Ge­nos­sen stär­ken Nah­les

GroKo ringt um Lö­sung im Maa­ßen-Dra­ma

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - KOMMENTAR -

BER­LIN - Zum drit­ten Mal in nicht ein­mal drei Mo­na­ten geht es in der Gro­ßen Ko­ali­ti­on ums Gan­ze. Heu­te soll es ei­ne trag­fä­hi­ge Lö­sung im Fall Maa­ßen ge­ben. Die Hür­den sind hoch - die So­zi­al­de­mo­kra­ten ma­chen ih­rer Par­tei­che­fin im Macht­po­ker Mut.

Vor ei­nem er­neu­ten Kri­sen­tref­fen der Ko­ali­ti­ons­spit­zen ist ei­ne Lö­sung im Kon­flikt um den bis­he­ri­gen Ver­fas­sungs­schutz-Chef Hans-Ge­org Maa­ßen (55) er­neut zur Schick­sals­fra­ge für das Re­gie­rungs­bünd­nis ge­wor­den. CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (56) schrieb in ei­ner Mail an die CDU-Mit­glie­der, es ge­he bei dem Ge­spräch auch um die Klä­rung der Fra­ge, „ob sich al­le Ko­ali­ti­ons­par­tei­en wei­ter hin­ter dem ge­mein­sa­men Auf­trag ver­sam­meln kön­nen“.

NRW-SPD-Chef Se­bas­ti­an Hart­mann (41) lob­te die SPD-Vor­sit­zen­de Andrea Nah­les (48), weil sie die Feh­ler um die Per­so­na­lie Maa­ßen ein­ge­stan­den ha­be. Die SPD-Che­fin hat­te die neu­en Be­ra­tun­gen ein­ge­for­dert, nach­dem die ge­plan­te Be­för­de­rung Maa­ßens in der SPD Ent­rüs­tung und in wei­ten Tei­len der Uni­on Un­ver­ständ­nis aus­ge­löst hat­te.

Auch Vi­ze­kanz­ler Olaf Scholz (60, SPD) stell­te sich hin­ter Nah­les: Als die ur­sprüng­li­che Ver­ein­ba­rung zu Maa­ßen vie­le nicht ver­stan­den hät­ten, sei es ei­ne star­ke Leis­tung ge­we­sen, neue Ver­hand­lun­gen zu ver­lan­gen, so Scholz.

Der Vor­stand der SPD in Ba­den-Würt­tem­berg ver­lang­te per Be­schluss die Ent­las­sung von Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer (69, CSU). Mer­kel las­se dem In­nen­mi­nis­ter ei­nen Skan­dal nach dem an­de­ren durch­ge­hen. Er tor­pe­die­re seit Mo­na­ten die Re­gie­rung, hieß es. Und wei­ter: Die Gro­ße Ko­ali­ti­on müs­se nicht um je­den Preis er­hal­ten wer­den. In SPD-Krei­sen hieß es, man brau­che nun ei­ne Lö­sung, bei der Maa­ßen nicht mehr Ver­fas­sungs­schutz­prä­si­dent sei und nicht be­för­dert wer­de. Als Er­geb­nis des jüngs­ten Spit­zen­tref­fens woll­te See­ho­fer Maa­ßen zum In­nen­staats­se­kre­tär be­för­dern - und da­für ei­nen Staats­se­kre­tär mit SPD-Par­tei­buch in den Ru­he­stand ver­set­zen.

Wol­len zu­sam­men mit der SPD-Che­fin ei­ne trag­fä­hi­ge Lö­sung in der Cau­sa Maa­ßen fin­den und den Ko­ali­ti­ons­bruch ver­hin­dern: Kanz­le­rin Mer­kel (64, CDU) und In­nen­mi­nis­ter See­ho­fer (69, CSU).

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