„Bul­len“von „Wöl­fen“ge­fres­sen sse

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - VORDERSEITE -

BOCHUM - Selbst Schuld! Wer nach 98 Se­kun­den durch Pas­cal Te­s­tro­et 1:0 in der Frem­de in Füh­rung geht und dann nichts, aber auch gar nichts mehr für die Of­fen­si­ve macht, kann kei­ne Spie­le ge­win­nen.

Aue ließ in Bochum 88 Mi­nu­ten Dau­er­druck zu, kämpf­te zwar auf­op­fe­rungs­voll, doch tak­tisch stell­te sich Aue mit der Mau­rer­kel­le in der Hand ein Bein. Erst glich Tom Wei­landt (73.) aus und mar­kier­te dann mit dem Ab­pfiff das 2:1 für den VfL.

Was war das denn für ein Start? Nach 13 Se­kun­den tauch­te Boch­ums Wei­landt frei vor Mar­tin Män­nel auf. Der ver­hin­der­te das Blitz-Ge­gen­tor mit ei­nem sen­sa­tio­nel­len Re­flex. Stark! Im Ge­gen­zug ver­län­ger­te Jan Hoch­scheidt ei­nen Ball per Kopf auf De­bü­tant Flo­ri­an Krü­ger. Der nahm den Kopf hoch, steck­te auf Pas­cal Te­s­tro­et. „Pa­co“tanz­te Tim Hoo­g­land aus, be­hielt vor Ma­nu­el Rie­mann die Ner­ven und schob ein - 1:0 für Aue nach 98 Se­kun­den.

Aue zog nun ei­ne oran­ge Mau­er hoch. Bochum rann­te an, hat­te 75 Pro­zent Ball­be­sitz, aber der FCE stand dem VfL per­ma­nent auf den Fü­ßen und ließ kei­ne Ch­na­cen zu. Am Au­er Spiel gab es aber schon in Hälf­te eins ei­nen der­ben Kri­tik­punkt: Wenn sich die „Veil­chen“doch mal be­frei­en konn­ten, wa­ren die Kon­ter zu un­ge­nau. Bochum hat­te das Spiel­ge­rät spä­tes­tens nach zehn Se­kun­den wie­der.

Das wur­de nach der Pau­se nicht bes­ser, im Ge­gen­teil. Sich nur auf die De­fen­si­ve zu be­schrän­ken, per­ma­nen­te An­griff zu­zu­las­sen, nur ganz sel­ten selbst für Ent­las­tung zu sor­gen, das kann im Fuß­ball auf die­sem Ni­veau nicht gut ge­hen. Nie im Le­ben! Selbst ein Ab­seits­tor (53.) und ein ver­schos­se­ner El­fer von Lu­kas Hin­ter­se­er (61.) wa­ren für den FCE kei­ne Warn­schüs­se. „Das war ein men­ta­les Pro­blem“, so Trai­ner Da­ni­el Mey­er. „Du hat­test das Ge­fühl, Bochum schießt heu­te kein Tor, ge­ra­de nach dem Elf­me­ter. Und dann denkst du auf dem Feld nach, hast was zu ver­lie­ren, gehst noch tie­fer, ver­hältst dich zu pas­siv. Das se­he ich als Pro­blem. Es war nicht un­se­re tak­ti­sche Auf­stel­lung, son­dern die Psy­cho­lo­gie hat uns ge­bremst.“

Auf der an­de­ren Sei­te fehl­te den Au­ern durch das vie­le Hin­ter­her­lau­fen auch die Kraft. Das be­straf­te Wei­landt dop­pelt. „Das war schon Wahn­sinn, was Bochum ge­lau­fen ist. Das wa­ren 123 Ki­lo­me­ter. Wir wa­ren am En­de mü­de und muss­ten an­er­ken­nen, dass der Geg­ner bes­ser war“, so Mey­er.

Tho­mas Nah­ren­dorf

FCE-Coach Da­ni­el Mey­er war nach dem Schluss­pfiff be­dient und mar­schier­te mit grim­mi­ger Mie­ne in die Ka­bi­ne.

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