Juncker zwei­felt an Ru­mä­ni­en

Zu schwach für EU-Rats­prä­si­dent­schaft

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - POLITIK/WELT -

BRÜS­SEL -Ru­mä­ni­en ist ei­nes der jüngs­ten EU-Mit­glie­der und soll zum ers­ten Mal den Vor­sitz füh­ren. Aber ist die zer­strit­te­ne und in­ter­na­tio­nal kri­ti­sier­te Füh­rung des Lan­des der Auf­ga­be ge­wach­sen? Kurz vor Be­ginn der EU-Rats­prä­si­dent­schaft Ru­mä­ni­ens kommt vom Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten Je­an-Clau­de Juncker (64) deut­li­che Kri­tik an der Re­gie­rung in Bu­ka­rest. Das Land sei zwar „tech­nisch gut vor­be­rei­tet“auf den sechs­mo­na­ti­gen Vor­sitz, sag­te Juncker der „WamS“. „Ich glau­be aber, dass die Re­gie­rung in Bu­ka­rest noch nicht in vol­lem Um­fang be­grif­fen hat, was es be­deu­tet, den Vor­sitz über die EU-Län­der zu füh­ren. Für ein um­sich­ti­ges Han­deln braucht es auch die Be­reit­schaft, an­de­ren zu­zu­hö­ren, und den fes­ten Wil­len, ei­ge­ne An­lie­gen hin­ten­an zu stel­len. Da ha­be ich ei­ni­ge Zwei­fel.“

Ru­mä­ni­en über­nimmt den Vor­sitz der EU-Län­der zum 1. Ja­nu­ar von Ös­ter­reich. Das be­deu­tet, dass das Land Mi­nis­ter­rä­te lei­tet, für die EU po­li­ti­sche Schwer­punk­te setzt und ver­sucht, Kom­pro­mis­se der der­zeit noch 28 Mit­glieds­län­der zu schmie­den.

Die nächs­ten Mo­na­te gel­ten als be­son­de­re Her­aus­for­de­rung: Für den 29. März ist der noch nicht ge­re­gel­te EU-Aus­tritt Groß­bri­tan­ni­ens ge­plant und En­de Mai steht die Eu­ro­pa­wahl an. Doch steht die ru­mä­ni­sche Re­gie­rung we­gen Män­geln bei Rechts­staat­lich­keit und Kor­rup­ti­ons­be­kämp­fung in der Kri­tik.

EU-Kom­mis­si­ons­chef Juncker (64) und Ru­mä­ni­ens Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Vio­ri­ca Dan­ci­la (55) bei ei­nem Tref­fen in Brüs­sel.

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