20. Welt­cup-Sieg!„ Fried­rich der Gro­ße“trotz­te dem ei­si­gen Al ten­ber­ger Re­gen

Morgenpost am Sonntag (Dresdner) - - SPORT - En­ri­co Lu­cke

ALTENBERG - „Der Franz, der kann’s!“Der Schlacht­ruf des Fan­clubs von Fran­ces­co Fried­rich er­klang zwar im ei­si­gen Re­gen von Altenberg ges­tern Abend nicht, aber der Pir­na­er Olym­pia­sie­ger zeig­te mit sei­nem An­schie­ber Thorsten Mar­gis, wer der Chef im Eis­ka­nal ist und fei­er­te sei­nen 20. Welt­cup­sieg!

Der 28-Jäh­ri­ge ließ sich nicht mal von sei­nem nach­tei­li­gen Start­platz acht im ers­ten Durch­gang aus der Ru­he brin­gen. Mit Mar­gis zim­mer­te er in 5,22 Se­kun­den wie er­war­tet die schnells­te Start­zeit und die größ­te Ab­gangs­ge­schwin­dig­keit (44 km/h) hin. Trotz­dem reich­te das, wie von Coach Gerd Leo­pold pro­phe­zeit, nicht zur Füh­rung. Grund: Durch den Re­gen be­reif­te die Bahn, „bau­te ab“, wie die Pi­lo­ten sa­gen, wenn der Eis­ka­nal durch den Reif bremst.

Der Ka­na­di­er Jus­tin Kripps (Start­nr. 3) führ­te schließ­lich vorm fi­na­len Durch­gang, acht Hun­derts­tel vor Fried­rich. Ni­co Walt­her (Start­nr. 13), der ei­ne noch schlech­te­re Aus­gangs­la­ge hat­te, lag elf Hun­derts­tel zu­rück und mein­te: „Un­se­re Start­zeit war rich­tig gut, im nächs­ten Durch­gang grei­fen wir an.“

Doch die At­ta­cke blieb aus. „Kei­ne Ah­nung war­um, ich kann es mir nicht er­klä­ren. Der zwei­te Lauf war okay“, so der sicht­lich ent­täusch­te Pi­lot, der in Altenberg auf­ge­wach­sen ist und aufs Po­dest woll­te, aber nur Vier­ter wur­de. 54 Hun­derts­tel be­trug am En­de sein Rück­stand auf Fried­rich, sechs auf Rang drei.

Die Sie­ger­faust ball­te so­mit im Ziel wie­der „Fried­rich der Gro­ße“. Der Pi­lot mein­te: „Ich bin sehr zu­frie­den, ist al­les gut ge­lau­fen.“Als Re­ak­ti­on auf die ver­reif­te Bahn hat­te er vorm ent­schei­den­den Lauf noch­mal die zu­vor zu breit ge­wähl­ten Ku­fen ge­schlif­fen, denn wech­seln durf­te er die nicht. Das brach­te ei­nen bes­se­ren Grip und am En­de den sou­ve­rä­nen Tri­umph.

Fried­rich ver­wies Kripps mit ei­nem Rück­stand von 37 Hun­derts­teln auf Platz zwei. Und die über 250 Fans fei­er­ten den Er­folgs­pi­lo­ten. Heu­te geht’s im Vie­rer wei­ter. Walt­her will Re­van­che ...

Thorsten Mar­gis Fran­ces­co Fried­rich

Mit vier Bus­sen wa­ren die Fans von Fran­ces­co Fried­rich und Ni­co Walt­her an die Bahn ge­kom­men. Über 250 feu­er­ten die bei­den Pi­lo­ten ges­tern trotz Nie­sel­re­gens an.

Ni­co Walt­her (l.) muss mit Coach Gerd Leo­pold ana­ly­sie­ren, wie­so er im zwei­ten Durch­gang Zeit ver­lor und das Po­di­um ver­pass­te.

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