000 Mit­ar­bei­ter von Re­gie­rung und Bun­des­be­hör­den müs­sen oh­ne Be­zah­lung ar­bei­ten oder im Zwangs­ur­laub aus­har­ren.

Trump wei­gert sich, ein Haus­halts­ge­setz zu un­ter­schrei­ben, das kein Geld für die von ihm ge­for­der­te Mau­er an der US-Süd­gren­ze ent­hält. Die De­mo­kra­ten, de­ren Stim­men Trump im Kon­gress braucht, wei­gern sich aber ve­he­ment. Ei­ne Lö­sung ist nicht in Sicht, das bis­lang letz­te Ge­spräch zwi­schen dem Prä­si­den­ten und Ver­tre­tern der De­mo­kra­ten schei­ter­te, ein neu­es ist vor­erst nicht ge­plant.

Trump hat da­mit ge­droht, ei­nen „Na­tio­na­len Not­stand“zu ver­hän­gen, soll­ten die De­mo­kra­ten bei ih­rer Li­nie blei­ben. Ei­ne sol­che Maß­nah­me gä­be ihm weit­rei­chen­de Be­fug­nis­se, und er

könn­te ver­su­chen, die Mau­er oh­ne Zu­stim­mung durch den Kon­gress bau­en zu las­sen. Am Frei­tag ru­der­te Trump wie­der et­was zu­rück: Ei­ne Not­stands­er­klä­rung sei die ein­fachs­te Lö­sung, aber er wer­de nicht „so schnell“zu die­sem Mit­tel grei­fen. Er wol­le, dass der Kon­gress sei­nen Job ma­che

- und des­halb im Mo­ment noch kei­nen „Not­stand“ver­hän­gen.

US-Prä­si­dent Do­nald Trump (72) prä­sen­tier­te im Wei­ßen Haus ein Fo­to ei­ner mög­li­chen Grenz­mau­er zu Me­xi­ko.

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