Im­mer mehr Kri­tik an Face­book & Co.

Morgenpost am Sonntag (Chemnitzer) - - TITEL -

Der Da­ten­skan­dal koch­te be­son­ders hoch, weil dies­mal Po­li­ti­ker, Jour­na­lis­ten und Pro­mi­nen­te be­trof­fen wa­ren. Ju­so-Chef Ke­vin

Küh­nert (29) wür­de sich wün­schen, dass ge­nau­so re­agiert wür­de, „wenn Da­ten von Bür­gern be­trof­fen sind. Die ha­ben es auch ver­dient, dass ih­re Da­ten ge­schützt wer­den und dass Bun­des­be­hör­den die Si­cher­heits­lü­cken schlie­ßen“. Küh­nert hat we­nig Mit­leid mit be­trof­fe­nen Po­li­ti­kern: „Sie sind selbst schuld, wenn sie sorg­los mit Da­ten um­ge­hen.“

Der In­ter­net-Pio­nier und Blog­ger Sa­scha

Lobo (43) rät zu mehr „di­gi­ta­ler Hy­gie­ne“ und regt an, in so­zia­len Netz­wer­ken öf­ter von der Blo­ckier­funk­ti­on Ge­brauch zu ma­chen. „Ner­vi­ge, pö­beln­de, hass­er­füll­te Stim­men aus der ei­ge­nen Wahr­neh­mung zu ent­fer­nen, ge­hört zu den wich­tigs­ten Kul­tur­tech­ni­ken in so­zia­len Netz­wer­ken. Nur Ah­nungs­lo­se hal­ten Blo­cken für Zen­sur.“Bei Freund­schafts­an­fra­gen sol­le man lie­ber zwei­mal über­le­gen, ob man klickt.

Grü­nen-Chef Ro­bert Ha­beck (49) geht noch ei­nen Schritt wei­ter. Er will sei­ne Pro­fi­le bei Face­book und Twit­ter („ein In­stru­ment der Spal­tung“) gänz­lich lö­schen. Bei ihm wur­den pri­va­te Chats und Aus­wei­se aus­ge­späht. Der An­griff er­folg­te über Kon­ten sei­ner Fa­mi­lie. Hass, Fa­ke News, Fil­ter­bla­sen - für den Au

tor und Künst­ler (Best­sel­ler: „Zehn Grün­de, war­um du dei­ne So­ci­al Me­dia Ac­counts so­fort lö­schen musst“) Ja­ron La­nier (58) ist längst klar: „Face­book ist ei­ne Ma­ni­pu­la­ti­ons­ma­schi­ne. Und Twit­ter, WhatsApp, Ins­ta­gram, YouTube funk­tio­nie­ren nach dem­sel­ben Prin­zip. Män­ner wer­den durch so­zia­le Me­di­en ag­gres­si­ver, jun­ge Frau­en eher de­pres­si­ver.“La­nier wur­de im Ok­to­ber 2014 mit dem Frie­dens­preis des Deut­schen Buch­han­dels aus­ge­zeich­net.

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